„Irgendwann müssen wir ja mal anfangen“

Soltauer CDU stellt ihre Ideen zur Erweiterung der Fußgängerzone vor

„Irgendwann müssen wir ja mal anfangen“

Einen ersten Schritt hat die Soltauer CDU-Fraktion bereits getan: In der jüngsten Ratssitzung hat sie in einem Antrag die Erweiterung der Fußgängerzone angeregt, und zwar um den Bereich Wilhelmstraße und Poststraße von der Löwenapotheke bis zum Rathaus und um einen kleinen Teil der Mühlenstraße. Ein ehrgeiziges Ansinnen, mit dem sich der Bauausschuß befassen wird und das Soltaus Zentrum grundlegend verändern könnte. Das, so CDU-Fraktionschefin Heidi Schörken, „ist zwar groß gedacht, aber irgendwann müssen wir ja mal anfangen.“

Unter dem Motto „CDU hört zu“ suchen die Christdemokraten bei verschiedenen Veranstaltungen das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern, um sich mit deren Anliegen zu befassen. Diese Themen, so CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Ratsfrau Elke Cordes, seien dann in einer gemeinsamen Klausur von Stadtverband und Fraktion behandelt und zum Teil als Anträge für den Rat formuliert worden.

So auch der Wunsch nach einer Erweiterung der Fußgängerzone, nach wie vor die einzige im Heidekreis. Hier sieht die CDU die Möglichkeit, den Bereich von Löwenapotheke bis Rathaus einzubeziehen und im Zuge der Neubetrachtung des Rathausquartiers und des Isek 2035 noch weitere Entwicklungen in Gang zu setzen. Vor allem die bereits vorgestellten Pläne der Volksbank Lüneburger Heide sind für die CDU-Überlegungen von Vorteil: So will die Volksbank ihr altes Gebäude in der Wilhelmstraße durch ein neues ersetzen und dabei mit einer neuen Straße, die an der Böhmebrücke von der Wilhelmstraße abzweigt und am Volksbank-Parkplatz entlang zur Mühlenstraße führt, für einen besseren Verkehrsfluß sorgen (HK berichtete).

Eine solche Verkehrsführung paßt auch in die Pläne der CDU, wobei die neue Straße über die Mühlenstraße hinaus und den heutigen Schulhof der Freudenthalschule bis zur Poststraße nördlich des neuen Rathauses quasi als „Nordumgehung“ weiterverlaufen müßte. Anders ließe sich der Verkehr kaum aus Post- und Wilhelmstraße heraushalten.

Eine Erweiterung der Fußgängerzone an dieser Stelle, so Ratsherr Volker Wrigge, biete sich an, anderswo sei es schwierig: „Dieser Bereich ist einer der wenigen, in denen wir noch etwas machen können.“ So sieht die CDU diverse Vorteile, insbesondere bei der positiven Gestaltung des Bereiches zwischen Volkshochschule und alter Bürgermeistervilla: Die Schaffung nicht nur urbaner Plätze und Grünbereiche, sondern auch großzügiger Parkmöglichkeiten gehört dazu. Zudem könnten größere und damit zeitgemäßere Verkaufsflächen für den Einzelhandel entstehen. Auto- sowie Fußgänger- und Radverkehr ließen sich trennen, moderneRadwege könnten geschaffen werden. Insgesamt könnte dies zu einer Stärkung von Einzelhandel, Gastronomie und touristischen Anbietern führen.

„Wir haben bisher eine Vision, eine Idee. Gerade in diesem Bereich ist nicht alles optimal, und so sollte die Überplanung des Rathausquartiers im Sinne einer solchen Erweiterung erfolgen. Wir haben noch kein Konzept und sehen unseren Antrag als Anregung, das muß Schritt für Schritt vor sich gehen“, unterstreicht Wrigge. Dies bekräftigt auch CDU-Ratsherr und Ratsvorsitzender Peter Hoppe: „Es ist gut, wenn das schon jetzt in die Planung kommt, denn es warten dicke Bretter.“ Und Fraktionskollege Hermann-Billung Meyer: „Ein solches Vorhaben muß schon jetzt bei den laufenden Verkehrsplanungen berücksichtigt und mit anderen Entwicklungen verzahnt werden.“ Tatsächlich würde eine solche Fußgängerzonenerweiterung vieles berühren, beispielsweise den Einzelhandelsschwerpunkt Almhöhe, wenn in der Innenstadt attraktive, weil größere Ladenflächen entstünden. „Und es gibt noch viele ungeklärte Dinge“, weiß Wrigge. So müßte die Freudenthalschule tatsächlich, wie derzeit geplant, in den Bereich der alten Pestalozzischule umziehen. Auch für die Kreuzungsgestaltung müßte es eine Lösung geben. Und vor allem muß geklärt sein, ob die Bundesstraße 71, die ja auf Post- und Wilhelmstraße verläuft, überhaupt verlegt werden kann. Schließlich müssen Bundesstraßen bestimmte Voraussetzungen - schon allein, was die Breite betrifft - erfüllen. Eigenmächtig geht das ohnehin nicht, die entsprechenden Behörden müssen zustimmen.

Jetzt hoffen die Christdemokraten aber erst einmal auf eine positives Echo von der Stadt und wollen im weiteren Verlauf „viele Stimmen“ hören - vom Handel bis hin zu den Bürgerinnen und Bürgern. Dazu Schörken: „Vielleicht haben die Bürger ja auch noch Ideen. Wir wollen die Leute mitnehmen, wenn es soweit ist.“ Das Vorhaben der CDU sei mittelfristig gedacht, „wenn wir also alles in etwa zehn Jahren umgesetzt hätten, wäre das schon gut“, so die Fraktionschefin. Und Wrigge: „Das ist fast wie beim Bau der Fußgängerzone Anfang der 80er Jahre. Jetzt wäre nochmal ein ähnlich großer Wurf möglich - allerdings ohne alte Häuserzeilen zu berühren.“

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