„Räderwerk“ startet Großkontrolle in der Böhmestadt

Polizei und diverse Behörden nehmen Soltauer Objekte unter die Lupe

„Räderwerk“ startet Großkontrolle in der Böhmestadt

Zirka 30 Kräfte der Bereitschaftspolizei sowie weitere der Polizeiinspektion (PI) Heidekreis und Vertreter von Behörden - ein Großaufgebot also von rund 70 bis 80 Personen überprüfte am 9. Mai zeitgleich gemeinsam mehrere Objekte in Soltau. Kurz vor 20 Uhr fuhren die Fahrzeuge vor Gebäudekomplexen in der Wilhelmstraße vor. Ziel der Kontrolle waren Shisha-Bars, ein Restaurant, ein Wettannahmebüro und zwei Spielhallen. Auch ein Zubehörladen für Shisha-Bars in der Lüneburger Straße wurde unter die Lupe genommen. Initiiert worden war die Aktion vom „Räderwerk“.

Vor rund zwei Monaten haben sich Polizeiinspektion (PI) Heidekreis und diverse Behörden und Entscheidungsträger im Heidekreis zum „Räderwerk“ zusammengeschlossen (HK berichtete). Sie haben es sich damit zur Aufgabe gemacht, in einem ganzheitlichen Bekämpfungsansatz eng vernetzt neben der Rockerkriminalität ebenso gegen kriminelle Familienstrukturen konsequent vorzugehen. Die Kooperationspartner wollen diesem Phänomen, das unter anderem durch Ablehnung bestehender Normen und Gesetze sowie kriminelles Verhalten gekennzeichnet ist, offen und entschlossen bei niedriger Einschreitschwelle entgegentreten.

Am 9. Mai nun hat das „Räderwerk“ seine erste gemeinsame Aktion umgesetzt. Nach einer vorgeschalteten Besprechung machten sich die Vertreter verschiedenster Behörden auf den Weg, um sich insgesamt acht Objekte genauer anzusehen. Wie PI-Pressesprecher Olaf Rothardt erläutert, hatte die Polizei dabei eher eine flankierende Funktion: „Polizeibeamte ebneten den Weg. Sie leisteten in erster Linie Amsthilfe, um für die Kontrolleure eine geschützte und sichere Arbeitsumgebung zu gewährleiten.“ So waren nach Rothardts Angaben die Steuerfahndung, das Finanzamt, das Ordnungsamt, der Zoll und der Landkreis vor Ort: „Sie nahmen unter anderem Kassenprüfungen vor, kontrollierten die baurechtlichen Bestimmungen, suchten nach unverzollter Ware und überprüften Spielautomaten.“

Ganz leer gingen die Kontrolleure dabei nicht aus. So bestätigt der PI-Sprecher: „Es wurden einige Verstöße zutage gefördert. Der Zoll stellte in einer Shisha-Bar rund 300 Kilogramm unverzollten Tabak sicher und leitete steuerrechtliche und strafprozessuale Maßnahmen ein. In dem Objekt hielten sich auch zwei jugendliche Gäste auf, die an die Vertreterin der Jugendpflege übergeben wurden. Außerdem wurden Verstöße gegen das Niedersächsische Glücksspielgesetz und die Spielverordnung festgestellt.“

In allen Lokalitäten habe das Finanzamt in Zusammenarbeit mit der Steuerfahndung die Kassen überprüft: „Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt im Nachgang. In einem Fall ist eine nicht ordnungsgemäße Kasse verwendet worden. In einer Lokalität erfolgte die Nutzung der Räume entgegen der vorliegenden Genehmigung.“ Darüber hinaus, so Rothardt, seien diverse nicht angemeldete und in nicht zulässiger Weise aufgestellte Glücksspielgeräte entdeckt worden: „Aufgrund der Vielzahl der festgestellten Mängel sind fünf Automaten am Freitagmittag durch Mitarbeiter der Stadt Soltau versiegelt worden.“

Für eine leichte Verzögerung bei der Kontrolle am Donnerstagabend sorgte der Umstand, daß erst ein Drogenhund von außerhalb nach Soltau gebracht werden mußte. Allerdings konnte sein feines Näschen nichts Verdächtiges erschnüffeln. Das bestätigt Rothard: „Verdachtsmomente, die sich bei der Kontrolle in Hinblick auf Betäubungsmittel ergeben hatten, konnten durch die Absuche der Lokalität mit einem Rauschgiftspürhund entkräftet werden. Die Ermittlungen dauern an.“

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