Kunstvolle Quilts bestaunen | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Carola Rauch und Dagmar Ohlsen stellen im Heimatmuseum in Soltau aus

Kunstvolle Quilts bestaunen

Zur ersten Quilt-Kunst-Ausstellung im Museum Soltau laden Carola Rauch und Dagmar Ohlsen vom 17. Februar bis zum 19. April ins Soltauer Heimatmuseum, Poststraße 11, ein. Die Ausstellung wird am 16. Februar um 18 Uhr eröffnet. Sie kann außer montags täglich von 14 bis 17 Uhr besucht werden. Die Künstlerinnen präsentieren ihre handgefertigten Quilts und artverwandte textile Kunstwerke.

Quilts sind Kunstwerke aus Stoff für den Alltag – Decken, die zum Kuscheln und Träumen einladen. Die beiden Frauen nähen die guten Stücke bereits seit vielen Jahren. Dagmar Ohlsen führt in Soltau seit Jahren das Woll- und Stoffgeschäft „Lana Materia“. Carola Rauch brachte sich das Nähen vor vielen Jahren selbst bei und nähte während der Corona-Zeit ihren ersten Quilt. Danach gab es für sie kein Halten mehr. Beide möchten mit ihren Kunstwerken das Nähen und die Stoffkunst sichtbar machen. Ausstellungsbesucher können im Heimatmuseum traditionelle und moderne textile Kunststücke bestaunen und sich inspirieren zu lassen, selbst aktiv zu werden.

Die Geschichte des Quilts, der „Flickendecke“ oder „Patchworkdecke“, ist bereits Jahrtausende alt. Die Ursprünge werden in Ägypten, Mesopotamien und China vermutet. Die Verbreitung erfolgte vermutlich über den Orient und durch die Kreuzritter nach Europa. Es entstand eine Handwerkskunst aus Notwendigkeit – der Notwendigkeit der Wärme. Stoffe waren selten und kostbar, jedes Stück Stoff, das sich noch verarbeiten ließ, wurde aufbewahrt und kunstvoll zu einem neuen großen Ganzen zusammengesetzt.

Mit der Zeit entstanden in Europa unterschiedliche Techniken, die sich über europäische Einwanderer auch in die USA ausbreiteten. Dort haben Quilts heutzutage einen hohen kuturellen Stellenwert als Ausdruck von Gemeinschaft, Geschichte, Kreativität und Familie. In Deutschland hatte das Nähen von Quilts seine Blütezeit vom 11. bis zum 13. Jahrhundert und geriet während der Industriellen Revolution in Vergessenheit.

Erst in den 1980er Jahren kam die Quiltkunst aus Nordamerika wieder nach Europa zurück, was 1985 in Deutschland zur Gründung des eingetragenen Vereins Patchwork Gilde Deutschland führte und somit auch zur weiteren Verbreitung dieser Handwerkskunst.