Müllgebühren steigen leicht

Abfallwirtschaft Heidekreis stellt Planungen vor / gelbe Tonne kommt

Müllgebühren steigen leicht

Was noch fehlt, ist der Segen des Kreistages. Der nämlich muss in seiner Sitzung am 6. Dezember noch dem zustimmen, was der Verwaltungsrat der Abfallwirtschaft Heidekreis (AHK) in seiner Sitzung am 18. November auf den Weg gebracht hat. Dabei geht es insbesondere um die Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes 2020 bis 2024 und die Abfallgebührenkalkulation, die AHK-Vorstand Helmut Schäfer jetzt schon einmal vorgestellt hat.

In der Regel werden die rund 50.000 Haushalte im Heidekreis künftig wohl etwas mehr für die Entsorgung ihres Mülls zahlen müssen. So steigt zunächst einmal die jährliche Grundgebühr von derzeit 50,64 auf 54 Euro, was 28 Cent mehr pro Monat ausmacht. Damit liegt sie aber immer noch niedriger als in den Jahren 2013 bis 2017. Teurer wird die Restmülltonne, für die je 60 Liter Volumen jährlich nicht mehr 38,40, sondern 40,32 Euro zu zahlen sind, monatlich also 16 Cent mehr als bisher.

Weniger ist dagegen für die Biotonne zu berappen: Hier sinkt der Preis je 60 Liter Volumen von derzeit 28,44 auf 24 Euro pro Jahr, was einer monatlichen Ersparnis von 37 Cent entspricht. Preisveränderungen gibt es auch in anderen Bereichen wie Tonnentausch oder Sonderleerungen. Preislich liegen die meisten Leistungen aber noch unter dem Niveau von 2013/14. Und in manchen Tonnenkonstellationen zahlen die Kunden sogar etwas weniger.

Ausschlaggebend für diese Kalkulationen ist auch der Preis für Altpapier, das die AHK über die kostenfreie grüne Tonne sammelt. Der nämlich macht Sorgen: „Wir haben hier mit sinkenden Erlösen zu kämpfen“, berichtet Schäfer. So seien 2017 noch 140 Euro pro Tonne Papier zu erzielen gewesen und mit ähnlichen Einnahmen sei auch weiter kalkuliert worden: Heute allerdings, so der Vorstand, „sind es nur noch 70 Euro - und es wird noch weiter nach unten gehen. Ab 2021 rechnen wir nur noch mit 50 Euro pro Tonne.“ Dem stünden jedoch rund 100 Euro Kosten je gesammelter Tonne Altpapier gegenüber. „Das entstehende Defizit wird also über die Restmülltonne zu tragen sein“, so Schäfer weiter. Damit sei also der gesunkene Papierpreis wesentlicher Faktor für die - wenn auch insgesamt leichten - Gebührenerhöhungen. Daneben gibt es weitere Kostenfaktoren, die zu berücksichtigen sind: die CO2-Bepreisung bei jährlich rund 420.000 Litern Treibstoff für die AHK-Fahrzeuge, die allgemeine Preis- und Tarifentwicklung sowie anstehende Investitionen.

Was das weitere Abfallwirtschaftskonzept betrifft, so wird es eine Erweiterung der Deponie Hillern um einen fünften Bauabschnitt geben, und zwar ausschließlich für im wesentlichen mineralische Abfälle wie beispielsweise Bauschutt bei einem Volumen von 350.000 Kubikmetern. Dazu der Vorstand: „Diese Erweiterung wird jetzt ausgeschrieben, im kommenden Jahr eingerichtet und 2021 in Betrieb genommen.“ Dafür sind Investitionen in Höhe von 3,6 Millionen Euro vorgesehen.

Vorgenommen, so Schäfer, habe sich die AHK zudem die Einführung einer Verpackungstonne, die den gelben Sack ablösen solle: „Das kann 2021 oder spätestens 2024 umgesetzt werden.“ Hier liege die Sammlung von Verpackungen bei den dualen Systemen, die sich aber mit der AHK abstimmen müssten. Ob aus der Verpackungstonne - grauer Behälter mit gelbem Deckel - irgendwann einmal eine echte Wertstofftonne auch für sogenannte „stoffgleiche Nichtverpackungen“ wie dem vielzitierten Gummientchen werden könnte, weiß Schäfer noch nicht zu sagen: „Dar­über muss man später entscheiden, denn es muss dann auch klar sein, dass mit dem Inhalt etwas Sinnvolles geschieht.“

Aber auch weitere Informationsaktionen hat die AHK auf dem Zettel, etwa um den organischen Abfall aus Garten und Küche in der Restmülltonne zu reduzieren. Der, so der Vorstand, belaufe sich nämlich auf rund 40 Prozent. „Wir wollen das um zehn Prozent in den nächsten Jahren reduzieren. Denn beispielsweise Gemüse und Obst kommen in den Biotonne, und nur Fleisch- und Knochenreste gehören - gut verpackt - in die graue Tonne.“ Für einige Kunden könnten damit auch Einsparmöglichkeiten verbunden sein, macht Schäfer deutlich: Wer seine organischen Abfälle konsequent in die Biotonne werfe, die noch dazu alle 14 Tage geleert werde, spare Platz in der Restmülltonne, die nur alle vier Wochen an der Reihe sei. Eventuell könnte dadurch dann statt einer Restmülltonne mit 120 Litern Volumen auch eine mit 60 Litern ausreichen, was Geld sparen würde.

Stärken möchte die AHK ihren Kundenservice auch durch digitale Angebote auf der Homepage, wie Schäfer erläutert: „Wir wollen hier mitmachen. Ab Mitte 2020 soll es ein Log-in für den persönlichen Bereich der Kunden geben, über das sie Leistungen wie etwa das Bestellen oder den Wechsel von Tonnen oder individuelle Gebührenabfragen nutzen können.“

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