Längst vergessen: Soltauer Radrennbahn und Licht-, Luft- und Sonnenbad

Neuer Band der Soltauer Schriften/Binneboom ab sofort erhältlich

Längst vergessen: Soltauer Radrennbahn und Licht-, Luft- und Sonnenbad

Im Kaiserreich ging es in Soltau im wahrsten Sinne des Wortes rund: Das Fahrrad war nicht nur zum Massenverkehrsmittel aufgestiegen, sondern auch in der Freizeit das Sportgerät der Wahl. In gleich drei Radfahrervereinen organisierten sich die Soltauer Radler, und die Böhmestadt verfügte über eine Radrennbahn, wo sich im Rundkurs sogar Läufer und Radfahrer Rennen lieferten. Diese Radrennbahn ist heute längst ebenso vergessen wie das Licht-, Luft- und Sonnenbad - und wie so manch andere Sportstätte ein Kapitel Soltauer Geschichte, das im neuen Band der Soltauer Schriften/Binneboom beleuchtet wird. Rechtzeitig zu Weihnachten veröffentlichen der Heimatbund und die Freudenthal-Gesellschaft Soltau den 27. Band ihrer gemeinsamen Jahrespublikation „Soltauer Schriften/ Binneboom“. Nach Lieferschwierigkeiten und Papierknappheit war der Erscheinungstermin lange unklar - aber nun liegen die Bücher druckfrisch als Geschenk zum Fest und als spannende Lektüre für die ruhigen Tage bereit.

Vielseitige Aufsätze und Berichte machen den Band wieder zu einer wahren Schatztruhe mit 93 Seiten geballter Geschichte und Geschichten. Die Redakteure Dr. Wolfgang Brandes, Volker Wrigge und Andres Wulfes laden dazu ein, in die Heimat- und Regionalgeschichte einzutauchen. Großformatige Fotos und Bilder sowie eine auch farblich klare Struktur lassen deutlich die Handschrift von Rike Sattler erkennen, die die „Soltauer Schriften/Binneboom“ als Editorialdesignerin wiederum erkennbar künstlerisch geformt hat.

Im literarischen Werk des Heidedichters Friedrich Freudenthal (1849-1929) nimmt seine erste große Liebe zu der jungen Pflegerin Lina in Altena/Westfalen einen bleibenden Platz ein. Doch wer war Lina eigentlich? In den Soltauer Schriften wird dieses Geheimnis der Literaturgeschichte gelüftet – und die dazugehörigen Gedichte Freudenthals aus dem Band „Heidekraut und Ginster“ rahmen die Forschungen ab. Auch ein weiterer literarischer Glücksfall wird geschildert: Mit dem antiquarischen Kauf eines Buches von Friedrich Freudenthal wurden auch zwei bisher unbekannte handschriftliche Briefe des Schriftstellers erworben.

Von Katastrophen und von Glücksmomenten erzählt die Erde im Schneverdinger Eine-Erde-Altar. Vor 25 Jahren wurde er als Projekt für die Weltausstellung Expo 2000 anerkannt. Seine Entwicklung und Bedeutung wird ebenso beschrieben wie das „Zinn des Lebens“, die Sammlung der Zinnfiguren von Georg Andreas Röders.

Nachdem die Verleihung des Freudenthalpreises und daher auch die gewohnte Würdigung der Werke im vergangenen Jahr noch der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen sind, können die Leserinnen und Leser der Soltauer Schriften/Binneboom nun wieder in neue plattdeutsche Literatur eintauchen. Die prämierten Texte von Birgit Lemmermann und Snorre Björkson fehlen ebenso wenig wie die Laudatio.

Die Soltauer Schriften/Binneboom werden als Jahresgabe direkt an die Mitglieder des Heimatbundes verteilt. Für jeden anderen gibt es das Buch ab sofort in den örtlichen Buchhandlungen und im Soltauer Museum.

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