„Mehr Geld für Kliniken“

Straßenaktion von Gewerkschaftern im Soltauer Hagen

„Mehr Geld für Kliniken“

„Durch die Corona-Pandemie ist vielen Menschen klar geworden, dass es um Kliniken und um das Gesundheitswesen insgesamt nicht gut aussieht“, erkärt Steffi de Vries, die seit 35 als Krankenpflegerin arbeitet. „Grund dafür ist vor allem die chronische Unterfinanzierung“, so die Gewerkschafterin. 20 Mitglieder des Verdi-Ortsvereins Heidekreis und DGB-Kreisvorstands nahmen das zum Anlass für eine Straßenaktion unter dem Motto „Mehr Geld für Kliniken“.

Karl-Heinz Röder vom Verdi-Fachbereich Gesundheit betonte, „wir unterstützen den offenen Brief von mehr als 60 Klinik-Betriebsräten, auch des Heidekreis-Klinikums, an die Landesregierung.“ In dem offenen Brief aus zahlreichen Kliniken in Niedersachsen und Bremen sprechen die Betriebsräte ausdrücklich für alle Berufsgruppen von der Pflege und Medizin, über therapeutische und technische Berufe bis zu Reinigungs- und Laborkräften. Sie schreiben: „Wir werden auch in den nächsten Monaten das uns Mögliche für die Versorgung der Bevölkerung tun. Dafür benötigen wir jedoch die entsprechende Ausstattung und Unterstützung. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst. Wir sind keine Held/innen, sondern professionell Tätige in einem gesellschaftlich sensiblen Bereich.“ Kritisiert wird, dass „die Arbeit in den Kliniken durch eine jahrzehntelang verfehlte und auf Effizienz und Wettbewerb getrimmte Gesundheitspolitik erschwert wird.“

Hermann Reinecke und Heinz-Dieter „Charly“ Braun vom VerdiVorstand Heidekreis berichteten, dass die Beschäftigten im Gesundheitswesen „nicht nur Forderungen zur Schutzkleidung stellen, sondern auch angesichts ihrer Risiken angemessene tarifliche Vergütungen“ fordern. Das Entscheidende gegen Klinikstreß und sogenannte „blutige Entlassungen“ seien die Forderungen die Betriebsräte: „Das Finanzierungssystem der Fallpauschalen (DRGs) muss durch eine kostendeckende Finanzierung der Klinkleistungen ersetzt werden und ein bedarfsgerechter Personalschlüssel muss dringend gesetzlich geregelt werden.“

Die Verdi- und DGB-Mitglieder im Heidekreis seien sich mit den Beschäftigten im Gesundheitswesen einig, dass Privatisierungen und Ausgliederungen rückgängig gemacht werden müssten, so Braun. „Wir brauchen ein Gesundheitswesen in öffentlicher Hand - nicht für Konzerne oder Aktionäre, sondern von und für die Gesellschaft, denn Gesundheit ist keine Ware“, stellt der DGB-Kreisvorsitzende klar.

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