Digitale Angebote: Ergänzung, kein Ersatz

Volkshochschule (VHS) Heidekreis stellt neues Semesterprogramm vor

Digitale Angebote: Ergänzung, kein Ersatz

Pandemiebedingt mussten im vergangenen Semester einige Kurse vorzeitig beendet werden, manche Veranstaltungen der Volkshochschule Heidekreis (VHS) konnten gar nicht erst starten. Und auch die Planung der zweiten Jahreshälfte sei wegen der Coronakrise, möglicher Absagen und neuer Auflagen alles andere als leicht gewesen, so Thomas Otte. Der VHS-Geschäftsführer und sein Stellvertreter, Hans-Ulrich Obieglo, sowie Programmbereichsleiterin Elke Dettmer konnten dennoch am heutigen Montag in Soltau einen Katalog vorstellen, der „es in sich hat“ - und das im positiven Sinne: „Mit rund 450 Kursen und Angeboten haben wir auch in Coronazeiten ein umfangreiches Angebot ausgearbeitet“, so Otte. Darin enthalten: mehrere neue digitale Formate. Die seien, betont der VHS-Leiter, „aber nur eine Ergänzung zum Präsenzunterricht, kein Ersatz.“

„Wir wollten auch unter diesen erschwerten Bedingungen unbedingt ein Programmheft für das neue Semester auf den Weg bringen“, erklärt Otte. Im ersten Halbjahr habe es natürlich durch den „Shutdown“ viele Einschränkungen bei der Volkshochschule gegeben, „aber nun kamen zum Ende des Semesters wieder viele Teilnehmer zurück.“ Verunsichert müssten sie dabei nicht sein, „denn wir haben natürlich ein entsprechendes Hygienekonzept entwickelt und umgesetzt“, hebt der Geschäftsführer hervor. Außerdem habe die VHS an ihren zahlreichen Stand- sowie an den jeweiligen Veranstaltungsorten entsprechende Möglichkeiten für eine passende Abstandsregelung, fügt Obieglo hinzu.

„Außerdem haben wir die Kollegen wegen Corona nicht in Kurzarbeit schicken müssen“, so der stellvertretende Geschäftsführer weiter. „Stattdessen konnten wir unsere digitalen Angebote weiterentwickeln und manche Projekte erarbeiten, die wir nun anschieben und weiterführen wollen.“ Ein entscheidendes neues Online-Werkzeug ist die sogenannte „vhs.cloud“. Dieser Dienst im Netz ist eine gemeinsame digitale Lern- und Arbeitsumgebung für die Volkshochschulen in Deutschland, eine „erweiterte Lernwelt“, die Nutzern viele neue Möglichkeiten eröffnen soll. „Es handelt sich um ein sinnvolles, zusätzliches Medium mit ergänzenden Angeboten, die aber die klassischen Kurse nicht ersetzen“, hebt auch Obieglo noch einmal hervor. Auch Dettmer hat in den vergangenen Monaten viel Zeit in die Cloud investiert: „Es ist eine Lernplattform die viel bietet, unter anderem einen virtuellen Konferenzraum. Außerdem lassen sich dort neue Lernbausteine erstellen.“ Die Coronakrise habe die VHS gezwungen, schnell digitale Alternativen zu finden, so die Bereichsleiterin, die unter anderem die Gebiete „Beruf und EDV“ betreut.

„In der Digitalisierung sehe ich auch eine Chance“, meint Obieglo. „Wir haben hier die Möglichkeit, neue niedrigschwellige Angebote zu gestalten“, ergänzt Dettmer. Oder kombinierte Angebote, wie etwa manche der neuen EDV-Kurse: „Diese starten mit Präsenzunterricht, später geht es dann online weiter“, erläutert die Programmbereichsleiterin. Ein weiterer Versuch sei ein reiner Online-Kurs, so Dettmer: „Wir wollen schauen, wie die Resonanz darauf ist.“ Manche Dinge lassen sich jedoch auch trotz fortschrittlichster Digitaltechnik und ausgefeilter virtueller Gestaltung nicht am Rechner machen - Jonglieren zum Beispiel: Das können Teilnehmer - ganz real - bei einem neuen Kurs in Munster lernen. „Wir schauen immer, in welchen Bereichen wir etwas Neues anbieten können“, so Otte. Nicht neu, aber seit dem Start vor einigen Semestern sehr beliebt: die Informationsabende, die die VHS zusammen mit dem Heidekreis-Klinikum gestaltet. Vier solcher Veranstaltungen zu verschiedenen Themen sind für die kommenden Wochen geplant. „Und wegen der Corona-Maßnahmen sind verbindliche Anmeldungen erforderlich“, betont Dettmer.

Weitere Angebote wie „Gemeinsam durch den Alltag - Ehrenamt Rechtliche Betreuung“ seien in Kooperation mit dem Landkreis Heidekreis entstanden, so Otte. „Auch das VHS-Kino ist wieder da“, freut sich der Geschäftsführer. Hier arbeitet die Volkshochschule wieder mit dem Capitol-Theater in Walsrode zusammen und zeigt eine ganze Reihe ausgesuchter Filme. Das gesamte Programm findet sich im neuen Katalog, der ab sofort bei den VHS-Standorten sowie bei Banken und Sparkassen und in öffentlichen Einrichtungen wie Rathäusern und Bibliotheken ausliegt. Neben der nach wie vor beliebten Papierform gibt es die Übersicht natürlich auch digital: So können sich Interessierte seit kurzem im Internet durch die Kurse für das kommende Semester „klicken“.

Dort gibt es wegen der Pandemie allerdings dann doch einige Lücken: „Auf etwas müssen unsere Kunden leider dieses Semester verzichten: Kultur- und Studienfahrten“, bedauert der VHS-Leiter. Eine zuverlässige Planung sei hierbei in Coronazeiten einfach nicht möglich: „Man kann kaum vorhersagen, ob die Veranstaltungsorte dann nicht vielleicht geschlossen bleiben müssen.“

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