Klingbeil gibt Kreisvorsitz ab

Keine erneute Kandidatur für Spitze der Heidekreis-SPD

Klingbeil gibt Kreisvorsitz ab

Nach 14 Jahren als Vorsitzender steht er heute für die SPD im Heidekreis wie kaum ein anderer. Doch wenn die Sozialdemokraten auf ihrem Unterbezirksparteitag (Kreisparteitag) am 16. Mai eine neue Spitze wählen, werden sie ohne ihn auskommen müssen: Lars Klingbeil, hiesiger Bundestagsabgeordneter und SPD-Generalsekretär, wird dann nicht erneut für den Kreisvorsitz antreten. Das gab der Munsteraner am vergangenen Freitag in Soltau der Presse bekannt. Für seine Nachfolge wünscht er sich eine Doppelspitze - am liebsten mit Sebastian Zinke und Aynur Colpan.

Über seine Entscheidung hatte Klingbeil zuvor den Kreisvorstand informiert. Dieser Entschluss sei ihm nicht leichtgefallen: „Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich noch einmal antreten sollte, denn die Arbeit hat mit Spaß gemacht. Ich glaube, ich habe die Partei hier gut prägen können.“

Während seiner langen Zeit als Vorsitzender sei viel passiert. Hier nennt er beispielsweise eine Satzungsänderung, nach der auf einem Parteitag alle Mitglieder abstimmen dürfen und nicht mehr nur Delegierte, die Einführung einer 50-Prozent-Frauenquote oder die Neugestaltung des traditionellen Neujahrsempfangs mit jetzt 250 Gästen, aber auch die Öffnung der SPD nach außen und erfolgreiche Wahlkämpfe. So konnte Klingbeil selbst den hiesigen Bundestagswahlkreis direkt gewinnen, aber auch auf kommunaler Ebene habe es Erfolge gegeben - den größten mit der Wahl von Chri­stina Fleckenstein zur Munsteraner Bürgermeisterin.

Als sich Klingbeil beim Unterbezirksparteitag im Juni 2006 gegen den damaligen Amtsinhaber Wilfried Worch-Rohweder hatte durchsetzen können, „hatte ich großen Respekt vor den Aufgaben, ging es damals doch gleich in die Vorbereitung des Kommunalwahlkampfes. Doch ich habe große Unterstützung durch Dieter Möhrmann bekommen“, erinnert sich der Munsteraner, der inzwischen durch seine Arbeit als Bundestagsabgeordneter und SPD-Generalsekretär mit sechs Parteivorsitzenden in zwei Jahren zum echten Politprofi geworden ist.

Diese Professionalität erfordert dann offensichtlich auch Entscheidungen, die schwerfallen, denn ein solches Engagement auf allen Ebenen ist kaum durchzuhalten. Mit Blick auf die Wahlen, die in den kommenden zwei Jahren anstehen, sei jetzt der richtige Zeitpunkt, aus dem Amt zu scheiden, meint Klingbeil, der als Generalsekretär den Bundestagswahlkampf 2021 seiner Partei organisieren muss.

Zu dieser Professionalität gehört aber offenbar auch, dass Klingbeil sich Gedanken über eine mögliche Nachfolge macht, wobei er - wie es die SPD auf Bundesebene vorgemacht hat - eine Doppelspitze mit Sebastian Zinke und Aynur Colpan favorisiert. Zinke sitzt für den Wahlkreis Walsrode im Landtag und ist Kreistagsfraktionsvorsitzender, während Colpan als Schriftführerin dem SPD-Unterbezirksvorstand angehört und stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Schwarmstedt ist: „Sie können diese Aufgabe erfüllen und als Team harmonieren. Sie stehen für Aufbruch und Modernisierung.“ Allerdings vergisst Klingbeil auch nicht, auf die Rolle des Unterbezirks­parteitages hinzuweisen: Der nämlich müsste zunächst die Einführung einer Doppelspitze beschließen, bevor er eine solche wählen könnte. „Wir werden die Doppelspitze vorschlagen“, kündigt Klingbeil an. Noch bis zum 18. April können sich weitere Kandidatinnen und Kandidaten für den Kreisvorsitz bewerben.

Mit seinem Abschied vom SPD-Kreisvorsitz, so versichert Klingbeil, werde der Kontakt zum Wahlkreis jedoch keinesfalls abreißen. Die Menschen hier seien schließlich seine Basis: „Ich bin hier ja nicht weg, und wir planen gerade die nächste Sommertour.“

Wer auch immer am 16. Mai den Vorsitz der SPD Heidekreis übernimmt - eines hat sich Klingbeil mit Blick auf die Nachfolge vorgenommen: „Ungefragt werde ich keine Tipps geben.“

Logo