„Laden auf Zeit“ ein „Raum für Ideen“

Pop-up-Store im Soltauer Hagen kann von Interessierten gemietet werden

„Laden auf Zeit“ ein „Raum für Ideen“

„Ein kurzfristiges und provisorisches Einzelhandelsgeschäft, das vorübergehend in leerstehenden Geschäftsräumen betrieben wird“ - so erklärt das Internetlexikon Wikipedia den Begriff „Pop-up-Store“. Die deutsche Erläuterung klingt etwas trocken, da wirkt die Wortschöpfung aus dem Englischen doch deutlich peppiger und einprägsamer. Mehr „Pep“ für die Innenstadt erhofft sich die Stadt Soltau auch von ihrem „Raum der Ideen“, den sie ab sofort in bester Innenstadtlage Interessierten zur Verfügung stellt, die sich mit ihrem Angebot für einen befristeten Zeitraum im Herzen der Böhmestadt präsentieren möchten. Das können Kunstschaffende sein, aber auch zum Beispiel Gründer, die ausprobieren möchten, ob sich ihre Produkte über ein Einzelhandelsgeschäft gut an den Mann und die Frau bringen lassen. Soltaus Bürgermeister Olaf Klang sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung und des Vermieters, der Firma Gebr. Röders AG, informierten am vergangenen Donnerstag über das Projekt.

Das Geschäft im Hagen 18, in dem zuletzt ein Laden für Tee und Geschenkartikel ansässig war, stand rund ein Jahr leer. „Das Thema Pop-up-Store hat uns schon seit längerem interessiert“, erklärte Daniel Gebelein von der für Stadtplanung zuständigen Fachgruppe der Verwaltung. Möglich mache die Realisierung des Projekts eine finanzielle Förderung aus dem niedersächsischen Programm „Perspektive Innenstadt“. Die Stadt Soltau habe aus diesem Topf 345.000 Euro erhalten - und zwar für Maßnahmen zur Belebung und Stärkung der Innenstadt. Sie miete die Räumlichkeiten für zwei Jahre von der Gebr. Röders AG an, um sie für einen jeweils begrenzen Zeitraum Interessierten zu überlassen.

Dazu Fenja-Marie Deppe von der Stadtverwaltung: „Wir bieten einen Laden auf Zeit für experimentierfreudige Leute. Das können Einzelhändler sein, bestehende Unternehmen, die einen neuen Standort ausprobieren oder einen neuen Markt erschließen möchten, aber auch Kunst- und Kulturschaffende.“ Für gewerbliche Interessenten liege die Nutzungspauschale inklusive Miete, Nebenkosten und WLAN bei maximal 200 Euro pro Monat. Für andere kreative oder nicht-gewerbliche Nutzungen könne das 100 Quadratmeter große Ladenlokal kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Was die jeweilige Mietdauer angehe, so denke die Stadtverwaltung an Zeiträume von einem Monat bis hin zu vier Monaten. „Das können wir flexibel gestalten“, so Deppe. Für Mieter gebe es so die Möglichkeit, die ungenutzte Ladenfläche in zentraler Lage zur Erprobung, Entwicklung und Vermarktung interessanter Geschäftsmodelle zu nutzen - „mit geringen Risiken und ohne Hürden.“

„Pop-up-Stores gibt es bereits in Städten wie Verden, Elmshorn oder Einbeck, in denen sie erfolgreich laufen. Es ist ein Pilotprojekt, von dem auch wir lernen. Das Förderprogramm bietet die Chance, kreative Ideen auszuprobieren. Dazu ist es da und sehr gut geeignet - auch für uns als Mittelzentrum“, betonte Deppe. Die Stadtverwaltung freue sich, dass der Eigentümer, die „Gebr. Röders AG“, das Vorhaben unterstütze. „Wir wollten nicht, dass hier an dieser Lage ein Sonnenstudio oder etwas ähnliches öffnet, sondern etwas, was Soltau guttut“, unterstrich Andreas Schwaer als Vertreter der Gebr. Röders AG. Insbesondere Gastronomen hätten sich für das leerstehende Geschäft interessiert. Für diesen Zweck hätten jedoch zusätzliche Toiletten eingebaut werden müssen, was die Nutzfläche zu stark verringert hätte. Das Pop-up-Store-Konzept sei eine gute Idee, die der Eigentümer des Gebäudes gern unterstütze.

Bürgermeister Olaf Klang bezeichnete das Projekt als ersten Schritt für ein Leerstandsmanagement. Glücklicherweise gebe es in der Innenstadt in dieser Hinsicht derzeit keine Probleme, machte Andreas Witt, Leiter der Fachgruppe 40 - Soltau City Service / Soltau-Touristik, deutlich: „Im Stadtkern gibt es keinen Leerstand.“ Eine Ausnahme sei aktuell das nur wenige Schritte vom Pop-up-Store entfernte Haus im Hagen 16, für das es aber bereits diverse Nachfragen gebe. Apropos Nachfrage: Was Interessierte in Sachen „Laden auf Zeit“ angeht, so ist bislang noch nichts in trockenen Tüchern. „Wir haben bereits die eine oder andere Anfrage, aber noch nichts Konkretes“, sagte Witt. Die Stadtverwaltung freue sich auf Gespräche mit Interessierten. „Internet ist da, es ist alles vorbereitet. Man könnte sofort loslegen“, unterstrich Gebelein.

Weitere Details zu den Modalitäten und Räumlichkeiten sowie die zuständigen Ansprechpartner finden Interessierte unter https://www.soltau.de/home/freizeit-kultur-tourismus/veranstaltungsorte/pop-up-store-soltau.aspx.

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