KV entdeckt die Leinwand für sich

Kulturverein Soltau startet die neue Reihe Kultur-Kino mit „Rhythm is it!“

KV entdeckt die Leinwand für sich

Nachdem der Kulturverein (KV) Soltau im August 2019 einen neuen Vorstand bekommen hatte und damit die Aufgaben auf weitere Schultern verteilt werden konnten, stand fest: Der KV will sich über die Soltauer Kammermusiken hinaus weitere Bereiche erschließen. Der erste davon heißt Kultur-Kino und hat am Donnerstag, dem 26. März Premiere, wenn der Verein in der Soltauer Bibliothek Waldmühle um 20 Uhr den Film „Rythm is it! - ‚You can change your Life in a dance class“ präsentiert.

Berlin im Januar 2003 - in der Arena im Industriehafen geschieht Erstaunliches: 250 Berliner Kinder und Jugendliche aus Berliner „Problemschulen“ tanzen Strawinskys „Le Sacre du Printemps“, choreographiert von Royston Maldoon und begleitet von den Berliner Philharmonikern. Der Film „Rhythm is it!“ zeigt den Weg dorthin und gibt Einblicke in dieses weltweit gefeierte Projekt.

Zur Vorführung am 26. März haben die Gäste freien Eintritt. Da aber die Sitzplatzanzahl in der Waldmühle auf rund 120 begrenzt ist, bitte der Kulturverein Soltau um Platzreservierung unter Tel.: (05191) 975518 oder per E-Mail an kulturverein-soltau@mailbox.org. Reservierte Plätze, die bis 19.45 Uhr nicht in Anspruch genommen worden sind, werden dann an andere Interessenten vergeben.

Dort, in der Waldmühle, erläuterte jetzt aber erst einmal KV-Vorsitzender Dr. Hans Willbockel gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Anke und Jürgen Heusler, Nina Springer und Martin Rink, was es mit der Reihe Kultur-Kino auf sich hat: „Wir hatten dieses neue Projekt ja bereits angekündigt - jetzt versuchen wir, es umzusetzen, und dürfen dafür die Waldmühle nutzen“, berichtet der Vorsitzende. Und Jürgen Heusler ergänzt: „Es war dabei gar nicht so leicht, herauszufinden, wer Filme verleiht. In diesen Fragen hat uns der Kulturverein Schneverdingen weitergeholfen.“

So sind die Soltauer auf „Piffl Medien“ in Berlin aufmerksam geworden und haben sich dort den Film geliehen: „Das Problem bei solchen Dingen ist immer die Finanzfrage. Um den Film ohne Eintritt vorführen zu können, muss der Verein 200 Euro zahlen. Würden wir einen Eintrittspreis verlangen, wäre der Betrag allerdings wesentlich höher“, so Willenbockel. Hinzu kommen die technische Präsentation, die Musikservice Leudolph übernimmt, und weitere Leistungen bis hin zur Reinigung. „Insgesamt kommt der Verein dabei auf Ausgaben zwischen 600 und 800 Euro. Wir werden deshalb mit dem Hut herumgehen und um Spenden bitten“, kündigt der Vorsitzende an.

Der Film selbst und seine professionelle Vorführung - „und vielleicht ein paar Knabbereien“, so Anke Heusler - sollen in der Waldmühle für Kino-Atmosphäre sorgen: „Ein Kino ersetzen wollen wir damit aber nicht“, stellt Jürgen Heusler klar. Der ausgesuchte Film könne eher als Abschluss der Konzertsaison gesehen werden. Und auch Hans Willenbockel meint: „Wir glauben, der Film passt ganz gut zu, weil er musikalisch mit Klassik zu tun hat. Er hat aber auch einen Bezug zu Menschen, die damit eigentlich gar nichts am Hut haben. ‚Rhythm is it!‘ zeigt, wie wichtig Kultur für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist und dass sie nicht nur Luxus für ein paar wenige darstellt. Der Film ist wichtig, und man muss kein Klassik-Fan sein, um ihn sich anzusehen. Er ist ein Dokumentarfilm mit Kino-Erlebnis.“

Wie der jetzt ausgewählte Titel schon vermuten lässt, dürfte auch künftig bei Kultur-Kino kaum Mainstreamiges zu erwarten sein. Das bestätigt der Vorsitzende: „Wir wollen weiterhin unsere Auswahl eher wie ein Programmkino ausrichten. Der nächste Film ist bereits in der Pipeline. Seinen Titel werden wir aber noch nicht verraten.“ Und Jürgen Heusler unterstreicht: „Wir probieren diese Reihe jetzt erst einmal aus und sehen, wie es läuft. Wenn wir dann zwei- bis dreimal pro Jahr eine Vorführung organisieren könnten, wäre das schön.“ Wie Heusler weiter berichtet, „ist Kultur-Kino der erste neue Bereich des Kulturvereins. Und wir werden versuchen, nach und nach weitere Sparten zu eröffnen, etwa für Kinder und Jugendliche und möglicherweise in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen.“

Für den Kulturverein Soltau, so Willenbockel, wären Angebote für Kinder und Jugendliche echtes Neuland. Generell gelte: „Wir möchten unsere Angebotsstruktur erweitern und in diesem Zuge auch um neue Mitglieder werben.“ Beitrittsformulare wird es dann sicherlich auch bei der Filmvorführung am 26. März geben.

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