Maskenhalter hergestellt

Azubis von G. A. Röders setzen eigenes Projekt um

Maskenhalter hergestellt

Not macht bekanntlich erfinderisch - und manchmal lässt sich aus ihr auch eine Tugend machen. Wie jetzt beim Soltauer Unternehmen G. A. Röders, als Auszubildende in einem eigenständigen Projekt einen speziellen Halter entworfen und hergestellt haben. Er soll das stundenlange Tragen von Corona-Masken erträglicher machen.

Die Idee, einen solchen Halter mit G.-A.-Röders-Logo in Soltau-Weiher herzustellen und dieses Vorhaben als Azubi-Projekt, begleitet von erfahrenen Mitarbeitern, umzusetzen, hatte Andreas Röders, Geschäftsführer der Kunststoffabteilung.

Ziel des Projektes war es, die Auszubildenden aus den verschiedenen Unternehmensbereichen einzubinden. Den Anfang machte hier die Konstruktion des Maskenhalters. Dabei ging es zum einen um das gewünschte Enddesign und zum anderen um den dazugehörigen Formeneinsatz. Diese Aufgabe übernahm ein angehender Technischer Produktdesigner aus dem dritten Ausbildungsjahr. Er entwickelte verschiedene Designmöglichkeiten, um so eine breite Auswahl an Vorschlägen zu schaffen. Daraus wählten die Projektteilnehmer dann ihren Favoriten.

Danach konnten dann auch die angehenden Werkzeugmechaniker einsteigen, die von Ausbildungsleiter Klaus-Dieter Hoffmann betreut werden. Aufgabe der Werkzeugmechaniker-Azubis war es, das Werkzeug für den Maskenhalter zu bauen. Um den Aufwand und die Kosten dafür gering zu halten, wurde ein Formeneinsatz für einen bereits vorhandenen Formenrahmen gebaut. Nach dem Bau des Formeneinsatzes konnten die ersten Muster gespritzt werden, um das richtige Material zu ermitteln.

Ende August konnten die Halter für die Masken schließlich gefertigt werden. Nach einem sogenannten Bemusterungsprozess, in der die richtigen Einstellungen an der Maschine gefunden werden mussten, konnten daraufhin die Maskenhalter gespritzt werden. In Zukunft wird dieser Teil der Produktion von einem Auszubildenden zum „Verfahrensmechaniker Kunststoff- und Kautschuktechnik“ begleitet. Den Vertrieb der Maskenhalter wiederum übernehmen die Auszubildenden aus dem Bereich Industriekaufmann/-frau.

Der Gedanke hinter dem Projekt ist es, Berufstätigen, die den ganzen Tag mit einem Mund-Nasen-Schutz arbeiten, das Tragen der Maske zu erleichtern. So ist besonders für Arbeitnehmer in Pflege- und medizinischen Berufen die Maske Pflicht. Auch in anderen Bereichen gehört das dauerhafte Tragen des Mund- und Nasenschutzes zum Arbeitsalltag.

Diesen betroffenen Betrieben und Einrichtungen möchte G. A. Röders die Maskenhalter kostenfrei zur Verfügung stellen. Ein Flyer mit weiteren Informationen wurde bereits an Altenheime, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und weitere medizinische Einrichtungen verteilt. Wer Interesse an den Maskenhaltern hat oder mehr Informationen erhalten möchte, kann sich per E-Mail an Lennart.Arndt@roeders.com wenden.

Auszubildende besitzen bei G. A. Röders einen besonderen Stellenwert, wie nicht nur das Maskenhalter-Projekt zeigt. Auch die Zusammenarbeit der Azubis mit Schülerinnen und Schülern der Oberschule (OBS) Soltau im Rahmen der „TECademy“, unterstützt durch die Stiftung „NiedersachsenMetall“, gehört in diesen Bereich: Angeleitet durch vier Auszubildende werden sieben Schülerinnen und Schüler der OBS ein Jahr lang wöchentlich im Unternehmen praktisch arbeiten.

Dahinter steht auch die Absicht, jungen Menschen für den Betrieb und die dortigen Ausbildungsberufe zu interessieren, denn der Nachwuchs ist offenbar Mangelware. Das bestätigt auch Werkzeugbau-Ausbildungsleiter Hoffmann: „Es wird immer mehr zum Problem, gewerbliche Auszubildende zu finden. Bei G.A. Röders steht die Tür jederzeit für ein freiwilliges Praktikum offen, um das Interesse und die Begeisterung für unsere verschiedenen Ausbildungsberufe zu wecken.“

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