Löschen und retten mit kirchlichem Segen

Ein neues Löschgruppenfahrzeug hat die Freiwillige Feuerwehr Soltau erhalten

Löschen und retten mit kirchlichem Segen

Was das Design angeht, so sieht er älter aus, als er ist, der Mercedes Benz LAF 1193 der Freiwilligen Feuerwehr Soltau. Das Löschgruppenfahrzeug mit dem Funkrufnamen „Florian Heidekreis 33-44-1“ wurde im Jahr 1985 gebaut. Obwohl gerade die Feuerwehren ihre Fahrzeuge besonders intensiv hegen und pflegen, hat irgendwann mal jeder Wagen ausgedient. Das gilt auch für den Mercedes, der seinerzeit noch ohne Sicherheitsgurte ausgeliefert worden ist und dessen Ausstattung heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht wird. Deshalb wird er nun ausgemustert und durch ein hochmodernes Fahrzeug ersetzt. Es handelt sich um ein Löschgruppenfahrzeug LF 20 KatS, das am vergangenen Donnerstagabend im feierlichen Rahmen im Soltauer Feuerwehrhaus offiziell übergeben wurde. „Ich wünsche mir, daß das Fahrzeug all den Menschen, die es brauchen, Hilfe bringt. Und ganz besonders hoffe ich, daß es die Kameradinnen und Kameraden, die damit ausrücken, gesund wieder zurückbringt“, betonte Bürgermeister Helge Röbbert.

In seiner Rede unterstrich Röbbert vor zahlreichen Feuerwehrleuten und weiteren Gästen, darunter Erster Stadtrat Karsten Lemke, Vertreter befreundeter Wehren sowie Rats- und Verwaltungsmitglieder, wie sehr die Freiwillige Feuerwehr der Stadtverwaltung am Herzen liege. Auch der Rat wisse die wichtige Arbeit der Ehrenamtlichen zu schätzen und habe einstimmig dafür votiert, die Wehr nach und nach mit neuen Fahrzeugen auszustatten. „Wir haben eine gute finanzielle Situation, deshalb ist es folgerichtig, daß wir das jetzt machen“, so der Bürgermeister. Er würdigte das Engagement aller am Beschaffungsverfahren Beteiligten. Schließlich stecke in der Planung und Ausschreibung eines solchen Fahrzeuges „sehr, sehr viel Arbeit.“

Das bestätigte Ortsbrandmeister Sergé Ossowski, der den Prozeß der Planung und Vergabe vom ersten Gespräch im Ortskommando im November 2016 bis zur Fertigstellung und Übergabe des rund 290.000 Euro teuren Fahrzeugs Revue passieren ließ. Ob Besuche beim Fahrgestellhersteller, Werksbesichtigung beim für den Aufbau zuständigen Unternehmen oder auch Abnahme und Maschinisteneinweisung: die Mitglieder der verantwortlichen Planungsgruppe unter Federfühung von Daniel Dwenger hätten insgesamt 660 Personenstunden ehrenamtliche Arbeit geleistet und seien summa summarum 3.800 Kilometer auf den Straßen unterwegs gewesen. Ossowski zeigte sich erfreut über die Unterstützung durch Politik und Verwaltung: „Die Zusammenarbeit war sehr gut und konstruktiv.“

Bevor Röbbert den symbolischen Schlüssel an Ossowski und den stellvertretenden Ortsbrandmeister Andreas Lier überreichte, kündigte er ein Novum an: die Segnung des neuen Feuerwehrfahrzeuges und der Feuerwehrleute. Dazu begrüßte er Pastor Wilko Burgwal von der evangelischen Luthergemeinde und Pfarrer Guido Busche von der katholischen Pfarrgemeinde St. Maria vom heiligen Rosenkranz, die dies in einem ökumenisch gestalteten Zeremoniell übernahmen. „Unsere Feuerwehrleute können bei ihren Einsätzen Beistand gebrauchen. Deshalb wollen wir das auch fortsetzen“, erläuterte der Bürgermeister diese Neuerung.

Das neue Fahrzeug geht an die 4. Gruppe mit dem Schwerpunkt Löschwasserversorgung. Es verfügt über einen 1.600-Liter-Löschwasserbehälter. Das 7,3 Meter lange, 2,5 Meter breite und knapp 3,4 Meter hohe LF 20 KatS kann eine zulässige Gesamtmasse von 14.000 Kilogramm befördern und verfügt über eine Sicherheitskabine. Der Motor leistet 290 PS. Platz bietet es einem Fahrer und acht weiteren Feuerwehrleuten. Laut Hersteller kann das Fahrzeug „Wasser im großen Stil“ fördern. Wenn die Kreiselpumpe laufe und die Tragkraftspritze in Stellung sei, die Tauchpumpe arbeite und die hydraulische Schwimmpumpe zur Verfügung stehe, könnten diese Fahrzeuge bis zu 10.000 Liter Wasser pro Minute lenzen oder bis zu 6.000 Liter pro Minute unter Druck zur Einsatzstelle fördern.

Besonderheiten des Wagens der Soltauer Wehr sind unter anderem zwei LED-Scheinwerfer auf dem Fahrerhausdach sowie ein pneumatischer Lichtmast mit sechs LED-Scheinwerfern. Darüber hinaus ist er mit einer LED-Umfeldbeleuchtung und einer Rückfahrkamera ausgestattet.

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