Grillen mit Unterstützern

Berufsbildende Schulen Soltau: Nach Betonkanu-Regatta stellen BBS-Schüler Pavillon fertig

Grillen mit Unterstützern

Die Hauptattraktion, ein Pavillon mit mehreren Metern Höhe und Durchmesser, wurde bei seiner Einweihung eher zur Nebensache. Nicht, weil die angehenden Zimmerleute den Grillunterstand nicht schön gestaltetet hätten - im Gegenteil: Das neue Bauwerk auf dem Gelände der Berufsbildenden Schulen (BBS) Soltau in der Winsener Straße 107 ist ein echter Blickfang und obendrein noch sehr funktional. Doch ein Kanu stahl ihm die Show: Die Sponsoren und Unterstützer, die die Lehrkräfte zum Grillen eingeladen hatten, bestaunten vor allem das Boot aus Beton. Das hatten die BBS-Klassen selbst gebaut und damit vor kurzem die Beton-kanu-Regatta in Heilbronn bestritten (HK berichtete).

„Das Projekt wäre ohne die Unterstützung der Sponsoren nicht möglich gewesen“, hob Udo Sobczak hervor. Der Lehrer hatte das Vorhaben zusammen mit seiner Frau Antje Sobczak sowie den Kollegen Uwe Böhling, Joachim Unger und Andreas Wagner-Wischhoff auf den Weg gebracht. Die Nachwuchszimmerer und -maurer der Berufsfachschule Bautechnik waren sofort begeistert und setzten das Konzept erfolgreich um. Mehrere Unternehmen lieferten zudem „finanziellen Anschub“ für das Betonkanu. Als Erinnerung erhielten die Vertreter der Betriebe dafür Mini-Kanus - gefertigt natürlich auch aus Beton.

Ebenfalls aus diesem Material besteht die Plakette, die das Team für die Teilnahme an der Regatta bekam. „Für einen Platz auf dem Treppchen hat es leider nicht gereicht“, so Sobczak, aber damit habe die Gruppe auch gar nicht gerechnet. „Allerdings waren wir wohl für den Konstuktionspreis und die ‚Newcomer‘-Auszeichnung im Gespräch - letztendlich hat aber eines der Uni-Teams den Zuschlag erhalten.“

Die waren ohnehin in der Überzahl: Zwischen all den Mannschaften der Universitäten und technischen Hochschulen behauptete sich die BBS Soltau die einzige Berufsschule im Starterfeld. Starke Konkurrenz also, der die Heidjer erfolgreich die Stirn boten: „Es gab viel leichteren Boote mit teilweise nur 15 Kilogramm Gewicht, so Sobczak, doch einige dieser Konstruktionen seien so fragil gewesen, dass sie nicht einmal heil den Weg an den Neckar nach Heilbronn überstanden hätten. „Manche dieser Leichtgewichte sind einfach zerbrochen, unter anderem durch die Erschütterungen beim Transport auf der Autobahn. Beispielsweise hat es das Kanu der Fachhochschule aus Buxtehude nicht einmal bis zum Ziel geschafft, sondern war schon auf Höhe Soltau kaputt.“ Der Vorteil der Schwergewichte der BBS Soltau: „Unsere zwei Kanus wiegen zwar jeweils fast 250 Kilogramm, sind dafür aber sehr stabil“, so Udo Sobczak.

Und die beiden Boote mit den Namen „Halbling“ und „Felton“ sollen demnächst noch in die Etagen der Soltauer Filzwelt „gewuchtet“ werden: Denn das stabilisierende „Innenleben“ des „Felton“-Kanus ist ein Gewebe der Filz-Experten des Unternehmens Röders - und diese Filz-Beton-Kombination können Felto-Besucher bald bestaunen.

Nicht unbedingt bestaunen, sondern schlicht und einfach nutzen dürfen BBS-Schüler und ihre Lehrer ab sofort den neuen Grillunterstand auf dem Hof der Schule: „Es ist der dritte dieser Art, den die Klassen gebaut haben. Zwei solcher Pavillons entstanden zuvor schon im Harz“, erklärt Sobzcak. „Es sind immer tolle Abschlussprojekte für die Schüler, die sie im Rahmen einer Klassenfahrt umsetzen.“

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