Instrumentenbauer, Klangforscher, Geräuschsammler - und Musiker

„Soltau macht Töne“: Ferdinand Försch am 10. September beim Konzert erleben und am 19. September in der Ausstellung im Museum

Instrumentenbauer, Klangforscher, Geräuschsammler - und Musiker

Ende August wurde im Museum der Böhmestadt die Ausstellung „Soltau macht Töne“ eröffnet, die noch bis zum 10. Oktober die Arbeiten von vier in Soltau lebenden Instrumentenbauern zeigt (HK berichtete). „Besonders beeindruckt war das Publikum bei der Eröffnung von Ferdinand Försch“, freut sich Gerd Röders von der Kulturinitiative Soltau, die die Reihe zusammen mit dem hiesigen Kultuerverein und dem Heimatbund ausrichtet. Bevor Försch am 19. September von 14 bis 17 Uhr im Museum seine Instrumente vorstellt, gibt er am kommenden Freitag, dem 10. September, um 20 Uhr ein Konzert in der „Tonhalle“ in Weiher. Unter dem Titel „BioMaschine“ kommen zum Teil Instrumente zum Einsatz, die der Musiker in Soltau gebaut hat.

Ein Künstler wie Ferdinand Försch, geboren 1951 in Bad Brückenau, passt in keine Kategorie: Er ist Klangforscher, Geräuschsammler, Tontechniker, Instrumentenbauer, Bildhauer und Schlagzeuger in einem. Viele Jahre betrieb er in Hamburg das „KlangHaus“ als experimentelles Forum für Konzertveranstaltungen, Ausstellungen und Performances. Mittlerweile haben seine raumgreifenden Klangskulpturen ein vorübergehendes Domizil in Soltau gefunden. „Försch sucht noch nach einem Ort um diese auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, so Röders. Der Musiker lebt und arbeitet seit einiger Zeit in einem ehemaligen Verwaltungsgebäude und nutzt es als Atelier, Studio und Ausstellungsraum.

Anfang der 1980er Jahre lernte der ausgebildete Percussionist den amerikanischen Avantgarde-Komponisten John Cage kennen, der ihn für sein weiteres Schaffen inspiriert hat. Seither entwickelt und baut Försch neuartige Musikinstrumente und Klangskulpturen. Und für sie schreibt er seine Kompositionen, die er weltweit bei Performances und Konzerten aufführt. Im Wechselspiel von Klang und Visualisierung entstanden aus Intervallabfolgen wie c-a-g-e und b-a-c-h skulpturale Arbeiten, also Bilder, Plastiken und Installationen, die sich dem Betrachter gleichermaßen auf optischem wie auf musikalischem Wege erschließen.

Im Rahmen der Ausstellung wird er ein Konzert in der „Tonhalle“ in Weiher geben. Dabei wird er eigene Kompositionen auf seine eigenen, zum Teil in Soltau gebauten Instrumenten vorstellen. „Diese Harfenähnlichen Instrumente erzeugen Klänge, die sowohl an den Gitarrensound psychedelischer Bands der siebziger Jahre erinnern als auch komplett neue, nie gehörte Klänge erzeugen“, beschreibt Röders das Spektrum, auf das sich Besucher freuen können. „Dass ganze ist dabei aber durchaus hörbare, rhythmisch abwechslungsreiche und musikalisch spannende Musik.“

Das Konzert erhält mit dem besonderen Gebäude am Kuhdamm vor den Toren Soltaus zudem eine spezielle und passende Kulisse: Die „Tonhalle“ ist eine alte Industriehalle, in der ehemals Steine hergestellt wurden. „Sie überrascht durch ihre schiere Größe und Höhe und bildet das richtige Ambiente für ein Konzert von Försch“, so Röders. Sie dient zugleich als „Festivalspielort“ der Reihe „Soltau macht Töne“ und liegt am Ortseingang von Soltau im Ortsteil Weiher auf dem Gelände der Firma G.A.Röders. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Soltau-Touristik.

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