Kräftige Finanzspritze für ein „Juwel“

KSK Soltau und Niedersächsische Sparkassenstiftung unterstützen Sanierung der alten Villa in Breidings Garten mit 18.385 Euro

Kräftige Finanzspritze für ein „Juwel“

Als Stiftungsdirektor der Niedersächsischen Sparkassenstiftung mit Sitz in Hannover dürften Dr. Johannes Janssen die Herrenhäuser Gärten in der Landeshauptstadt bestens bekannt sein. Dass aber auch Soltau einen prächtigen Landschaftsgarten zu bieten hat, wußte er bis vor kurzem nicht. Am vergangenen Dienstag war Janssen ein wenig vor der Zeit beim Ortstermin in der Villa Breidings Garten, so dass er einen kleinen Spaziergang durch die Anlage machen konnte. „Das ist ja wunderschön hier“, zeigte sich der Stiftungsdirektor von der Idylle begeistert. Und Dr. Matthias Bergmann, Vorstand der Kreissparkasse Soltau, pflichtete ihm bei: „Ein phänomenaler Park.“ Die Vertreter der Sparkasse ließen sich aber nicht nur begeistern, sondern sorgten auch selbst für Begeisterung: Sie hatten nämlich eine stattliche Finanzspritze im Gepäck, um der Stiftung Breidings Garten bei der Sanierung der alten Villa finanziell unter die Arme zu greifen. Und das nicht zu knapp: 18.385 Euro kommen der Stiftung und dem Verein Breidings Garten für die aufwendigen und kostenintensiven Maßnahmen zugute.

Hinrich Röders sowie Horst Geißler, Vorsitzender des Vereins sowie der Stiftung Breidings Garten, zeigten den beiden Gästen die Räume und erläuterten im Zuge einer kleinen Führung den Fortschritt der Sanierungsarbeiten. „Eine der ersten Maßnahmen war es, das Gebäude aus dem Wasser zu bekommen. Es war, wie auch die Terrasse, völlig durchfeuchtet“, so Röders. Mit der Verlegung von Drainageleitungen sei dieses Problem gelöst worden. Die Terrasse sei komplett abgetragen und erneuert worden. Inzwischen seien auch das Dach und die Fassade saniert. Kostenintensiv sei die Aufarbeitung der rund 100 im Original erhaltenen Fenster gewesen, zumal der Denkmalschutz das alte Holz habe erhalten wollen. „Es gibt nicht viele, die so etwas können“, so Röders. Schließlich hätten Stiftung und Verein einen Spezialisten aus Ostdeutschland gefunden, der den hiesigen Handwerkern gezeigt habe, wie die Fenster fachkundig aufgearbeitet werden.

Auch im Innenbereich wurde und wird fleißig gewerkelt. Im lichtdurchfluteten Saal mit Rotunde und auch im angrenzenden Saal haben die Handwerker bereits ganze Arbeit geleistet. An der einen oder anderen Stelle ist bewußt nichts saniert beziehungsweise gestrichen worden, um den Besuchern so quasi einen Blick auf die früheren Farbschichten zu gewähren und einen Vorher-Nachher-Effekt präsentieren zu können. Auch darauf hatte die Denkmalschutzbehörde Wert gelegt. An einer Stelle im Saal zeigte Röders auf den Boden: „Über der Lindenallee war im Krieg ein Bombenteppich niedergegangen. Durch die Erschütterung ist damals der Leuchter runtergefallen und hat hier die Fliesen zerschlagen.“ Der Boden ist saniert, die Stelle aber noch zu sehen.

Den Leuchter gibt es längst nicht mehr, dafür aber noch den langen Tisch, an dem die Familienmitglieder zusammenkamen, um über aktuelle Entwicklungen der Firma Breiding & Sohn zu sprechen und künftige Strategien zu erörtern. „Den Tisch lassen wir aufarbeiten und stellen ihn wieder hier auf“, berichtete Geißler. Im Nebenraum befinden sich die dazugehörigen Stühle, an denen sichtlich der Zahn der Zeit genagt hat. Es sind 16 eingestaubte und teils ramponierte Sitzmöbel, von denen nur einigen wenigen wieder zu altem Glanz verholfen werden soll. „Es wäre zu teuer, sie alle restaurieren zu lassen. Aber zwei bis drei Stühle werden wir aufarbeiten lassen, um sie der Öffentlichkeit zeigen zu können“, so Geißler: „Wir versuchen, wo es möglich ist, die alten Dinge zu verwenden. Aber überall geht das leider nicht.“ Wie das bei einer Sanierung eines historischen Gebäudes nun mal so ist, gibt es im Zuge der Arbeiten immer wieder mal unliebsame Überraschungen. Zudem ist neben dem Denkmalschutz auch auf den Brandschutz zu achten. So wurden am Treppenhaus Brandschutztüren eingebaut, denen man dies aber nicht ansehen soll. „Das ist sehr aufwendig“, erklärte Geißler. Auch die Elektrik muß komplett erneuert werden, ebenso die Heizungsanlage. Gearbeitet wird auch im oberen Geschoss, denn dort entstehen Büroräume, die vermietet werden. Den großen Saal mit Rotunde und den benachbarten Saal sollen Interessierte künftig ganzjährig für Kulturveranstaltungen, Tagungen oder Hochzeiten und andere Feiern anmieten können. „Das Objekt einschließlich Park soll sich allein tragen. Das ist unser Ziel“, erläuterte Geißler.

Bis dahin ist aber noch eine ganze Menge zu tun, was nicht nur viel Arbeit macht, sondern auch eine Menge Geld kostet. Umso mehr freuen sich Verein und Stiftung Breidings Garten über finanzielle Zuwendungen wie die 18.385 Euro von der Kreissparkasse Soltau und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. In diesem Zusammenhang würdigte Hinrich Röders das Engagement des früheren Ersten Stadtrates und AWS-Geschäftsführers Wolfgang Cassebaum. Mit städtischen sowie privaten Mitteln sei damals der Neubau der Terrasse und die Sanierung der Villa angeschoben worden. „Auf die Drainage folgte die Sanierung des Daches und der Fenster“, so Röders, doch damit sei das Ende der Fahnenstange eben noch nicht erreicht: „Deshalb hoffen wir weiter auf Unterstützung der Stadt. Die Stadt war Mitbegründerin der Stiftung, und der Bürgermeister ist kraft Amtes Kuratoriumsvorsitzender. Als Mitgründerin trägt die Stadt auch Verantwortung für dieses einmalige Denkmal. Ich hoffe, dass man vonseiten der Verwaltung und Politik diese Verantwortung wahrnimmt“, so Röders.

Und Geißler: „Es sind ja nicht nur öffentliche Mittel geflossen, inzwischen ist der Anteil privater Gelder deutlich höher.“ Villa und Gartenanlage seien schließlich für die Öffentlichkeit da, für die Bürger der Stadt. Dazu Röders: „Es geht darum, dieses Juwel für die Stadt und ihre Bürger zu erhalten.“ Es handele sich immerhin um „ein einmaliges Denkmal in Norddeutschland“, was längst auch überregionale Denkmalschutzbehörden und andere Institutionen registriert hätten.

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