Inklusionsprojekt läuft weiter

Breidings Garten: Heilpädagoge Klaus Kistner verabschiedet

Inklusionsprojekt läuft weiter

Schon seit gut vier Jahren kommen sie immer am ersten Dienstag eines Monats, um Soltaus Breidings Garten zu besuchen - geistig und körperlich behinderte Erwachsene aus verschiedenen Einrichtungen im Heidekreis und im Landkreis Rotenburg. Der regelmäßige Abstecher in den malerischen Landschaftsgarten ist aber nicht reiner Selbstzweck: Unter dem Motto „Arbeit und Begegnung“ leisten sie hier leichtere Tätigkeiten auf dem weitläufigen Gelände und sind so Teil gelebter Inklusion. Dieser Ansatz geht zurück auf den Heilpädagogen Klaus Kistner aus der Stellichter Einrichtung Dr. Kruse: Kistner ist inzwischen in den Ruhestand gegangen und wurde am vergangenen Mittwoch, dem 17. Juli, auch in Breidings Garten verabschiedet.

Von seiten des Vereins Breidings Garten sind es Ulrike Zielke und Jürgen Rymarczyk, die sich um dieses Projekt kümmern. Letzterer war es auch, der für die Initialzündung sorgte: „Ich wußte, das Klaus Kistner so etwas auch in Neuenkirchen auf dem Schäferhof und dem Springhornhof gemacht hat.“ Er sprach den Heilpädagogen darauf an, und da auch die Arbeit für Breidings Garten gemeinnützig ist, konnte das Vorhaben 2015 anlaufen. Zuvor allerdings - also vor vier Jahren - stellten Kistner und Vorstandsmitglied Rymarczyk bei der Jahreshauptversammlung des Vereins Breidings Garten dieses Projekt mit behinderten Menschen vor und stießen auf offene Ohren.

Kistner selbst hat, wie gesagt, ähnliche Projekte schon vorher auf den Weg gebracht und erläutert: „Ich habe den Verein ‚Arbeit und Begegnung‘ bereits im Jahr 2000 gegründet. Er ist quasi der Ideengeber, während der Partner - also in diesem Fall Breidings Garten - für die Arbeit und die nötigen Gerätschaften sorgt. Das geschieht hier mit großen Einsatz.“

Wirklich schwierige Tätigkeiten sind es nicht, die dabei auf die Gäste warten: „Dabei geht es etwa um das Harken von Grasschnitt, das Einsammeln von Baumschnitt oder das Auflesen von Äpfeln“, berichtet Zielke. Für die maximal zwölf Personen, die einmal monatlich für rund zwei Stunden diese Arbeit mit ihren Betreuerinnen und Betreuern erledigen, ist dies indes ein wichtiger Termin, der nicht nur Abwechslung, sondern auch Bestätigung bringt. Dazu Kistner: „Es geht darum, Menschen mit starker geistiger Behinderung, deren Arbeit nicht wirtschaftlich orientiert sein kann, eine sinnvolle Beschäftigung zu bieten. Das steht im Mittelpunkt, aber auch das Treffen mit anderen Leuten ist wichtig.“ Und Zielke ergänzt: „Der Mensch steht also im Vordergrund.“

Dabei soll die Gruppe durchaus nicht unter sich bleiben. Im Mai und im Juni 2018 beteiligte sich beispielsweise eine 10. Klasse des Gymnasiums Soltau an der Aktion. Und auch sonst ist dieses Inklusionsprojekt, das sich um Arbeiten im Landschaftspark dreht, für alle offen. So betont Rymarczyk: „An dieser Dienstagsaktion kann sich jeder auch ohne Vereinsmitgliedschaft beteiligen.“

Mit Kistners Schritt in den Ruhestand ist das Projekt natürlich nicht beendet: Seine Nachfolge übernimmt Tina Mantovani und setzt diese Arbeit gemeinsam mit Sabine Martin fort.

Wer sich für dieses Inklusionsprojekt interessiert und vielleicht in Breidings Garten mithelfen möchte, kann dazustoßen: Der nächste Termin steht am Dienstag, dem 6. August, um 10 Uhr auf dem Programm. Treffpunkt ist an der Villa des Landschaftsparks.

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