„Grünes Gegenstück“ zu Gewerbegebieten

AWS und Stadt stellen Ausgleichsflächen vor: 30.000 Bäume gepflanzt

„Grünes Gegenstück“ zu Gewerbegebieten

Wenn die Ansiedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft Soltau (AWS) zum Termin einlädt, geht es in der Regel um große Bauprojekte, Grundsteinlegungen oder neue Betriebe und ihre Hallen, durch die die Gewerbeflächen der Böhmestadt in den vergangenen Jahren stark gewachsen sind. Beim Termin am vergangenen Montag ging es quasi um das „grüne Gegenstück“ zu den Gebieten für Gewerbeansiedlungen: AWS-Geschäftsführer Olaf Hornbostel und Bürgermeister Olaf Klang stellten die Ausgleichsflächen vor. Wachsen sollen dort natürlich keine Warenlager oder Werkstätten, sondern Bäume. 30.000 davon sind jetzt nahe Leitzingen vor den Toren Soltaus auf der jüngsten Ausgleichsfläche gepflanzt worden. „Wir wollten mal zeigen, dass wir nicht nur bauen“, so der AWS-Chef mit Blick auf die Setzlinge.

Kalt, nass und windig: Bei bestem „Homeoffice-Wetter“ ging es für Hornbostel und Klang zusammen mit Nicole von Rosenzweig, Prokuristin AWS, und Landschaftsarchitektin Laura Wiechmann ins Grüne. Wobei: Grün sind die jetzt angelegten Areale in Leitzingen noch nicht wirklich, sollen es aber in den kommenden Jahren werden. Insgesamt 187 Hektar werden laut AWS-Geschäftsführer im gesamten Stadtgebiet aufgeforstet. Auf rund 116 Hektar wird im Gebiet bei Leitzingen der Flächenverbrauch für Industriegebiete an der Autobahnanschuss-Stelle Soltau-Ost ausgeglichen.

Aktuell sind auf sieben Hektar vom Team des Bauhofs junge Bäume in die Erde gesetzt worden: „Vor allem Eichen und Buchen haben wir gepflanzt“, erläuterte Laura Wiechmann. Die Landschaftsarchitektin kümmert sich in der Stadtverwaltung um die Gestaltung der Soltauer Grünflächen. Damit die Pflanzen nicht von Rehen angeknabbert werden, ist das Gelände umzäunt. Kleinere Nager, die die zarten Wurzeln schädigen könnten, sollen auf andere Weise ferngehalten werden: „Entlang des Zauns stellen die Bauhof-Mitarbeiter Plattformen auf, von denen aus Raubvögel einen guten Überblick haben“, erklärte die Landschaftsarchitektin - ideale „Startplätze“ für Greifvögel bei der Jagd auf Mäuse.

„Die Gebiete sind Ausgleichsfläche für Soltau Ost III - und angelegt wird hier schon jetzt eine Ausgleichsfläche für das noch in Planung befindliche Gewerbegebiet bei Harber, Soltau Ost II“, so Hornbostel. Die angehenden Wälder entstünden laut AWS-Geschäftsführer auf ehemaligen Wiesen und Äckern, „deren Bewirtschaftung ausgelaufen ist. Wir schauen zusammen mit der hiesigen Landwirtschaft nach Möglichkeiten, Flächen nachzunutzen.“

„Und Fläche ist endlich“, so der Bürgermeister. So sei die Stadt weiter auf der Suche nach neuen Ausgleichsgebieten, „aber wir müssen uns dabei auch mit anderen Kommunen austauschen und uns dort umsehen.“ Denn die Nachfrage nach Plätzen in hiesigen Gewerbegebieten sei nach wie vor ungebrochen, ergänzte der Leiter der stadteigenen Ansiedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft. „Und wenn die Gewerbesteuer ‚wackelt‘, ist das nicht gut für die Stadt“, fügte Klang hinzu. Immerhin sei die Gewerbesteuer mit die größte Einnahmequelle.

Dennoch sei es natürlich wichtig und richtig, für die abgeholzten Flächen Ausgleich zu schaffen - und insgesamt gesehen stehe Soltau keineswegs schlecht da: „Wir haben hier einen Waldanteil von immerhin 44 Prozent, während es kreisweit im Durchschnitt 32 Prozent sind“, hob der Bürgermeister hervor. Neben dem Leitzinger Gebiet seien noch drei Hektar in Dittmern in der Aufforstung, so Hornbostel weiter: „Das werden schöne Naherholungsgebiete. Die Maßnahmen zum Umweltschutz treffen auf Akzeptanz.“

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