Konzeptionelle Neuausrichtung

Kreissparkasse Soltau blickt zurück auf erfolgreiches Jubiläumsjahr 2018

Konzeptionelle Neuausrichtung

Für die Kreissparkasse Soltau war 2018 ein „Fest-Jahr“: „Die Kreissparkasse Soltau hat gemeinsam mit den Menschen im Geschäftsgebiet ihren 150. Geburtstag gefeiert. Das hat uns bewegt und berührt, und wir haben uns gefreut, daß wir viele Menschen in der Region mit unseren Jubiläumsaktionen erreicht haben“, erklärte KSK-Vorstandsmitglied Stefan Kreipe am vergangenen Montag beim Bilanzgespräch in Soltau. Er und Vorstandvorsitzender Dr. Matthias Bergmann kamen aber nicht nur auf die verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen zum 150. zu sprechen, sondern sie blickten natürlich ebenso auf die Finanzen: Und auch hier waren die Vorstände mit den Ergebnissen des Jubiläumsjahres zufrieden: „Das Geschäft ist solide“, faßte der KSK-Chef zusammen, die Kreissparkasse Soltau sei mit ihrer konzeptionellen Neuausrichtung auf Erfolgskurs. Im Ausblick auf künftige Entwicklungen und Veränderungen setzte das Geldinstitut zwar auf stärkere Digitalisierung, wolle aber auch den direkten Kontakt zum Kunden ausbauen.

„Unsere Bilanzsumme lag zum Ende 2018 bei 1,08 Milliarden Euro (Vorjahr 1,05 Milliarden Euro). Der Zuwachs von 2,8 Prozent resultiert aus dem gestiegenen Einlagen- und Kreditgeschäft mit unseren Kunden“, so Bergmann. Durch die anhaltende Niedrigzinsphase sei der Zinsüberschuß leicht auf 21,2 Millionen Euro zurückgegangen, der Provisionsüberschuß hingegen dank des intensivierten Wertpapier- und Versicherungsgeschäft auf 8,4 Millionen Euro gestiegen (Vorjahr: 7,4 Millionen Euro). „Kunden vertrauen der Kreissparkasse Soltau weiterhin bei Krediten, Geldanlagen und Immobilien. Investitionen in die Zukunft schaffen neue Perspektiven für die Kunden“, schaute Bergmann zurück auf 2018 - ein Jahr, in dem die Voraussetzungen für eine solche Stabilität nicht eben einfach gewesen seien: „Auf europäischer Ebene und in Deutschland sind die Rahmenbedingungen nach wie vor herausfordernd: So beendete die Europäische Zentralbank (EZB) im Dezember 2018 zwar ihr billionenschweres Anleihekaufprogramm, für den Sparer blieb der Zinssatz jedoch unverändert niedrig. Der Einlagenzinssatz von minus 0,4 Prozent blieb ebenfalls unverändert. Kreditinstitute müssen in der Folge Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der EZB überschüssige Liquidität parken.“ Die Zeit der Null- und Minuszinsen sei auch hierzulande eine sehr große Herausforderung für Anleger und die Kreditwirtschaft, so der Vorstandsvorsitzende weiter.

„Darüber hinaus führt insbesondere der Wandel des Kundenverhaltens zu notwendigen und massiven Veränderungen in der Finanzbranche. Die zunehmende Digitalisierung geht mit einer steigenden Komplexität und Veränderungsgeschwindigkeit einher, mit der es Schritt zu halten gilt.“ Die KSK reagiere auf diese Entwicklungen, erläuterte Bergmann: „Auch 2018 wurden in der Kreissparkasse Soltau wichtige Weichen gestellt, um das Haus angesichts der skizzierten Rahmenbedingungen erfolgreich und zukunftssicher aufzustellen. In sechs Projekten zu verschiedenen Themen, wie Digitalisierung, Vertrieb der Zukunft und Kommunikation haben sich zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihr eigenes Haus engagiert, um die maßgeblichen Voraussetzungen für einen Veränderungsprozeß zu schaffen. Gemeinsam arbeiten wir nunmehr konsequent daran, diese Themen zügig und erfolgreich umzusetzen.“ Bei der wirtschaftlichen Entwicklung habe die Kreissparkasse Soltau 2018 ein solides Ergebnis erzielt: „Wir konnten unseren Kreditbestand erneut ausweiten, stellen hohe Zuwächse bei unseren Kundeneinlagen fest und können unser Eigenkapital weiter stärken.“

Kreipe untermauerte dies mit konkreten Zahlen: „Im gesamten Kreditgeschäft konnten wir in 2018 einen Zuwachs von 5,4 Prozent verzeichnen. Die Forderungen an Kunden betragen damit 815,5 Millionen Euro (Vorjahr: 773,5 Millionen Euro).“ Er unterstrich zudem, daß die KSK die Investitionstätigkeit der Unternehmen in der Region partnerschaftlich begleite: „Für die Landwirtschaft zeichnete sich durch den sehr warmen und trockenen Sommer eine schlechte Ernte ab. Aus dieser Situation heraus hat die Kreissparkasse Soltau spontan ein Sonderkreditprogramm für Landwirte initiiert. Damit haben wir schnell und unbürokratisch unseren Kunden in der Landwirtschaft geholfen.“ Der Firmenkundenkreditbestand habe sich um rund 5,9 Prozent gesteigert und betrage nunmehr 419,0 Millionen Euro (Vorjahr 395,8 Millionen Euro). „Dieses Wachstum unterstreicht die Bedeutung unserer Sparkasse als maßgeblicher Finanzierer des Mittelstandes und der Region insgesamt. Die dem Wirtschaftskreislauf zugeführten finanziellen Mittel stärken die Wirtschaftskraft im Heidekreis.“ Das Kreditgeschäft mit Privatkunden sei um mehr als 4,6 Prozent auf 392,4 Millionen Euro (Vorjahr: 375,1 Millionen Euro) ausgeweitet worden, so der Vorstand weiter, „damit sind wir die Nummer 1 bei den Privatkunden in unserer Region.“

Ein maßgeblicher Treiber des guten Ergebnisses sei die Entwicklung der Wohnungsbaufinanzierungen: „Durch die Niedrigzinsphase begünstigt, sind Immobilien zur Eigennutzung oder als Kapitalanlage weiterhin stark gefragt. Die Darlehenszusagen im Wohnungsbaubereich konnten wir um mehr als 25 Prozent erhöhen. Sie betrugen zum Jahresende 102,5 Millionen Euro (Vorjahr: 81,7 Millionen Euro). Unsere gute Marktposition haben wir ausgebaut und erwarten auch in diesem Bereich weiterhin eine dynamische Nachfrage. Vorausgesetzt, in den Gemeinden und Kommunen wird genügend Bauland zur Verfügung gestellt“, so Kreipe.

Die Kundeneinlagen seien laut Vorstand 2018 um 5,3 Prozent auf 884,2 Millionen Euro (Vorjahr: 839,6 Millionen Euro) gestiegen, dabei hätten Anleger vermehrt auf Flexibilität gesetzt: „Fast 60 Prozent der Kundeneinlagen sind in täglich fälligen Anlagen angelegt und werden dort ‚geparkt‘. Der Trend zu kurzfristigen Geldanlagen ist weiterhin deutlich zu erkennen.“ Einen echten Sprung gab es bei Wertpapieren wie Aktien oder Investmentfonds, so Kreipe: „Der Wertpapierabsatz konnte deutlich um fast 30 Prozent auf 14,0 Millionen Euro (Vorjahr: 10,8 Millionen Euro) gesteigert werden.“

Beim Blick nach vorn nannte Bergmann das sogenannte „Omnikanal-Banking“ als Ziel: „Wir möchten für unsere Kunden eine persönliche und innovative, aber auch digitale Sparkasse gestalten.“ Beim Omnikanal-Banking seien sämtliche Dienstleistungsangebote miteinander vernetzt und personalisiert: „Je nach Bedarf gibt es somit verschiedene Wege für den Kunden zur Sparkasse“, nämlich per Online-Banking vom Computer oder Smartphone aus, per Telefon und demnächst auch per Video-Chat und natürlich weiterhin über die Geschäftsstellen. Die sollen nicht weiter reduziert werden und wichtige Anlaufpunkte bleiben, versicherte Bergmann. Für den im vergangenen Jahr aufgegebenen Standort in Schneverdingen sowie die zwei früheren Filialen in Munster gebe es bereits eine Nachnutzung, so die Vorstände, „in der Soltauer Poststraße stehen wir in finalen Gesprächen für eine gute Lösung.“

Logo