Moderne Kriminaltechnik im neuen Zentrallabor der Polizeiinspektion

Ersten Sicherheitsbericht vorgestellt und neue Räumlichkeiten eingeweiht

Moderne Kriminaltechnik im neuen Zentrallabor der Polizeiinspektion

Bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für 2021 vor einigen Wochen (HK berichtete) wurde Schwarz auf Weiß präsentiert, was Thomas Ring noch einmal am vergangenen Dienstag in der Polizeiinspektion Heidekreis (PI) hervorhebt: „Die Zahl der Straftaten ist gesunken, die Aufklärungsquote gestiegen“, so der Polizeipräsident. Doch zwischen der objektiven und der „gefühlten“ Lage gebe es bei vielen Bürgern offenbar eine große Diskrepanz, so der Chef der Polizeidirektion Lüneburg. Die veröffentlicht daher in Zusammenarbeit mit den insgesamt sechs Polizeiinspektionen in ihrem Bereich erstmals einen Sicherheitsbericht: „Wir wollen so mit allen ins Gespräch kommen“, hofft Ring, das Heft solle aufklären und informieren über die aktuelle Situation, aber auch die Arbeit der Polizei selbst vorstellen. Einen Einblick in einen wichtigen Part bei Ermittlungen gab es im zweiten Teil des Pressetermins in Soltau: Die dortige PI hat ein frisch zertifiziertes Zentrallabor in Betrieb genommen, in dem Spuren schnell und mit modernsten Methoden untersucht werden können.

Beim Blick auf die jüngere Entwicklungen in der Region stellt der Leiter der PI Heidekreis noch einmal klar: „Hier ist ein Urlaubsgebiet und wir haben ein Ankunftszentrum - beides sorgt in manchen Bereichen dafür, dass wir überproportional betroffen sind in einigen Fällen -, aber insgesamt ist die Lage in Ordnung.“ Mehr noch: „Wir sind sicher im Heidekreis“, so Stefan Sengel weiter, „sogar ein kleines Bisschen besser als der Landesdurchschnitt - und da sind wir stolz darauf.“

Doch: „Obwohl die Zahlen ’runter gegangenen sind, fühlen sich viele Menschen nicht mehr sicher“, gibt Ring zu bedenken. Es könne an der ständigen „Beschallung“ durch Internet und Medien liegen, an der allgemein angespannten Lage durch Corona und Krieg, natürlich am persönlichen Umfeld, aber vielleicht auch an populistischen Strömungen - oder an allem zusammen. Die genauen Ursachen für die Ängste vieler Bürger kenne auch der Polizeipräsident nicht, doch er weiß: „Viele Elemente beeinflussen das subjektive Sicherheitsempfinden.“ Reale Sicherheit und ebenso die „gefühlte“, das sei jedoch ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag, hebt er hervor.

Der Sicherheitsbericht soll hier einen Ansatz liefern, sich selbst ein Bild zu machen: In der gedruckten Version finden sich auf knapp 70 Seiten umfangreiche Infos, Fotos, Grafiken, Schaubilder, Statistiken sowie jede Menge Zahlen, Fakten und Erklärungen zur Organisation der Polizeidirektion Lüneburg und den einzelnen Polizeiinspektionen, zu den Dienststellen im Heidekreis, zu Kontakten, Präventionsgruppen und Social-Media-Kanälen sowie zur Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchsgewinnung. Im Heft zu lesen gibt es darüber hinaus reichlich Material rund um die Verkehrsunfallstatistik sowie die Kriminalitätsbekämpfung, Informationen über die Deliktbereiche im Detail, die Rolle der Polizei im Strafverfahren, aber auch historische Hintergründe und die Themen Demokratie und Toleranz: „Wir wollen uns mit der eigenen Geschichte der Polizei auseinandersetzen und widerstandsfähig gegen antidemokratische Einflüsse sein“, betont Ring.

Der Sicherheitsbericht solle übrigens kein internes Papier oder gar „Verschlusssache“ sein, so der Polizeipräsident: „Wir möchten Transparenz schaffen. Daher wird der Bericht auch für jeden einsehbar im Internet veröffentlicht werden.“

Einen Einblick in das neue Zentrallabor der Polizeidirektion Lüneburg am Standort Soltau werden jedoch nur wenige erhalten. Hier analysiert ein achtköpfiges Spezialistenteam der Kriminaltechnik wichtige Beweisstücke. „Das Pilotprojekt startete schon 2019 im Heidekreis“, so Ring, die Idee zu einem solchen Labor sei bereits 2017 aufgekommen, fügt Sengel hinzu. Insgesamt 400.000 Euro investierte das Land in bauliche Veränderungen sowie die Ausstattung, zu der DNA-Trockeräume mit vorgelagerter Schleuse, ein nass-chemisches Labor und verschiedene andere Spezialgeräte gehören. Michael Reiter, Leiter der forensischen Abteilung, und sein Team können nun Finger- und Schuhabdrücke, Werkzeugspuren sowie Haare, Hautpartikel und Sekretspuren sofort auswerten. „Das geht sehr viel schneller als früher, als wir noch fast alles einschicken mussten“, freut sich Sengel. „Die Bearbeitungszeit hat sich erheblich verkürzt“, fügt Reiter hinzu.

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