„Ordentliches Ergebnis erzielt“

Bilanz 2019: Kreissparkasse Soltau blickt zurück auf das vergangene Jahr

„Ordentliches Ergebnis erzielt“

Angesichts der Coronakrise und der sich zuspitzenden Ereignisse hatte die Kreissparkasse Soltau in der vergangenen Woche sofort Maßnahmen eingeleitet, um die Versorgung und Beratung ihrer Kunden sicherzustellen (HK berichtete). Die zeitgleiche Veröffentlichung der Bilanz für das Geschäftsjahr 2019 rückte dabei fast ein wenig in den Hintergrund. Dabei blickt das Zahlenwerk durchaus positiv auf das vergangenen Jahr zurück - und auch in die Zukunft: „Die Kreissparkasse Soltau ist mit zukunftsorientierten Neuerungen weiter auf Kurs“, lautet der Tenor.

Verändert das Coronavirus zur Zeit nun auch das Leben in der Heide, so waren die Probleme 2019 meist noch weit entfernt. Nicht so für die KSK, die sich mit verschiedenen geopolitischen Besonderheiten, die das vergangenen Jahr geprägt haben, auseinandersetzen musste: „Verschiedene Faktoren, etwa der Brexit oder der Handelsstreit zwischen China und den USA beeinflussten die weltwirtschaftliche Entwicklung. Die Kreissparkasse Soltau hat sich im vergangenen Jahr vor dem Hintergrund herausfordernder Rahmenbedingungen wirtschaftlich zufriedenstellend entwickelt und ein ordentliches Ergebnis erzielt. Zugleich wurde fest im Blick gehalten, Nutzen für den Kunden zu generieren - das ist und bleibt die Kernaufgabe für die Kreissparkasse Soltau“, so die KSK in ihrer Mitteilung zur Bilanz für 2019.

Der im Jahr 2018 begonnene umfassende Veränderungsprozess in aktuellen Themen wie moderne Vertriebskonzeption, Digitalisierung und Kommunikation sei im vergangenen Jahr erfolgreich fortgesetzt worden. Und nach wie vor beschäftige laut KSK ein Thema die deutschen Finanzinstitute wie kein zweites: „Die Niedrig- und sogar Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Inzwischen sind die Auswirkungen auch für unsere Kunden deutlich spürbar. So sind Guthabenzinsen nahezu abgeschafft.“ Die KSK zeige in den Kundenberatungen Lösungen auf, die auch in diesen Zeiten Chancen bieten. „Im Jahr 2020 wollen wir unser digitales Angebot weiter ausbauen und dabei jedoch immer die Vor-Ort-Sparkasse für unsere Kunden bleiben. Von unseren Leitlinien sind wir überzeugt. Die Kreissparkasse Soltau befindet sich in ihrer Entwicklung weiter ‚auf Kurs‘“.

Beim Ergebnis des Geschäftsjahrs 2019 verzeichne die KSK ein deutliches Wachstum im Kreditgeschäft: „Mit guter Beratung und attraktiven Konditionen ist es gelungen, das Kreditgeschäft der Sparkasse deutlich zu steigern. Insgesamt konnte das Kundenkreditvolumen im vergangenen Geschäftsjahr um elf Prozent auf 908 Millionen Euro ausgeweitet werden. Dabei liegen Immobilien nach wie vor im Trend - ob zur Selbstnutzung oder als Kapitalanlage. Unseren Kunden wurden im vergangenen Jahr über 120 Millionen Euro neue Darlehensmittel für den Wohnungsbau zugesagt - ein Anstieg zum Vorjahr von über 16 Prozent. Diese Summe übersteigt die Tilgungen der Kunden, sodass der Bestand an Krediten für den Wohnungsbau weiter gesteigert werden konnte.“ Auch das Gründungs-Know-how der Kreissparkasse Soltau habe mit der Begleitung von elf Existenzgründern und einem Volumen von rund zwei Millionen Euro das Kreditwachstum stützen können. „Dabei konnten über 50 Arbeitsplätze in der Region neu geschaffen beziehungsweise erhalten werden.“

Die KSK selbst habe ebenfalls einen Wachstum bei den eigenen Zahlen verzeichnet: „In Folge des deutlichen Anstiegs des Kundenkreditgeschäftes konnte überdies die Bilanzsumme der Kreissparkasse Soltau binnen Jahresfrist um rund acht Prozent gesteigert werden. Per 31. Dezember 2019 lag sie damit bei 1.164 Millionen Euro (Vorjahr 1.079 Millionen Euro).“ Trotz einer Verzinsung nahe Null seien die Kundeneinlagen im vergangenen Jahr erneut angestiegen: „Mit einem Wachstum von über fünf Prozent haben sie inzwischen ein Volumen von 933 Millionen Euro erreicht.“ Der Fokus der Anleger liege dabei auf kurzfristigen Anlagen. Eine Investition in Wertpapiere könne in Zeiten der Negativ-Zinsen Abhilfe schaffen. „Der Wertpapiernettoabsatz im Jahr 2019 lag mit 13,9 Millionen Euro nahezu auf dem Vorjahresniveau.“ Die deutlich proaktivere Marktbearbeitung zeige sich insbesondere im Dienstleistungsgeschäft: „In nahezu allen Produktbereichen konnte der Absatz im vergangenen Jahr deutlich gesteigert werden. Höchststände im Privatkredit- und Versicherungsgeschäft, bei der vermittelten Bausparsumme und der Immobilienvermittlung sowie eine deutlich positive Entwicklung des Depotvolumens unserer Kunden sprechen für eine ganzheitliche Beratung.

Unter dem Motto „digitaler werden - Sparkasse bleiben“ biete die KSK ihren Kunden seit dem vergangenen Geschäftsjahr viele Neuheiten wie das Kunden-Beratungs-Center mit Videoberatung und das digitale Produktangebot oder Apple Pay. Gleichzeitig habe die KSK einige ihre Standorte modernisiert, etwa die Geschäftsstellen Wietzendorf und Bispingen. „Als nächstes ist die Neugestaltung der Geschäftsstelle in Neuenkirchen vorgesehen“, so die Mitteilung der Kreissparkasse.

Mehr als eine Viertelmillion Euro investierte die Sparkasse im Jahr 2019 in soziale Themen und Projekte, „davon allein 200.000 Euro durch eine Zustiftung zur Stiftung der KSK Soltau. Mit weiteren eigenen Mitteln sowie Mitteln der Stiftung der Kreissparkasse Soltau und aus dem Reinertrag der Lotterie Sparen und Gewinnen wurden diverse größere und kleinere Projekte gefördert. Das Engagement reichte dabei von sozialen und kulturellen Themen über Sport bis hin zum Umwelt- und Naturschutz“, so die KSK.

Das Geldinstitut ging in seiner Mitteilung auch auf die Kündigungen von Prämiensparverträgen ein - hier habe sich die KSK anpassen und auf wirtschaftliche Bedingungen reagieren müssen: „Wie viele andere Sparkassen hat auch die Kreissparkasse Soltau im vergangenen Jahr einige der besonders langlaufenden Verträge gekündigt. Wir verstehen, dass viele Kunden diesen letzten sehr attraktiven Prämiensatz möglichst auf alle Zeiten weiterhin erhalten wollen. Leider erlaubt es die heutige Zinssituation aber nicht, über die vorgesehene Laufzeit hinaus so außergewöhnlich hohe Prämien zu zahlen.“

Zum Bereich der Negativzinsen und Verwahrentgelte erklärt die KSK: „99 Prozent unserer Kunden werden nach heutiger Einschätzung mit Verwahrentgelten nicht in Berührung kommen. In ganz besonderen Fällen - bei sehr hohen Guthabenbeständen von über 500.000 Euro auf den Konten in unserem Hause - werden Verwahrentgelte allerdings nicht zu umgehen sein. Dies betrifft aber nur sehr wenige Kunden.“

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