Neues Haus für „alte Firma“

Eisen-Meyer baut in Harber Bürogebäude für Vertrieb und Verwaltung

Neues Haus für „alte Firma“

Die Ersten werden die Letzten sein - das ist nicht blasphemisch gemeint, sondern so ließe sich der Bibelspruch verdrehen, wenn es um die Bauprojekte im Gewerbegebiet Soltau Ost III geht: Denn Eisen-Meyer, vor mehr als zehn Jahren Pionier auf dem Areal an der Autobahn, schließt nun nach einer Dekade Pause mit der dritten Bauphase an das bestehende Stahllager an, während die anderen Firmen dort mit ihren Anlagen und Hallen sowie deren Erweiterungen mittlerweile (fast) fertig sind. Der Grund für den langen Zeitraum bis zur endgültigen Fertigstellung: Das zur Thies+Co-Gruppe gehörende Unternehmen hatte ursprünglich andere Pläne. Statt eines einst angedachten Service- und Verkaufsstandortes entsteht jetzt ein neuer Büro- und Verwaltungskomplex. Zur Grundsteinlegung bei Eisen-Meyer waren kürzlich auch die Verantwortlichen von Thies+Co in Harber vor Ort.

Andreas Wagner, Niederlassungsleiter Eisen-Meyer Soltau, konnte zu dem feierlichen Ereignis von der Unternehmensgruppe Thies+Co unter anderem die Geschäftsführer Andreas Ruster und Thomas Elfert, den Beiratsvorsitzenden Bodo Sievert sowie die Beiratsmitglieder Andreas Ziegenhirt und Thomas Elfert begrüßen. Sie sind - so könnte man sagen - die „Neuen“ bei Eisen-Meyer: Denn obwohl das Unternehmen schon seit fast 35 Jahren zu Thies+Co gehört, so hat der Soltauer Traditionsbetrieb doch eine sehr viel weiter zurückreichende Geschichte, die vor fast 270 Jahren begann.

1754 von Albert Meyer als Handelsgeschäft mit angeschlossener Brennerei gegründet, zählt Eisen-Meyer heute zu den ältesten Firmen in Soltau und der Heideregion. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Brennerei abgeschafft und das Geschäft um den Handel mit Eisenwaren und Werkzeugen erweitert. Ansässig war das Unternehmen bis vor gut 40 Jahren in der Poststraße 7 im Zentrum der Böhmestadt - in dem Gebäude, in dem heute das Spielmuseum zu finden ist. 1978 zog Eisen-Meyer von dort in neugeschaffene Geschäfts- und Verkaufsräume mit Stahllager in die Carl-Benz-Straße. Diesen Standort betreibt die Firma noch heute - und seit gut zehn Jahren gibt es zudem die zwei großen grünen Hallen im Gewerbegebiet Soltau Ost III.

Dort bekommt die „alte Firma“ jetzt ein neues Haus, und dieser dritte Bauabschnitt ist auch das Ende einer nunmehr zehn Jahre andauernden „Notlösung“: Denn neben dem Stahllager wurden für die Mitarbeiter Container aufgestellt. Als Übergangslösung gedacht, wurden die mobilen Büros zum Dauerquartier: Ursprünglich war die Umsiedlung des gesamten Unternehmens nach Harber geplant, wo neben den Hallen auch großflächige Verkaufsräume für den Werkzeugfachhandel sowie Büros für die Verwaltung entstehen sollten. Doch mittlerweile sei das Onlinegeschäft stark gewachsen, erklärte Wagner, weitläufige Verkaufsflächen seien nicht mehr nötig und keine Option für eine Erweiterung.

So bleibe zwar auch weiterhin ein Teil des Areals weiterhin unbebaut, „doch das ‚Container-Dorf‘ lösen wir auf. Es entsteht für etwa 30 der heute rund 70 Mitarbeiter ein neues Verwaltungsgebäude“. Und das sei, meinte der Niederlassungsleiter, auch nötig. Dem pflichtete Ruster bei: „Schon vor Corona war die Anzahl der Mitarbeiter im beengten Bürogebäude am Stammsitz in der Carl-Benz-Straße grenzwertig. Ein neues Zukunftskonzept hat neben der Pandemie letztendlich den Anstoß gegeben, neuen Büroraum zu schaffen und die zwei Geschäftsbereiche Stahl und Werkzeuge räumlich zu trennen“, erläuterte der Geschäftsführer. Zukünftig werde das Traditionshaus damit zwei Vertriebsstandorte haben, so Ruster weiter, „denn der erfolgreiche Fachhandel für Werkzeuge, Maschinen und Betriebseinrichtung verbleibt an der bekannten Anschrift, während sich der Stahlhandel über den Umzug nach Harber freut.“ Dort solle das neue Gebäude, so hoffen die Verantwortlichen, Mitte 2022 fertig sein.

Logo