Kunst im „Raum der Ideen“

Margret Kruse und Edith Kuck-Hamann stellen im Soltauer Pop-up-Store aus

Kunst im „Raum der Ideen“

„Man muss die Welt nicht verstehen, aber man kann sich ihr nähern - durch Kunst!“ - dieses Zitat stammt von einem Cover eines Kunstkataloges und hat die Soltauerin Margret Kruse nachhaltig beeindruckt. Sie ist bekannt durch ihr Engagement im Verein „Mentor - die Leselernhelfer“ und betreibt seit rund drei Jahren in ihrem Atelier auf dem Golfplatz ihre „Kleine Malwerkstatt“ für Kunstfreunde aller Altersgruppen. Nun können sich Interessierte ihrer Kunst nähern - und zwar mitten in der Soltauer Innenstadt. Gemeinsam mit Edith Kuck-Hamann, ebenfalls aus Soltau, bringt Kruse Farbe in die „City“ der Böhmestadt. Seit vergangenem Samstag sind die beiden Frauen im Pop-up-Store im Hagen 18 vertreten. Dort stellen sie nicht nur rund 30 ihrer Bilder aus, sondern laden Interessierte außerdem dazu ein, ihnen beim Malen über die Schulter zu schauen oder auch selbst kreativ zu werden.

„Wir zeigen hier überwiegend Werke, die in der letzten Zeit entstanden sind“, berichtete Kruse beim Pressetermin am vergangenen Freitag. „In meiner Malwerkstatt habe ich in den vergangenen drei Jahren sehr schöne Erfahrungen gemacht. Deshalb habe ich mir gedacht, damit müssen wir in die Stadt gehen“, so die Soltauerin. Und dazu eigne sich der Pop-up-Store natürlich hervorragend, weshalb sie sich um die Räumlichkeiten beworben habe. Diese hat die Stadt Soltau für insgesamt zwei Jahre angemietet. Sie stellt sie Interessierten als „Laden auf Zeit“ und „Raum für Ideen“ zu äußerst günstigen Konditionen zur Verfügung. Möglich wurde dieses Projekt dank einer finanziellen Förderung aus dem niedersächsischen Programm „Perspektive Innenstadt“ (HK berichtete). Das Angebot richtet sich unter anderem an Kunstschaffende, aber auch zum Beispiel an Gründer, die ausprobieren möchten, ob sich ihre Produkte über ein Einzelhandelsgeschäft gut an den Mann und die Frau bringen lassen. Margret Kruse hat sich mit Edith Kuck-Hamann zusammengetan, um den „Raum für Ideen“ vom 6. Mai bis zum 25. Juni in ein Atelier zu verwandeln.

„Hier präsentieren wir unsere Bilder, zeigen unterschiedliche Maltechniken und bieten Schnupperkurse für Kinder und Erwachsene an“, erklärt Kruse. Edith Kuck-Hamann hat sie in ihrer „Kleinen Malwerkstatt“ kennengelernt. „Margret hat mir sehr viel beigebracht - und das versuche ich umzusetzen“, sagt Kuck-Hamann. Aber auch Kruse bildet sich stetig weiter: „Ich bin immer wieder gespannt auf neue Maltechniken und Materialien“, sagt die Malerin. Spannend sei beim Malen generell der gesamte Entstehungsprozess eines Bildes. „Es ist gar nicht so einfach. Was male ich? Wie groß und mit welchen Farben? Was für eine Komposition wähle ich? Schon vor dem ersten Pinselstrich sind viele Entscheidungen zu treffen“, erklärt Kruse. Zudem gelte es, sich mit der Farbe auseinandersetzen, denn die spiele dem Künstler oder der Künstlerin manchmal auch einen Streich. „Was macht das Material von selbst? Auch das ist spannend und lädt zum Experimentieren ein“, so die Böhme-städterin.

Grundsätzlich sei beim Malen der Weg das Ziel. Der Schaffensprozess eigne sich zum Entspannen und Entschleunigen. „Das Spielen mit den Farben bedeutet ein Eintauchen in die Welt der Farben, ohne gedankliche Kontrolle. Dort angekommen, vergisst man Raum und Zeit“, sagt Kruse über das, was für sie den Reiz an der Malerei ausmacht. Sie unterstreicht dabei, dass das Ganze für sie und Edith Kuck-Hamann ein Hobby ist. Ein Hobby, dass beide gern auch anderen Erwachsenen sowie Kindern schmackhaft machen möchten. „Ich finde es wichtig, dass Kinder möglichst früh mit Kunst in Verbindung kommen“, betont Kruse.

Das Atelier im Pop-up-Store ist mittwochs und freitags jeweils von 11 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. „Wir haben Keilrahmen besorgt sowie Pinsel und Farben, auch kindgerechte“, berichtet Kruse. Wer einen Schnupperkurs besuchen möchte, muss sich vorher im Pop-up-Store anmelden. Für das Material wird ein Kostenbeitrag erhoben.

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