Neuer Beruf im E-Commerce

BBS Soltau bieten Ausbildungsbeschulung für Online-Kaufleute

Neuer Beruf im E-Commerce

Er ist so neu, daß mancher Betrieb ihn noch gar nicht kennt, doch die Berufsbildenden Schulen (BBS) Soltau haben ihn schon ab August 2019 im „Angebot“ - den Beruf „Kaufmann/-frau im E-Commerce“: Damit müssen Azubis nicht mehr nach Hamburg oder Hannover fahren, um den schulischen Teil der Ausbildung zu absolvieren, sondern können dies in der Böhmestadt erledigen. Um über Anforderungen, Aufbau und Inhalte der Lernfelder sowie die Prüfungsprozesse zu informieren, hatten BBS und Industrie- und Handelskammer (IHK) am vergangenen Dienstag hiesige Betriebe eingeladen.

Erst seit 2018 gibt es den Beruf in dieser Form, „und wir haben jetzt die Genehmigung, mit der Einrichtung von Fachklassen zu beginnen“, weiß BBS-Leiterin Gabi Tinnemeyer zu berichten. Darauf haben sich die Studienräte Torben Marsetz und Kevin Brodrecht sowie Ina Müller-Jarisch, Abteilungsleiterin des Beruflichen Gymnasiums, entsprechend eingestellt und fortgebildet, „denn hierbei werden die Auszubildenden darauf vorbereitet, Geschäftsprozesse im Online-Vertrieb zu entwicklen und umzusetzen. Dies erfordert zum Teil andere Kompetenzen als in traditionellen Ausbildungsberufen“, so Brod-recht.

Hinter der Bezeichnung „Kauf-mann/-frau im E-Commerce“ steht also eine Ausbildung zu Online-Kaufleuten, die drei Jahre lang dauert und unter anderem folgende Themen beinhaltet: Einrichtung und Pflege eines rechtssicheren Webshops, Sortimentsgestaltung, Zahlungsverkehr im Online-Handel, Vertragsanbahnung und -abwicklung, Online-Marketing und Kommunikation mit dem Kunden im Netz.

Dazu Marsetz: „Der Ausbildungsplan orientiert sich an anderen kaufmännischen Berufen. Vor allem die Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Einzelhandel ist ähnlich aufgebaut. Beim ‚Kaufmann im E-Commerce‘ liegt der Schwerpunkt allerdings auf den digitalen Handelslösungen. Unternehmen haben angesichts des zunehmenden Internethandels schon häufiger bei uns nachgefragt, ob es einen solchen Beruf gibt.“

Jetzt gibt es ihn und er ist beispielsweise gedacht für Groß- und Einzelhandelsunternehmen, Dienstleistungsunternehmen, Tourismuswirtschaft, Logistik- und Mobilitätsdienstleister sowie Finanzdienstleister wie etwa Banken und Versicherungen, die in diesem Beruf ausbilden können: „Voraussetzung ist allerdings, daß ausbildende Betriebe bereits über einen Online-Handel verfügen“, erläutert Diplom-Kauffrau Antje Possler, Beraterin Ausbildung bei der IHK Lüneburg-Wolfsburg. Die Initialzündung sei übrigens vom Versandhandel gekommen, der sich diesen Beruf schon vor Jahren gewünscht habe. Wie schon Marsetz betont auch Possler das wachsende Interesse der Unternehmen, in diesem Beruf auszubilden: „Deshalb ist eine regionale Beschulungsmöglichkeit wie hier an den BBS Soltau auch so wichtig.“ Andererseits sei es auch nötig, an die Betriebe heranzutreten, um über das neue Berufsbild und die damit verbundenen Chancen und Erfordernisse zu informieren.

Obwohl dieses Angebot in der Heide brandneu und noch nicht so bekannt ist, rechnet Tinnemeyer mit einem guten Start: „Von zwölf bis 14 Betrieben haben wir eine Interessenbekundung. Für den Anfang ist das viel.“ Damit die Beschulungsangebote für diese Ausbildung einen möglichst großen Bereich abdecken, ohne sich gegenseitig das Wasser - also die Azubis - abzugraben, gibt es eine Kooperation zwischen den BBS Soltau und den BBS Lüneburg: „Wir in Soltau beginnen zum 1. August 2019, die BBS Lüneburg zum 1. August 2020. In Soltau startet der nächste Ausbildungsjahrgang dann 2021 und in Lüneburg 2022. Nach drei Jahren wird dann überprüft, wie dies weitergeführt werden soll.“

Wer sich für den Beruf „Kaufleute im E-Commerce“ interessiert, erfährt Näheres entweder bei Antje Possler von der IHK, Tel. (04131) 742149, E-Mail possler@lueneburg.ihk.de, oder bei den BBS Soltau. Hier stehen Ina Müller-Jarisch, Tel. (05191) 9710, E-Mail mueller-jarisch@bbssoltau.de, und Kevin Brodrecht, E-Mail brod-recht@bbssoltau.de, zur Verfügung.

Logo