Mehr als 200 Wohnungen sollen entstehen

Erster Spatenstich für großes Bauprojekt in Winsener Straße

Mehr als 200 Wohnungen sollen entstehen

Sprühregen, klebrig-lehmiger Boden, aber beste Laune: Zum ersten Spatenstich für das große Soltauer Wohnbauprojekt in der Winsener Straße hatten sich am vergangenen Dienstag nicht nur Vertreter der beteiligten Unternehmen, sondern auch viele Gäste, darunter zahlreiche Ratsmitglieder, auf der Baustelle eingefunden. Wie Bürgermeister Helge Röbbert und Norbert Behrens, Geschäftsführer der Rotenburger Planungsgemeinschaft Nord (PGN), gleichermaßen betonten, sei dies ein ganz besonderes Projekt - sowohl wegen seiner Dimension als auch wegen des Tempos, in dem es vorangebracht worden sei.

„Es ist fast eine Quartiersentwicklung, die wir hier machen. Etwas ähnlich Dimensioniertes ist zwischen Hannover und Hamburg kaum zu finden“, meinte Röbbert und betonte: „Wir beschäftigen uns damit erst seit rund zwei Jahren - und sind einen gewaltigen Schritt vorangekommen.“ Tatsächlich ging es zügig vorwärts, was wohl auch den ähnlich gelagerten Interessen der Beteiligten zu verdanken ist. Röbbert erläuterte, es sei sein Wunsch gewesen, dieses Areal zwischen Kantweg und Reit- und Fahrverein für eine nötige Wohnbebauung zu nutzen. Eine Überlegung, die Wolfgang Cassebaum, der inzwischen pensionierte Erste Stadtrat und damalige Geschäftsführer der stadteigenen Ansiedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft Soltau (AWS), bereits in petto hatte. Röbbert würdigte in diesem Zusammenhang Cassebaums Verdienst, die Idee entwickelt, das Projekt zum Laufen gebracht und Partner für die Umsetzung gefunden zu haben.

Da traf es sich seinerzeit gut, dass Behrens 2017 mit seiner PGN auf der Suche war: „Als ich im Februar 2017 gehört hatte, dass es ein Programm zur Wohnungsbauförderung geben sollte, habe ich meine Mitarbeiterin gebeten, nach einem Gebiet Ausschau zu halten, das den nötigen Kriterien entspricht. In Soltau hat sie es gefunden“, berichtete er am vergangenen Dienstag. Am Ende kamen so, begleitet von der AWS, neben PGN auch Wohnungsbaugenossenschaft Soltau (WGS), Kreissparkasse (KSK) Soltau und Privatinvestor Norbert Bries zusammen.

Im Soltauer Rat wurde das Vorhaben dann im März 2018 zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert - entsprechende Beschlüsse folgten in den nächsten Monaten.

Im Zuge dieser Projektkooperation sollen auf dem Gelände, wenn das Wetter es zulässt, Anfang kommenden Jahres die Bauarbeiten beginnen. Nach deren Abschluss soll das dann entstandene Quartier mehr als 200 Wohnungen bieten: „Die werden, etwa energetisch, auf neuestem Stand sein und eine sehr gute Lage haben“, unterstrich Röbbert. Schließlich seien Naherholungswald, Sportstätten, Gesundheitszentrum, Bahnhof Soltau-Nord und Innenstadt allesamt nicht allzu weit entfernt.

Was die künftigen Mieter betrifft, so meinte Behrens: „Menschen brauchen Wohnraum, der allen gerecht wird. So wird es auch hier eine bunte Mischung geben.“ Tatsächlich sollen Wohnriegel und Stadthäuser mit Mietwohnungen unterschiedlicher Größe und in verschiedenen Preislagen geschaffen werden.

Dem scheint jetzt nichts mehr im Wege zu stehen, doch die damit verbundenen Maßnahmen haben nicht jedem gefallen. So meinte auch Behrens noch einmal: „Es ist eine gewaltige Leistung innerhalb von zwei Jahren so weit zu kommen. Weil Wohnungen schnell gebraucht werden, haben alle Beteiligten viel geleistet. Dazu mussten auch vier Hektar Wald weggenommen werden - eine Kröte, die es zu schlucken galt.“ Damit taten sich vor allem zahlreiche Anlieger des Kantweges schwer, die die liebgewonnenen Bäum nicht missen mochten.

Auch der Reit- und Fahrverein (RuF) als Grundstücksnachbar fürchtete Unbill: Die Pferdefreundinnen und -freunde hatten Sorge, dass sich künftige Mieter über Emissionen der Stall- und Reitanlagen beklagen und damit am Ende die Existenz des RuF gefährdet sein könnte.

Diese Probleme scheinen aber offenbar aus der Welt zu sein. „Wir haben eine vernünftige Lösung gefunden“, so Behrens, der sich bei Anwohnern und RuF bedankte: „Vielleicht profitiert der Verein sogar und bekommt Zuwachs. Denn wenn wir hier zirka 500 neue Bewohnerinnen und Bewohner haben, dann sind darunter auch Kinder. Und viele Mädchen wollen reiten …“

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