„Salzexpress“ von Soltau nach Lüneburg | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Erixx GmbH erhält Zuschlag: Neue Bahnverbindung startet Dezember 2028

„Salzexpress“ von Soltau nach Lüneburg

„Salzexpress“ soll die neue Bahnverbindung heißen, die im Dezember 2028 auf der Strecke zwischen Lüneburg und Soltau in Betrieb gehen wird. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) hat den Zuschlag für die Strecke jetzt der Erixx GmbH erteilt. „Auf der Linie RB 39 werden Triebzüge im 1-Stunden-Takt unterwegs sein“, informiert die LNVG, die in ihrer Mitteilung für die neue Verbindung rund 3.000 Fahrgäste pro Tag prognostiziert.

„Wir freuen uns über den Start der neuen Verbindung, rund 3.000 Fahrgäste pro Tag bekommen hier ein attraktives Angebot. Wir wünschen Erixx allzeit gute Fahrt“, sagt Carmen Schwabl, Sprecherin der LNVG-Geschäftsführung. Das Unternehmen habe sich laut Mitteilung der Landesnahverkehrsgesellschaft in einer europaweiten Ausschreibung gegen zwei weitere Bewerber durchgesetzt: „Der Vertrag beginnt im Dezember 2028 und endet im Dezember 2033. Eine Verlängerung um bis zu zwei Jahre ist möglich.“

Über die neue Verbindung freut sich auch Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD): „Der ‚Salzexpress‘ ist ein gelungener Vorreiter für unsere SPNV-Reaktivierungsoffensive in Niedersachsen. Mein herzlicher Dank geht an alle Beteiligten, insbesondere an das Eisenbahninfrastrukturunternehmen SinON und die Landesnahverkehrsgesellschaft LNVG für die zielstrebige Planung. Ebenso danke ich den Kommunen und weiteren Akteuren vor Ort, deren Engagement für wichtige Mobilitätsprojekte unverzichtbar ist.“

Auf der Verbindung mit dem Arbeitstitel „Salzexpress“ sollen laut LNVG pro Tag 13 bis 18 Züge in beiden Richtungen unterwegs sein: „Haltepunkte zwischen Lüneburg und Soltau werden Lüneburg Universität, Rettmer, Melbeck-Embsen, Amelinghausen, Soderstorf und Bispingen. Für die Strecke werden die Züge rund 50 Minuten brauchen.“ Die Fahrzeuge müsse die Bahngesellschaft selbst bereitstellen – und sie sei auch für die komplette Instandhaltung verantwortlich. „Da die Strecke bislang nicht elektrifiziert ist, wird es sich um Fahrzeuge mit Dieselantrieb handeln. Pro Jahr sollen auf der Strecke rund 690.000 Zugkilometer gefahren werden“, so die Landesnahverkehrsgesellschaft.

Laut der werde für neue Akku-Züge eine entsprechende Oberleitungsinsel in Soltau eingerichtet: „Ab 2033 will die LNVG auf der RB 39 neue Züge mit Akku-Antrieb einsetzen. Diese elektrischen Fahrzeuge sind leiser und vor allem spurtstärker als Diesel, das erhöht die Chance, Verspätungen wieder auszugleichen.“

Für die neuen Fahrzeuge solle dann die RB 39 mit der RB 37 (Bremen – Soltau – Uelzen) und RB 38 (Hannover – Soltau – Hamburg-Harburg) in einem Netz, dem bekannten „Heidekreuz“, gebündelt werden. „Damit die Akku-Züge rollen können, muss unter anderem in Soltau noch eine sogenannte Oberleitungsinsel gebaut werden. Die Züge können dort während der Wendezeit ihre Akkus nachladen“, erläutert die Landesnahverkehrsgesellschaft.

Die Bahnstrecke gehöre übrigens der Schieneninfrastruktur Ost-Niedersachsen GmbH (SInON), „dort sind derzeit bereits Güter- und Museumszüge unterwegs“, erklärt die LNVG.

Die Erixx GmbH ist übrigens kein Neuling auf den Bahnstrecken der Region: „Erixx – der Heidespinter“ war von Dezember 2011 bis Ende 2021 auf dem „Heidekreuz“ unterwegs, bediente die Linien RB 37 und RB 38 – und dürfte nicht wenigen als Anbieter mit zahlreichen Problemen im Gedächtnis geblieben sein. Denn wie der Nachfolger „Start“ hatte zuvor auch Erixx mit den „Heidespinter“-Zügen nicht eben den besten Ruf. Schließlich verlor das private Unternehmen 2021 die Ausschreibung um die Neuvergabe des hiesigen Bahnnetzes an die DB-Regio-Tochter (HK berichtete).

Nun kehrt Erixx also zurück und ist beim Neustart auf der reaktivierten Verbindung von Soltau nach Lüneburg optimistisch: „Wir freuen uns sehr über das Vertrauen der LNVG und auf die neue Aufgabe. Dass wir diese Strecke künftig fahren dürfen, ist für uns etwas ganz Besonderes. Eine bestehende Bahnstrecke kehrt nach vielen Jahren wieder in den regulären Personenverkehr zurück. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit der Region diese Strecke wieder mit Leben zu füllen“, so Nicolai Volkmann, Geschäftsführer der Erixx GmbH.