Kinder- und Jugendhospizdienst Calluna freut sich über Dienstwagen zum Nulltarif

Volksbank-Regionaldirektor André Pannier übergibt „VW up“ im Wert von 12.730 Euro

Kinder- und Jugendhospizdienst Calluna freut sich über Dienstwagen zum Nulltarif

Weiß ist seine Grundfarbe, auf den Hintertüren des kompakten Viertürers prangt das markante Volksbank-Logo. In blauen Lettern steht auf der Motorhaube, wer mit dem Wagen unterwegs ist: der „Kinder- und Jugendhospizdienst Calluna e.V.“. Dessen hauptamtliche Koordinatorin Claudia Demitz konnte es kaum fassen, als sie einen Anruf von André Pannier erhielt. Der Regionaldirektor der Volksbank Lüneburger Heide hatte sie vor einiger Zeit mit der frohen Botschaft überrascht, dass die Bank dem Kinder- und Jugendhospizdienst einen nagelneuen Dienstwagen spendieren wird. Und den können die ehrenamtlichen Kinderhospizbegleiterinnen und -begleiter, die Familien unterstützen, in denen ein Kind oder Jugendlicher lebensverkürzend erkrankt ist, mehr als gut gebrauchen. Am heutigen Mittwoch präsentierten Pannier und Hospizdienst-Vorsitzende Angela Schreiber den „VW up“ im Wert von 12.730 Euro auf dem Parkplatz vor den Vereinsräumen im Soltauer Gewerbegebiet Almhöhe.

„Das ist eine wirklich tolle Sache und sehr, sehr hilfreich“, betonte Schreiber. Bislang sind Koordinatorin Demitz und die Ehrenamtlichen des Vereins mit Privat-Pkw zu „ihren“ Familien gefahren. Weil nicht jeder Haushalt über zwei Fahrzeuge verfügt, mussten sich einige der Kinderhospizbegleiterinnen und -begleiter hin und wieder auch von ihren Partnern beziehungsweise Partnerinnen zu den Terminen chauffieren lassen. „Wir sind im gesamten Heidekreis unterwegs, teils auch darüber hinaus. Wir haben uns bewusst nicht festgelegt, sondern sind da, wo wir gebraucht werden“, so Schreiber. Der Verein habe derzeit etwa 80 Mitglieder, aktuell kümmerten sich 16 Ehrenamtliche um die Betreuung der betroffenen Familien. „Die Begleitung richtet sich dabei jeweils ganz nach den Wünschen, Bedürfnissen und Ressourcen der Kinder und der Familien“, erläuterte Schreiber.

Auch das Team des Kinder- und Jugendhospizdienstes hat die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit voller Wucht zu spüren bekommen, insbesondere im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und der damit verbundenen Spendenbereitschaft. „Vor der Coronakrise haben wir uns mit Ständen auf Flohmärkten, Festen und anderen Veranstaltungen präsentiert, manchmal sogar in drei Städten gleichzeitig. Die Absage dieser Veranstaltungen trifft natürlich alle Vereine. Wir zum Beispiel haben derzeit Spendeneinbußen von 90 Prozent“, erklärte die Vorsitzende.

Aber auch auf die praktische Arbeit hat sich die Coronakrise ausgewirkt. Wie überall sind Auflagen und Regeln zu beachten, Möglichkeiten zum ungezwungenen Austausch, zum Beispiel das beliebte Familienfrühstück, fallen weg. „Manche Familien hatten wegen Corona auch Angst und haben sich erst einmal total abgeriegelt“, berichtete Schreiber. So langsam normalisiere sich das Ganze jedoch wieder: „Unsere Koordinatorin und unsere Ehrenamtlichen haben schon wieder sehr viele Termine.“

Der Verein sucht nach wie vor Ehrenamtliche, die sich einbringen möchten. „Am 1. August beginnt bei uns ein neuer Befähigungskurs zur Kinderhospizbegleiterin beziehungsweise zum Kinderhospizbegleiter“, erkärte die Vorsitzende: „Aufgrund von Corona können wir diesmal aber nur fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer annehmen. Natürlich halten wir uns auch im Kurs an alle Hygienemaßnahmen.“

„Ich habe großen Respekt vor der wichtigen Arbeit, die hier geleistet wird“, betonte Pannier, „gerade als Vater zweier Kinder. Seit vielen Jahren gibt es das Projekt VR-Mobile. Die Mittel stammen aus den Reinerträgen der VR-Gewinnspargemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Neben den regelmäßigen Ausschüttungen an soziale und gemeinnützige Einrichtungen werden zentral Gelder aufgespart, um Ehrenamtliche auch mit größeren Anschaffungen - wie eben Fahrzeugen -unterstützen zu können“, so Pannier: „Und so gibt es einmal pro Jahr je Landkreis die Möglichkeit, ein VR-Mobil zu vergeben an Institutionen, die ehrenamtlich tätig sind und die vor allem ein Auto brauchen. In der Regel hat ein gemeinnütziger Verein nicht die Mittel, um sich ein Fahrzeug zuzulegen. Und der Kinder- und Jugendhospizdienst Calluna ist ein Verein, dessen Mitglieder sehr viel unterwegs sind.“

Ihren neuen Dienstwagen zum Nulltarif haben Mitglieder des Vereins übrigens bereits im Juni direkt beim Hersteller in Wolfsburg abgeholt. „Eine Werksführung gab es wegen der Corona-Bestimmungen leider nicht, aber es war trotzdem aufregend“, so Schreiber: „Der Wagen wird bei uns nun in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt. Unsere Ehrenamtlichen können zu ‚ihren‘ Familien fahren, können kleine Ausflüge mit den Kindern und den Geschwistern machen, und wir können den Wagen auch in der Öffentlichkeitsarbeit einsetzen.“

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