Gute Nachrichten vor dem Fest: Abfallgebühren werden nicht erhöht

Abfallwirtschaft Heidekreis: Neuer „Wertstoff-Wegweiser“ erhältlich

Gute Nachrichten vor dem Fest: Abfallgebühren werden nicht erhöht

In Deutschland ist die Teuerungsrate im vergangenen Monat auf den höchsten Wert seit fast drei Jahrzehnten geklettert. Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise 5,2 Prozent über Vorjahresniveau. Ursache sind vor allem die hohen Energiekosten. Wer sein Auto volltanken muss, kann mit Blick auf die Spritpreise nur noch mit dem Kopf schütteln. Auch wer es in der eigenen Wohnung hell und warm haben möchte, muss immer tiefer ins Portemonnaie greifen. Der Anstieg der Gaspreise hat es in sich. „Da muss man als Verbraucher schon kräftig schlucken“, so Helmut Schäfer, Vorstand der Abfallwirtschaft (AHK) Heidekreis. Umso mehr freut es ihn, so kurz vor dem Weihnachtsfest mit einer guten Nachricht aufwarten zu können: „Die Abfallgebühren werden nicht erhöht.“

Kaum zu glauben, doch es gibt also tatsächlich noch Leistungen, für die Otto Normalverbraucher im kommenden Jahr nicht mehr berappen muss. „Die Abfallgebühren der Jahre 2020 und 2021werden, trotz derzeit drastisch steigender Preise, auch 2022 unverändert bestehen bleiben. Die in den Jahren 2020 oder 2021 erteilten Gebührenbescheide behalten damit ihre Gültigkeit. Zum Jahreswechsel wird es daher auch diesmal automatisch keine neuen Bescheide geben“, erklärte der AHK-Vorstand. Weitere Einzelheiten dazu finden sich in der neuen Abfallbroschüre der AHK für das kommende Jahr, die Schäfer jüngst gemeinsam mit Landrat Jens Grote, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Abfallwirtschaft Heidekreis, vorstellte.

Rund 55.000 Exemplare sind gedruckt worden und werden in diesen Tagen zu den Depotstellen ausgeliefert. Das Informationsheft, das auch den Abfall-Kalender 2022 enthält, wird laut Schäfer zum nunmehr sechsten Mal dezentral verteilt. Neu sind allerdings die Aufmachung und der Titel. „Wertstoff-Wegweiser“ heißt die Broschüre nun, die zudem im frischen, modernen Design daherkommt. „Wir wollen damit den Zielen der modernen Abfallwirtschaft gerecht werden. Schließlich geht es darum, Stoffe wieder in den Kreislauf zu bringen. Das wird auch für uns immer wichtiger“, betonte der AHK-Vorstand. Als Beispiel nannte Schäfer, dass beim Abholen von Sperrmüll nun ein zusätzliches Fahrzeug eingesetzt werde, was das Recycling von Holz erleichtere. So seien jetzt drei Fahrzeuge in Sachen Sperrmüllabfuhr unterwegs: Eines nehme das Altmetall mit, eines werde mit Sperrabfall beladen und das dritte sammele Altholz ein. „Etwas mehr als 50 Prozent des Sperrmülls sind Altholz. Das rechnet sich“, so Schäfer.

Apropos rechnen: Die hohen Kosten für Diesel schlagen natürlich auch bei der AHK ins Kontor, zumal 25 Fahrzeuge, vom Lieferwagen bis hin zum Stapler, Radlader und Seitenlader, zum Fuhrpark der Anstalt des öffentlichen Rechts gehören. „Wir brauchen rund 450.000 Liter Diesel pro Jahr. Bei einer Erhöhung von um die 50 Prozent pro Liter sind das Mehrkosten in Höhe von etwa 200.000 Euro“, berichtete Schäfer. Doch nicht nur die hohen Dieselpreise stellten die AHK vor Herausforderungen, auch die Materialknappheit mache sich in vielen Bereichen bemerkbar. „Die kleinsten Schrauben führen schon zu Lieferverzögerungen, davon sind auch wir betroffen“, erklärte Schäfer: „Corona macht alles sehr, sehr schwer. Wir zählen in der Krise nicht zu den Gewinnern.“

In Zeiten von Lockdowns und Homeoffice falle deutlich mehr privater Müll an. Ursachen seien zum Beispiel Essenslieferungen nach Hause und Bestellungen über das Internet. „Bei den Abfällen erleben wir einen Transfer in den privaten Bereich. Das haben wir deutlich zu spüren bekommen“, berichtete der AHK-Vorstand.

Eine Trendwende hat es im Bereich Altpapier gegeben, das die Abfallwirtschaft über die für die Haushalte kostenlosen „Grünen Tonne“ sammelt und das schließlich in die Weiterverwertung geht. Die Preise waren vor rund einem Jahr im Keller, damals habe es, so Schäfer, quasi „null Cent“ pro Tonne gegeben. Inzwischen hat sich das Ganze wieder umgekehrt, Papier ist knapp und die Preise für Altpapier sind dementsprechend angestiegen. „Jetzt geht es wieder in den dreistelligen Bereich pro Tonne. Das ist positiv, allerdings weiß niemand, ob das länger anhält“, erklärte Schäfer. Diverse Vereine und gemeinnützige Einrichtungen hatten ihre Altpapiersammlungen zwischenzeitlich eingestellt und nun, da es sich wieder lohnt, wieder aufgenommen. „In der Regel bringen diese ihr Altpapier zu privaten Händlern. Wir haben aber für 2022 einige gemeinnützige Einrichtungen gewonnen, die bei uns bleiben wollen.“ Im Jahr 2020 habe die AHK in Sachen Altpapier erstmals die 10.000-Tonnen-Marke überschritten „und wir gehen davon aus, dass wir auch diesmal wieder darüber liegen.“ Dabei profitiert die Abfallwirtschaft auch von höheren Zahlungen, die das Duale System an sie überweist. Weil über die „Grünne Tonne“ auch Verpackungsmüll entsorgt wird, der eigentlich in die „Gelbe Tonne“ gehört, zahlt das Duale System quasi als Ausgleich einen bestimmten Betrag. Und weil sich hier beide Seiten auf einen neuen Schlüssel geeinigt haben, erhält die AHK inzwischen deutlich mehr Geld. „Für uns ist das sehr positiv“, so Schäfer. Und davon profitierten letztlich auch die Gebührenzahler.

Profitieren sollen auch die Umwelt und das Klima: „Langfristige Weichen haben wir nicht nur mit der Erweiterung der Deponie, sondern auch mit dem Bau der Bioabfallvergärungsanlage in Benefeld gestellt. Diese wird ab dem kommenden Jahr ihre Arbeit aufnehmen“, berichtete Schäfer: „Durch das bewährte Trockenfermentationsverfahren werden wir pro Jahr für mehr als 800 Haushalte Strom erzeugen, der aus den Bioabfällen unserer Bürgerinnen und Bürger gewonnen wird. Dieser grüne Strom stellt eine saubere Alternative zu fossiler Energie dar und ist somit ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz.“ Allein durch die Stromproduktion werde bereits im ersten Betriebsjahr des Elf-Millionen-Euro-Projektes eine Einsparung von circa 1.250 Tonnen CO2 erreicht. Dies entspreche etwa dem CO2-Ausstoß des gesamten Fuhrparks der AHK. Angedacht sei ein Tag der offenen Tür zur öffentlichen Vorstellung der Anlage im kommenden Jahr, sofern die Corona-Pandemie dies zulasse.

„Eine Herausforderung wird es, in den kommenden drei bis zehn Jahren unseren Fuhrpark umzustellen“, so der AHK-Vorstand weiter. Bereits im kommenden Jahr werde der erste vollelektrische 7,5-Tonner beschafft. Angestrebt werde, auch elektrisch angetriebene oder wasserstoffbetriebene Seitenlader beziehungsweise gegebenenfalls einen Mix aus beiden einzusetzen. „Wasserstoffbetriebene Müllfahrzeuge gibt es bereits, doch es handelt sich dabei bislang um Hecklader. Wir verwenden jedoch ausschließlich Seitenlader“, sagte Schäfer. Hier sei die AHK im stetigen Austausch mit den Herstellern.

Intensive Gespräche führt die Abfallwirtschaft derzeit auch mit der Gewerbeaufsicht. Erklärtes Ziel ist es laut Schäfer weiterhin, auf dem nicht genutzten Teil der Deponie in Hillern eine Photovoltaikanlage zu errichten. Neuerungen gibt es auch in Sachen Grüngutentsorgung (Bericht folgt).

Und hier gibt es den „Wertstoff-Wegweiser“ im nördlichen Teil des Heidekreises:

Bispingen: Rathaus, Kreissparkasse, Volksbank.

Breloh: Bäckerei Rogusch.

Heber: Lebensmittel Bosselmann.

Hillern: Wertstoffhof der AHK.

Lünzen: Lebensmittel Hahn.

Munster: Bürgerbüro, Kreissparkasse, Volksbank.

Neuenkirchen: Rathaus, Kreissparkasse, Volksbank.

Schneverdingen: Rathaus, Kreissparkasse, Volksbank.

Wesseloh: Schnuckenhof.

Soltau: Abfallwirtschaft Heidekreis, Bürgerbüro, E-Center Ehlers, Landkreis Heidekreis, Kreissparkassenfilialen, Postagentur Wilhelmstraße 10 (ab 3. Januar), Volksbank.

Wietzendorf: Rathaus, Kreissparkasse, Volksbank.

Wintermoor: Lebensmittel Manke.

Informationen zu den für das kommende Jahr gültigen Abfuhrterminen gibt es aber auch online auf der Internetseite https://www.ahk-heidekreis.de und über die App der Abfallwirtschaft Heidekreis.

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