Rechnen, hüpfen, ernten

Förderverein der Soltauer Hermann-Billung-Schule realisiert Projekte

Rechnen, hüpfen, ernten

Mädchen und Jungen, die in der Soltauer Hermann-Billung-Schule (HBS) hoch hinaus wollen, können dabei seit kurzem Schritt für Schritt das Einmaleins lernen: In drei Trakten sind die Treppenstufen jeweils mit den entsprechenden Zahlen versehen worden, die aufgrund ihrer Farbgebung nicht zu übersehen sind und „step by step“ zum Rechnen einladen. „Zahlmeister“ war der Förderverein der Grundschule, der die sinnvolle Gestaltung der Treppenstufen finanziert hat. Auch darüber hinaus war der Förderverein in der Corona-Krise aktiv. Mit Hilfe des städtischen Bauhofes wurde auf dem Schulhof ein Hüpfspiel auf dem Asphalt aufgeflammt. Außerdem gibt es demnächst gesunde „Nervennahrung“ aus eigenem Anbau, verfügt die HBS doch auf ihrem Gelände neuerdings über vier Hochbeete, in denen unter anderem Möhren, Tomaten, Kürbisse und Gurken wachsen und gedeihen.

Die Hochbeete sind 65 Zentimeter hoch, zwei Meter lang und einen Meter breit. „Sie bestehen aus unkaputtbarem Hartholz. Wir haben sie als Bausätze im Internet bestellt und eigenhändig aufgebaut. Wir haben also selbst geschraubt und gehämmert“, berichtete Mirja Konrad-Wrigge, 2. Vorsitzende des Fördervereins, am vergangenen Freitag. „Wir haben die Hochbeete mit Massen von Komposterde und 25 Sack Pflanzerde befüllt“, so Konrad-Wrigge.

Die Kinder haben bereits fleißig gesät und gepflanzt und können bald ernten. Sie dürfen sich dann auf jede Menge gesunde „Snacks“ aus eigener „Produktion“ freuen, zum Beispiel Kopfsalat, Zucchini, gelbe Paprika, Tomaten, Kartoffeln und Gurken. „Ursprünglich sollten die Hochbeete auf der Mensa-Wiese aufgestellt werden. Zum Glück hat uns der Hausmeister darauf hingewiesen, dass zwecks Bewässerung ein Wasseranschluss in der Nähe sein muss“, so Konrad-Wrigge. Deshalb befinden sich die vier Holzkästen nun auf einem Areal rechts neben dem Schulgebäude.

Wichtig ist der Schulleitung und dem Förderverein, dass sich die Kinder selbst um die Beete kümmern. Deshalb haben die verschiedenen Jahrgänge Patenschaften übernommen. „Wir haben das Projekt der Fachschaft Sachunterricht zugeordnet“, erklärte Schulleiterin Antje Kleinschmidt. Auch die Kinder der Kooperationsklasse der Lebenshilfe Soltau, die in einem Klassenraum der Hermann-Billung-Schule unterrichtet werden, werden in die Pflege der Beete und das Ernten eingebunden. Sie werden diese Aufgabe zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 1a übernehmen. „Hier gibt es ein gutes Miteinanander“, unterstrich Oliver Bauer, stellvertretender Geschäftsführer der Lebenshilfe und Bereichsleiter Schule. Die Hochbeete leisteten einen Beitrag zur sozialen Teilhabe von Kindern mit Behinderung. „Und darum geht es uns bei der Lebenshilfe: Brücken bauen.“

Die Lebenshilfe hat eines der Hochbeete finanziert, die anderen drei die Soltauer Fielmann-Filiale. Deren Niederlassungsleiter Antonio Franco Vazzano betonte: „Ich hoffe, dass alle Schülerinnen und Schüler an diesem Grün viel Freude haben werden.“ Der Augenoptikermeister hob hervor, dass sich Fielmann bereits seit Jahrzehnten im Umwelt- und Naturschautz engagiere. So pflanze das Unternehmen für jeden Mitarbeiter jedes Jahr einen Baum - bis heute mehr als 1,6 Millionen Bäume und Sträucher. Vazzano: „Wir wollen zeigen, dass die Natur der interessanteste und spannendste Spielplatz ist. Und weil viele Kinder heute nicht in die Natur können, bringen wir sie zu ihnen - auf den Pausenhof.“

Begeistert über das Engagement des Fördervereins und der Sponsoren zeigte sich Schulleiterin Kleinschmidt: „Ich freue mich, dass der Förderverein auch in Corona-Zeit en aktiv ist.“ Um sich für diesen Einsatz zu bedanken, hat die Schule einen Sponsorenlauf zugunsten des Fördervereins organisiert, der am vergangenen Freitag auf dem Plan stand. Knapp 60 Kinder im Ganztag hatten sich dazu angemeldet.

Logo