Speed-Dating - mal ganz anders

Vorbild-Unternehmerinnen geben ihre Erfahrungen in Kurzgesprächen weiter

Speed-Dating - mal ganz anders

Platzwechsel in schnellem Rhythmus, kurze Gespräche - und am Ende funkt‘s vielleicht. So etwa geht es beim Speed-Dating zu. Funken soll es auf jeden Fall auch bei einem Speed-Dating ganz anderer Art: „Weiblich - kreativ - motiviert - wie werde ich eine erfolgreiche Unternehmerin?“ ist eine jetzt in Soltau vorgestellte Aktion überschrieben, bei der Frauen, die sich selbständig machen wollen oder gerade gemacht haben, all’ ihre Fragen loswerden können. Und zwar an berufener Adresse: Auf der anderen Seite der Tische sitzen nämlich gestandene Unternehmerinnen, die viele der Antworten kennen dürften. Laufen soll dieses ungewöhnliche Speed-Dating am Donnerstag, dem 20. Februar, von 19 bis 21 Uhr im Hotel Luisenhöhe, Am Vogelpark 2, in Walsrode.

Hinter dieser Aktion stehen die drei Vorbild-Unternehmerinnen im Heidekreis - Antje Diller-Wolff, Carola Fernau und Anika Schön. Vorbild-Unternehmerinnen deshalb, weil sie sich als solche im Auftrag der Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums „FRAUEN unternehmen“ ehrenamtlich für die Förderung der Selbständigkeit von Frauen einsetzen. Rund 200 von ihnen gibt es in Deutschland: „Ein- bis zweimal im Jahr kommen wir bei einem bundesweiten Netzwerktreffen in Berlin zusammen und berichten unter anderem über erfolgreiche Aktionen“, erläutert Diller-Wolff. Eine davon sei das Speed-Dating, „das wir jetzt im Heidekreis anbieten wollen - schließlich muss man das Rad nicht immer neu erfinden.“

Was anderswo erfolgreich war, soll sich also auch in hiesigen Gefilden bewähren. Dazu Schön: „Wir möchten damit Jungunternehmerinnen und solche, die es werden wollen, ansprechen, aber auch Frauen, die bisher nur mit dem Gedanken an Selbständigkeit spielen, sind willkommen.“ Und Fernau: „Wir möchten damit die Möglichkeit bieten, von unseren Erfahrungen zu profitieren.“

Die Walsroderin und ihre beiden Mitstreiterinnen, allesamt auch Mitglieder im Unternehmerinnen-Netz (U-Netz) Heidekreis mit Fernau als Vorsitzender, haben dabei allerdings Verstärkung: Sie laden in Kooperation mit U-Netz und Koordinierungsstelle (Koo-Stelle) Frau & Wirtschaft Heidekreis ein. Deshalb sitzen auch mehr als nur die drei Organisatorinnen an den Tischen: „Wir konnten dafür zwölf Unternehmerinnen gewinnen“, so Birgit Prill, stellvertretende U-Netz-Vorsitzende.

Anders als beispielsweise in einem Existenzgründungsseminar soll es dabei dann nicht um harte Fakten wie etwa den persönlichen Businessplan gehen: „Wir wollen den Teilnehmerinnen statt dessen zunächst einmal Ängste nehmen, von denen der Schritt in die Selbständigkeit oft begleitet ist. Es gründen noch immer viel weniger Frauen als Männer, aber sie scheitern auch seltener. Wir wollen die Frauen deshalb ermutigen, auf diesem Weg voranzugehen“, erklärt Schön. Damit, so Verena Baden, mit Lena Heß Leiterin der Koo-Stelle, ergänze diese Aktion das normale Informationsangebot um einen persönlicheren Aspekt.

Das unterstreicht auch Diller-Wolff: „Es kann durchaus um sehr Individuelles gehen. Dabei gibt es keine Frage, die nicht gestellt werden kann.“ Die Antworten wiederum kommen dann nicht aus dem Lehrbuch, sondern aus dem Erfahrungsschatz der Unternehmerinnen.

Bis zu fünf von ihnen können die Teilnehmerinnen „daten“, um diese persönlichen Fragen zu erörtern. Da dies alles aber mit Speed-Dating überschrieben ist, „dauern die Kurzgespräche maximal vielleicht zehn Minuten. Dann kommt der Wechsel, um auch mit anderen sprechen zu können“, erläutert Schön.

Frauen, die dieses - kostenfreie - Angebot nutzen möchten, müssen sich dazu anmelden. Das sollten sie rechtzeitig tun, denn die Zahl der Teilnehmerinnen ist begrenzt. Anmeldungen sind per E-Mail an info@u-netz-heidekreis.de bis zum 15. Februar möglich.

Das Ergebnis dieses Speed-Datings, so kündigt Diller-Wolff an, werde am Ende auch ausgewertet: „Wir werden unsere Erfahrungen danach bilanzieren, um zu sehen, was etwa gut funktioniert hat oder was beim nächsten Mal geändert werden müsste. Diese Ergebnisse nehmen wir dann auch mit nach Berlin.“

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