MTV und SVS „in der Sache vereint!“

Soltauer Sportvereine wollen mit gemeinsamen Foto im Soltauer Hindenburgstadion „die Politik sensibilisieren“

MTV und SVS „in der Sache vereint!“

„In den Farben getrennt, in der Sache vereint!“ - unter diesem Motto hatten die beiden Sportvereine MTV Soltau und SV Soltau am vergangenen Freitagnachmittag zu einer gemeinsamen Fotoaktion im Hindenburgstadion aufgerufen. Angesichts der aktuellen Debatte um die teils arg in die Jahre gekommene Infrastruktur und das Sportentwicklungskonzept wollten beide Vereine Flagge zeigen, wollten gemeinsam ein Zeichen setzen. Und das ist ihnen auch gelungen. Rund 500 Sportlerinnen und Sportler aller Altersklassen waren dem Aufruf der Vorstände gefolgt. Nach einem gemeinsamen Foto auf der Tribüne gruppierten sich die Mitglieder einmal rund um den derzeit gesperrten Platz herum - ein durchaus beeindruckendes Bild. Anschließend erläuterten MTV-Vorsitzender Ralf Westermann und SVS-Vorsitzender Sven Köster sowie weitere Verantwortliche der beiden Clubs den Zweck dieser außergewöhnlichen „Fotosession“.

Anlass war die jüngste Soltauer Bauauschusssitzung. In der dieser hatten sich die Mitglieder mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan (B-Plan) 126 „Sportpark Nord“ befasst, die Entscheidung letztlich aber verschoben. Grund dafür: Ein solcher B-Plan würde eine Konzentration bestehender und zusätzlicher Sportplätze vorsehen und dafür einen massiven Eingriff in den Böhmewald an der Winsener Straße ermöglichen. Dies aber mochten die Ausschussmitglieder, die damit auch ihre jeweilige Fraktionslinie vertraten, nicht befürworten. Weil aber das Ansinnen, die Plätze zu konzentrieren, durchaus Zustimmung fand, ging der Auftrag an die Verwaltung, alternative Standorte zu suchen (HK berichtete).

Die Sportvereine MTV und SVS befürchten nun, dass die Weiterentwicklung und Modernisierung der Sportanlagen ins Stocken geraten könnte und sich letztlich keine Alternativflächen für ein neues Sportzentrum, für das sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Soltauer Sportvereine (ASS) in ihrer Jahreshauptversammlung einstimmig ausgesprochen hatten, finden lassen. Angesichts gesperrter Plätze und maroder Umkleiden bestehe jedoch dringend Handlungsbedarf. „Wir brauchen kurzfristig eine Lösung“, konstatierte Köster.

Mit der gemeinsamen Aktion im Hindenburgstadion „wollen wir die Politik noch mehr sensibilisieren, was die Zukunft des Sports in Soltau betrifft. Und wir wollen zeigen, wie stark der Sport in Soltau ist“, betonte Westermann. Die Vereine wollten dabei auch deutlich machen, dass es mitnichten ausschließlich um die Interessen der Fußballsparten gehe, sondern auch um die der Leichtathleten, American Footballer und Hockeyspieler. Die Vereine leisteten wichtige Jugendarbeit, unterstrich Köster. „Es geht auch um die Kinder und Jugendlichen. Wo wären sie denn ohne uns“, betonte der SVS-Vorsitzende. Das Sportentwicklungskonzept sehe eine Konzentration der Sportanlagen vor. Ein solches Sportzentrum müßte dann aber auch mit dem Fahrrad zu erreichen sein - und zudem bei Bedarf auch Erweiterungsmöglichkeiten bieten.

„Die Verwaltung ist nun aufgefordert, uns zu sagen, wo es Alternativflächen gibt, die wir nutzen können“, sagte Westermann. Er regte an, eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Sport einzusetzen, „um gemeinsam eine Lösung zu finden. Wir wollen wissen, was sich zeitnah realisieren läßt.“

Mit ihrer gemeinsamen Aktion wollen die Vereine nicht „reingrätschen“ und kein übles Foul begehen, sondern mit fairen Mitteln aufzeigen, dass die Zeit drängt. In einer Stadt wie Soltau könne es nicht angehen, dass Fußballteams Plätze von Nachbarvereinen anmieten müssten, um ihre Punktspiele auszutragen. Es fehlten Plätze, die ganzjährig bespielbar seien. Ausreichend Plätze in gutem Zustand führten letztlich auch zu einer Entlastung im Bereich der Hallenzeiten. „Dass die Politik gewillt ist, etwas zu machen, sehen wir ja am Hindenburgstadion. Es geht ja, aber es geht nicht schnell genug“, so der MTV-Vorsitzende. Und weiter: „Die Quintessenz ist: Wir strecken der Politik die Hand aus. Wir wollen mit allen zusammenarbeiten.“ Der neue Bebauungsplan für das Hindenburgstadion sei „ein erster Schritt in die richtige Richtung zur Sanierung und Neuanlage von modernen und zeitgerechten Sportanlagen in Soltau.“ Der MTV Soltau hat derzeit knapp 2.360 Mitglieder, der SV Soltau 430. Hinzu kommen die Aktiven, die die Kursangebote nutzen. „Insgesamt reden wir von rund 3.000 Leuten“, machte Westermann deutlich.

Logo