Informationen zum Corona-Virus

Covid-19: Heidekreisklinikum gibt Tipps

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Im Landkreis Celle wurde jetzt eine Familie für 14 Tage unter Quarantäne gestellt, da einzelne Mitglieder vom Gesundheitsamt der Stadt Hamburg zum erweiterten Kontaktumfeld eines Mannes gezählt werden, bei dem eine Infektion mit dem Covid-19-Virus bestätigt wurden. „Es hat aber, und das möchte ich hier eindeutig betonen, keinen direkten Kontakt von Angesicht zu Angesicht der Celler Familie mit dem Patienten in Hamburg gegeben. Die von uns jetzt erlassene Maßnahme ist reine Vorsicht“, sagte Carsten Bauer, Leiter des Gesundheitsamtes beim Landkreis Celle.

Das Heidekreisklinikum (HKK) hatte schon Ende Januar über einen ersten Corona-Verdachtsfall berichtet, bei dem aber schnell „Entwarnung“ gegeben werden konnte. Am Freitag, den 28. Februar, teilte Pressesprecherin Nina Bernard nun mit, dass ein Patient sich im Krankenhaus in Soltau gemeldet habe, weil er befürchte, an Covid-19 erkrankt zu sein.

Vorsorglich sei dieser Fall direkt dem Gesundheitsamt Heidekreis gemeldet und in enger Absprache mit dem Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Andreas Happersberger, ein Abstrich genommen worden, obwohl der Patient am Freitag klinisch gesund war. Das Material wurde zur labortechnischen Untersuchung eingeschickt, die aber mehrere Tage dauert. Nina Bernard weist darauf hin, dass Menschen, die in Sorge sind, an Covid-19 erkrankt zu sein, zuerst telefonisch Kontakt zu ihrem Hausarzt, dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Telefon 116117 oder direkt dem Gesundheitsamt, Ruf (05162) 9709110, aufnehmen sollten. „Ein Verdachtsfall auf Covid-19 besteht nur, wenn man sich in einem der Risikogebiete aufgehalten hat, beziehungsweise tatsächlich Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Patienten bestand“, erläutert Nina Bernard weiter.

Coronaviren werden, wie das Heidekreisklinikum informiert, hauptsächlich „über Flüssigkeiten aus dem Respirationstrakt, also von Organen, die an der Atmung beteiligt sind, übertragen.“ Davon gingen die Wissenschaftler derzeit aus. „Das heißt: Wer zum Beispiel beim Niesen nicht nur das Taschentuch, sondern auch seine Hand ‚trifft‘ und mit dieser dann eine andere Person begrüßt, kann auf diese Weise das Virus übertragen.“

Wichtig sei: „Viren springen nicht. Viren werden übertragen, es ist also auch hier eine gute Händehygiene extrem wichtig! Auch wichtig: Wer niest oder hustet, soll Abstand zu Mitmenschen halten, sich wegdrehen oder in die Armbeuge oder direkt in ein Taschentuch niesen oder husten, das nach der Benutzung schnellstmöglich entsorgt wird.“

Ob das Virus auch auf sogenannten „unbelebten“ Oberflächen übertragen wird, sei momentan nicht erwiesen. Grundsätzlich empfiehlt es sich aber - wie stets - etwa Obst und Gemüse gründlich vor dem Verzehr zu waschen. Und: Sinn eines Mundschutzes sei es nicht, Gesunde vor einer Krankheit zu schützen, sondern Erkrankte sollen ihre Mitmenschen vor Ansteckung mit ihrer Erkrankung schützen.

Auf die Frage „Wie erkenne ich, dass ich an dem Coronavirus erkrankt bin?“ erläutert Nina Bernard, dass es kein eindeutiges Covid-19-Symptom gebe: Das Virus ruft grippeähnliche Beschwerden hervor, unter anderem Husten, Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen; manchmal auch Durchfall. Nimmt die Erkrankung einen schweren Verlauf, kann es zu Atemproblemen, Atemnot und einer Lungenentzündung kommen.

Wer zu einer an Covid-19 erkrankten Person persönlichen Kontakt hatte, sollte sich grundsätzlich an sein Gesundheitsamt wenden. Reisende aus den italienischen Regionen Lazio, Lombardei und Venezien - hier wurden Covid-19-Erkrankungsfälle gemeldet - die innerhalb von 14 Tagen nach ihrer Rückreise Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln, sollten nach telefonischer Anmeldung und unter Hinweis auf ihre Reise einen niedergelassenen Arzt aufsuchen. „Diese Personen sollten möglichst zu Hause bleiben und möglichst wenig Kontakte zu anderen Menschen haben, bis der Verdachtsfall bestenfalls ausgeschlossen wurde“, so Nina Bernard.

Die Frage nach der Dauer der Erkrankung können die Experten momentan noch nicht mit Gewissheit beantworten, „es werden die aktuellen Fälle noch genau beobachtet und ausgewertet“, wie die HKK-Sprecherin erklärt.

Wer verlässliche, seriöse Informationen suche, den verweist Nina Bernard auf das Robert-Koch-Institut (RKI), das neben dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung auch Quelle für die Tipps des Heidekreisklinikums sei. „Das RKI ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention. Kernaufgabe des RKIs sind die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten“, so Nina Bernard.

Genaue Informationen hat das Heidekreisklinikums auf seiner Homepage heidekreis-klinikum.de veröffentlicht.

Das Kultusministerium hat am vergangenen Freitag zudem Basisinformationen für Kindertageseinrichtungen und Schulen zu Covid-19 bereitgestellt. In dem Informationspaket werden die wichtigsten Hinweise für den Schulbereich und die Kindertageseinrichtungen im Umgang mit der neuartigen Infektionskrankheit zusammengefasst. So werden elementare Hygienemaßnahmen dargestellt, Informationen zu Schulfahrten gegeben und die zu beachtenden Meldewege bei Verdachtsfällen auf den Punkt gebracht. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife, Abstandhalten im Krankheitsfall sowie Husten und Niesen nur in Einwegtaschentücher oder die Armbeuge seien wichtiger denn je.

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