Insgesamt 5.500 Gäste kamen zum „Schnucken gucken“

Erfolg schon in erster Saison für „Soltauer Heideschnuckenschäferei“

Insgesamt 5.500 Gäste kamen zum „Schnucken gucken“

Mit einem solchen Erfolg hätte der Initiator der „Soltauer Heidschnuckenschäferei“ in der ersten Saison nicht unbedingt gerechnet: „Wir haben etwa 5.500 Besucher gezählt“, freut sich Wilfried Worch-Rohweder. Sie alle kamen zum „Schnucken gucken“: Vom 1. August bis zum 13. September erlebten Einheimische und Touristen täglich um 17 Uhr den Heidschnucken-Eintrieb am Soltauer Wacholderpark. Doch nicht nur das lockte so viele Interessierte auf die Heidefläche vor den Toren der Böhmestadt: Dort gab es vorab noch Informationen rund um die Kulturlandschaft Heide sowie zu Schnucke und Biene, außerdem konnten Besucher an einem Stand entsprechende Produkte kaufen. Ebenfalls ein „Renner“: Die Patenschaften für die Tiere der Herde. Die enorme Resonanz stimmt Worch-Rohweder und seine Mitstreiter zuversichtlich, das Projekt fortzuführen und Schritt für Schritt auszubauen. Eine Rückschau und einen Ausblick gab die Gruppe am vergangenen Donnerstag bei einem Pressegespräch.

Eng verbunden mit dem Förderverein „Soltauer Heidschnuckenschäferei“ ist der Soltauer Salzsiederverein 08. Worch-Rohweder holte als dessen Vorsitzender unter anderem Fritz van Rechtern von den „Soltauer Bleiläusen“ mit ins Boot: Der Buchdrucker übernahm die Gestaltung der Patenschaftsurkunden. Und die gingen weg wie die sprichwörtlichen „warmen Semmeln“: „Alle Patenschaften waren schon in den ersten 14 Tagen vergeben“, so Worch-Rohweder. Gut 50 Heidschnucken und ein Bock sowie die vier Ziegen der Herde fanden so schnell „zweibeinige Fürsorger“, die den Vierbeinern einen Namen geben durften: „Rund 90 Prozent der Paten sind Soltauer“, erläutert der Initiator, „und zwar nicht nur Einzelpersonen oder Paare, sondern auch zahlreiche Kindergärten, Schulen, Firmen und andere Einrichtungen übernahmen eine Patenschaft.“

Die läuft über fünf Jahre bei einem jährlichen Beitrag in Höhe von 37 Euro: „Man wird damit automatisch Mitglied im Förderverein (zwölf Euro), die restlichen 25 Euro fließen in Aufwendungen für Schnuckenschur, Entwurmung, Klauenpflege und weiter Versorgung. Auf der Urkunde, die jeder Pate für „sein“ Tier erhält, ist der Name der Schnucke oder Ziege eingetragen sowie deren Geburtsjahr mit Monat und die Ohrmarkennummer. Doch die Paten sollen laut Worch-Rohweder mehr bekommen als nur ein Stück Papier: „Wir wollen die Leute mitnehmen bei der weiteren Entwicklung, mindestens zweimal pro Jahr zu Patenschaftstreffen einladen, ihnen Informationen über die Herde und das Projekt zukommen lassen.“

Und die Paten haben auch nach den Wochen des Heidschnucken-Eintriebs weiterhin „Besuchsrecht“: Nach Voranmeldung dürfe jeder gern vorbeikommen, um „sein“ Tier zu sehen, lädt Matthias Schüler ein. Der Schäfer, der ebenfalls zu den Soltauer Salzsiedern gehört, kümmert sich um die Herde. Die sei noch bis Ende September auf der Heidefläche am Wacholderpark unterwegs, dann gehe es vom dortigen Schafstall ins Winterquartier. Dafür werde zur Zeit auf einem Areal im Hinterland der Straße An der Weide ein Unterstand für die Schnucken und Ziegen hergerichtet, fügt Worch-Rohweder hinzu. Auch dort seien Besuche der Paten nach Absprache gern gesehen.

Der Heidschnucken-Eintrieb mit den zusätzlichen Programmpunkten vom Verkaufsstand über die Patenschaften bis hin zu den Hütehundevorführung mit Schäferin Dagmar Kirchhoff „war insgesamt eine runde Sache“, resümiert der Vorsitzende des Salzsiedervereins. Mit insgesamt rund 5.500 Besuchern in nur sechs Wochen sei es „als touristisches Event eine echte Hausnummer geworden“, so Worch-Rohweder.

„Jetzt werden wir sehen, wie es weitergeht.“ Ideen habe er zusammen mit seinen Mitstreitern jedenfalls schon reichlich: „So wollen wir ab nächstes Jahr etwa Knipp und weitere Speisen und Getränke anbieten“, zudem könnte er sich vorstellen, einen Steinhaufen aufzuschütten, um ein Refugium für den Steinschmätzer anzulegen und den seltenen Vogel dort anzusiedeln. Sein Traum sei eine Art Kinderbauernhof - aber das sei noch Zukunftsmusik. Der Initiator möchte für die weitere Entwicklung der „Soltauer Heidschnuckenschäferei“ auf jeden Fall den Nachwuchs begeistern.

Tierischer Nachwuchs ist jedenfalls für das kommenden Frühjahr zu erwarten: Mit bis zu 60 Lämmern rechnet Schüler, der 2021 zur Heideblüte dann mit einer deutlich größeren Herde zum Wacholderpark zurückkehren wird. Auch für die Jungtiere werden in der kommenden Saison wieder Patenschaften vergeben, so der Schäfer: „Eine Paten-Warteliste für den Nachwuchs nächstes Jahr gibt es schon.“

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