„Kirchen und Kino“ zieht im Januar um

Vier Filme der Reihe laufen in Soltau, vier weitere im kommenden Jahr in Schneverdingen

„Kirchen und Kino“ zieht im Januar um

Bereits am Montag, den 16. September, startet die Reihe „Kirchen und Kino“ in die nächste Saison. In bewährter Weise kooperieren in Soltau, dem ökumenischen Sinn der Filmreihe entsprechend, die beiden evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Luther und St. Johannis, die selbständig-lutherische Ziongemeinde und die katholische Gemeinde St. Maria vom heiligen Rosenkranz mit dem Dersa-Kino. Allerdings nur noch für vier Termine: Da, wie Pastor Claus Conrad (St. Johannis) beim Pressegespräch am Dienstag, dem 10. September, erklärte, das Kino in Soltau zum Jahresende schließt, werden die letzten vier Filme in Schneverdingen zu sehen sein. „Wir sind froh, dass das Lichtspiel als Kooperationspartner eingesprungen ist“, hob Conrad hervor.

Das ökumenische Projekt „Kirchen und Kino - der Filmtipp“ hatte sich zuerst in mehreren Städten Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens etabliert und läuft seit dem Jahr 2014 auch in Soltau. Zu sehen sind Filme, die von der evangelischen und katholischen Filmarbeit in Deutschland und der Schweiz als Film des Monats oder als Kinotipp der katholischen Filmkritik hervorgehoben wurden. Die beteiligten Kinos, so Pastor Conrad, votierten dann für ihre Favoriten: Rund 250 prämierte Streifen, die nicht älter sind als zwei Jahre, stünden zur Auswahl. Anhand des Abstimmungsergebnisses werde schließlich die Reihenfolge der acht Filme festgelegt. Zu moderatem Eintrittspreis sind diese dann in den beteiligten Kinos zu sehen - ungefähr einmal im Monat.

Für die Soltauer habe sich die Frage gestellt, ob sie sich diesmal überhaupt beteiligen können, da ja zur Hälfte der Veranstaltungsreihe das Dersa-Kino nicht mehr zur Verfügung stehe, erläuterte Conrad. Doch das Schneverdinger Kino Lichtspiel sei eingesprungen, so dass es zunächst weitergehen könne, zumindest für diese Saison. „Wichtig ist, dass sich dann nicht nur der Ort ändert, sondern auch die Uhrzeit“, hob Conrad hervor: In Soltau beginnen die Vorführungen um 20 Uhr, in Schneverdingen bereits um 19 Uhr. Und möglicherweise, merkte Werner Mader vom Lichtspiel an, werden die Eintrittskarten dann im Vorverkauf in Internet zu erwerben sein. Aber hier sind die beteiligten Partner noch im Gespräch. Noch ist auch nicht sicher, ob die Kooperation mit der nächsten „Kirchen und Kino“-Saison fortgesetzt wird: „Wir sind alle ehrenamtlich tätig“, erläuterte Mader. „Für eine ehrenamtliche Truppe ist jetzt schon viel zu tun.“ Ein weiterer Kinotermin einmal im Monat am Montag sei nicht so einfach umzusetzen.

Wie viele der Soltauer „Kirchen und Kino“-Interessierten sich auf den Weg nach Schneverdingen machen werden, können die Beteiligten im Augenblick noch nicht abschätzen. Allerdings, so Superintendent Peter Rehr (Zion), habe sich im Laufe der Zeit ein „Stammpublikum“ entwickelt, eine „feste Clique“ als Kern. Diese sollten, so die Einschätzung der Soltauer Organisatoren, auch den Ortswechsel mitmachen. Je nach Film kämen zu dieser Gruppe mal mehr, mal weniger Zuschauer hinzu.

Das aktuelle Programm „ist klasse“, so das Urteil von Fachmann Mader. Gerade der zweite Streifen, „Gundermann“, sei ein großartiger, sehr vielschichtiger Film über das Leben in der DDR.

Der Startschuss fällt am Montag, dem 16. September, mit „Shoplifters“, einem japanischen Film aus dem Jahr 2018 über eine Familie von Dieben und Lebenskünstlern, die ein verwahrlostes Mädchen aufnimmt. Am 14. Oktober folgt dann „Gundermann“ über den gleichnamigen Liedermacher aus der DDR. „Die Frau des Nobelpreisträgers“ ist am 28. November zu sehen. Und als letzte Vorstellung in Soltau läuft am 9. Dezember „Gegen den Strom“ aus Island: Eine militante isländische Umweltaktivistin erfährt, dass ihrem fast vergessenen Antrag auf Adoption eines Waisenkindes doch noch stattgegeben wird...

Am 13. Januar steht dann der erste Film in Schneverdingen auf dem Plan: Zu sehen ist „Girl“, ein belgischer Film aus dem Jahr 2018, über die körperlichen und seelischen Kämpfe einer jungen Transfrau. „Capernaum - Stadt der Hoffnung“ läuft am 10. Februar. Eine deutsche Ärztin, die auf ihrer Segeltour über den Atlantik auf ein havariertes Flüchtlingsschiff trifft, ist der Mittelpunkt des filmischen Kammerspiels „Styx“ am 16. März. Beendet wird die Reihe mit „Fridas Sommer“ am 20. April: Die sechsjährige Frida zieht nach dem Tod ihrer Mutter zum Onkel und dessen Familie. Sie hat nicht nur mit ihrer Trauer zu kämpfen, sondern muss auch mit ihrer Stiefschwester auskommen.

Ein ausführliches Programm zu „Kirchen und Kino“ finden Interessierte in den Kinos in Soltau und Schneverdingen, den beteiligten Gemeinden und weiteren öffentlichen Stellen. Dafür, dass die Faltblätter und Plakate gedruckt werden konnten, sorgte die Kreissparkasse Soltau als Kultursponsor. 400 Euro hat das Geldinstitut insgesamt zur Verfügung gestellt.

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