Konzert in der Aula: „Kammersymphonie reloaded - Blick aus der Zukunft“

„Sinn-Phonietta“ gastiert am 16. September in Soltau

Konzert in der Aula: „Kammersymphonie reloaded - Blick aus der Zukunft“

Zeitgenössische Musik einem Publikum nahebringen und durch Transparenz erklären - das ist das Ziel der frisch gegründeten „Sinn-Phonietta“. Bei seiner Debüt-Tournee „Kammersymphonie reloaded - Blick aus der Zukunft“ schlägt das Orchester eine Brücke von einem zentralen Stück der Neuen Wiener Schule bis zur Gegenwart. Das erste Konzert steht am 16. September um 19.30 Uhr in der Aula des Soltauer Gymnasiums auf dem Plan, die beiden weiteren folgen am 19. September in Oldenburg und am 26. September in Braunschweig. Karten gibt es im Vorverkauf über „Eventim“ oder an der Abendkasse.

Die „Sinn-Phonietta“ wurde im vergangenen Jahr von der Klarinettistin Kymia Kermani und vom Trompeter Sønke Klegin gegründet. Neben den Solostreichern steht eine sehr große Bläsergruppe, die die „Sinn-Phonietta“ zu einem in Norddeutschland einzigartigen Ensemble macht. Sämtliche Mitglieder haben sich in besonderer Weise der zeitgenössisch- avantgardistischen Musik verschrieben, wobei, wie das Programm der Debüt-Tournee auf den ersten Blick erkennen lässt, mit dem Begriff der Avantgarde sowohl das aktuelle Jetzt als auch die „Neutöner“ von einst gemeint sind, die inzwischen selbst zu den Klassikern gerechnet werden.

Arnold Schönbergs erste Kammersymphonie aus dem Jahre 1906 war damals ein ebenso bahnbrechendes wie „skandalöses“ Stück. Auf dieses Werk bezog sich der Amerikaner John Adams, als er 1992 seine Chamber Symphony komponierte. Hier hat der Berliner Komponist Damian Scholl (Jg. 1988) angeknüpft, als er seine Haunted Chambers für die „Sinn-Phonietta“ komponierte, die das neue Werk im Rahmen ihrer Debüt-Konzerte zur Uraufführung bringen wird: Auch nach 115 Jahren inspiriert der Gedanke des musikalischen An- und Aufbruchs, dem Schönberg Gestalt verliehen hat, die Zeitgenossen von heute, immer wieder wird die Idee der Kammersymphonie gern „reloaded“. Als Vierter im Bunde des Programms erscheint der Finne Lauri Supponen (Jg. 1988) mit seiner 2012 entstandenen Komposition Meme. Der exzentrische Musiker hat sich zu diesem Werk durch die im Internet kursierenden Memes anregen lassen, bei denen es sich laut Definition um „Bilder mit einer kurzen, prägnanten Aussage zumeist humoristischen, bisweilen aber auch satirischen Inhalts“ handelt. Supponen wählte als Repräsentanten des wiedererkennbaren Bildes die Oboe, der von ihrer Umgebung immer neue „Textinhalte“ zugeordnet werden. Wie das geht, wird die „Sinn-Phonietta“ mit der deutschen Erstaufführung des Meme auf „unerhörte“ Weise erläutern.

Die „Sinn-Phonietta“ wird großzügig unterstützt - und zwar von der Stiftung Niedersachsen, der NDR-Musikförderung, vom Programm „Niedersachsen dreht auf“ des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, vom Lüneburgischen Landschaftsverband und von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.

Wichtig: Bei den Konzerten gilt die 3G-Regel (getestet, geimpft, genesen).

Logo