Jetzt klappt’s doch noch mit dem Umzug

Volksbank ab 22. Juni in neuem Domizil / Neubauplanung mit Problemen

Jetzt klappt’s doch noch mit dem Umzug

Mit fast dreimonatiger coronabedingter Verzögerung kann es nun doch losgehen: In dieser Woche zieht die Volksbank Lüneburger Heide in Soltau um, und zwar nach „schräg gegenüber“ in das ehemalige Gebäude der Kreissparkasse (KSK) Soltau in der Poststraße. Dazu Volksbank-Regionaldirektor André Panier: „Ab Montag, dem 22. Juni, stehen wir unseren Kunden dann an dieser Adresse zur Verfügung.“ Dieser Umzug auf Zeit ist quasi der Startschuss für ein großes Projekt, das nicht nur Abriss und Neubau der Volksbank am bisherigen Standort umfasst, sondern auch den Bau einer Straße, die zwischen dem neuen Gebäude und der Böhme in die Wilhelmstraße münden soll (HK berichtete).

Das alte Volksbank-Gebäude, geprägt von An- und Umbauten der vergangenen Jahrzehnte und in seinen Kapazitäten ausgereizt, soll einem Neubau weichen. Und der ist Teil eines Gesamtkonzeptes, in dessen Rahmen der Bereich zwischen Mühlenstraße und Böhmebrücke - die obengenannte neue Straße inklusive - ein neues Gesicht bekommen soll.

Am Anfang steht hier der Umzug der Volksbank in ein Übergangsdomizil, um das Altgebäude abreißen zu können. Und da standen die Sterne gut für das Geldinstitut, denn schräg gegenüber bietet die ehemalige KSK-Filiale alles, was das Bankerherz begehrt: „Wir haben das komplette Gebäude von der Kreissparkasse gemietet. Das war ein Glücksgriff - nicht nur wegen der Nähe, sondern auch wegen der Ausstattung, die beispielsweise Schließfächer bietet und andere Erfordernisse einer Bank erfüllt“, betont Pannier. Selbst einen Kundenparkplatz gebe es hinter dem Haus.

Dort, in der oberen Etage, sind bereits zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der „Kreditsachbearbeitung Privatkunden“ tätig. Sie waren schon vor den coronabedingten Einschränkungen umgezogen. In dieser Woche, so Pannier, „werden weitere 20 unserer Leute folgen.“ Sie werden dann auch den Rest des Gebäudes mit geschäftigem Treiben erfüllen. Die alte Volksbank ist damit aber noch nicht „entvölkert“: Weitere 20 der insgesamt 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bleiben noch dort, damit es im neuen Domizil nicht zu eng wird. Erst dann, wenn es weitere Lockerungen der Corona-Auflagen gebe, so Pannier, könnten auch sie umziehen: „Dann wäre das Gebäude frei und könnte abgerissen werden. Aber ob das im August, Oktober oder sonst irgendwann sein wird, können wir jetzt noch nicht sagen.“

Was der Regionaldirektor derzeit ebenfalls noch nicht genau sagen kann, ist, wie es dann mit dem Neubau weitergehen soll. Denn offenbar sind hier Probleme zutage getreten: „Unser Projekt mit dem Bau der neuen Straße wäre ein Eingriff in die Wilhelmstraße, die im Zuge der Einmündung unter anderem verbreitert werden müsste. Die Wilhelmstraße ist aber eine Bundesstraße. Und für die gilt, dass vorgesehene Eingriffe ein mehrstufiges Audit-Verfahren auslösen. Bevor man den Spaten in die Erde stecken kann, müssen die Planungen mindestens drei Audit-Phasen durchlaufen“, berichtet Pannier.

Diese Prüfungen, so der Regionaldirektor weiter, führten zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen - auch für den Neubau. Dies deshalb, weil der Bebauungsplan derzeit an das Verkehrskonzept des Planers gekoppelt sei: „Nach der offiziellen Verabschiedung dieses Verkehrskonzeptes müssten wir etwa drei bis dreieinhalb Jahre warten, bevor wir mit dem Bau beginnen könnten. Das war schon ein gewisser Schock, als wir das erfahren haben. Und damit hat sich uns auch die Frage gestellt, ob wir soviel Geduld haben.“

Natürlich will die Volksbank mit dem Start ihres Neubaus nicht so lange warten, sondern schneller aktiv werden. Und laut Pannier stehen die Zeichen dafür gut: „Das Verkehrskonzept bleibt weiterhin bestehen, aber es zeichnet sich eine Lösung ab, vielleicht schon vorher mit den Bauarbeiten beginnen zu können.“ Einzelheiten mochte der Regionaldirektor vorerst nicht nennen, „weil wir uns hier noch in enger Abstimmung mit der Stadt befinden. Wir hoffen hier auf eine zeitnahe Entscheidung.“

Was aber bereits - schon vor Corona - mit den Stadtwerken Soltau vereinbart worden sei: „Nach dem Abriss verlegen die Stadtwerke die unter dem jetzigen Bürgersteig befindlichen Versorgungsleitungen weiter zum künftigen, nach hinten versetzten Gebäude hin und können in diesem Zuge auch leichter mit ihren Kanalrenovierungsarbeiten in der Wilhelmstraße fortfahren.“

Aber zurück zum Tagesgeschäft der Volksbank, das sich vom 22. Juni an im neuen Domizil abspielt: „Durch die Corona-Krise hat sich einiges verändert. Dabei ist die Nachfrage nach digitalen Lösungen altersunabhängig deutlich angestiegen. Jetzt nimmt aber auch der klassische Kundenverkehr, der sehr stark zurückgegangen war, wieder zu. Ob und wie sich die Corona-Krise insgesamt dauerhaft auf das Kundenverhalten niederschlägt - also etwa durch weiterhin verstärkte Nutzung digitaler Lösungen - werden wir erst in einem Jahr beurteilen können“, so Pannier.

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