„Rennt um Euer Leben!“

Jugendfeuerwehr: Jugendliche aus Soltau erhalten nach spannender Prüfung Leistungsspange

„Rennt um Euer Leben!“

Neun motivierte Jugendliche der Stadtjugendfeuerwehr Soltau machten sich jüngst unter Regie der Stadtjugendfeuerwehrwarte Adrian Thölke (Soltau) und Beke Vorwerk (Wolterdingen) voller Tatendrang auf den Weg nach Ritterhude im Landkreis Osterholz-Scharmbek. Dort warteten verschiedene Prüfungen auf die Böhmestädter, die zu meistern waren, um die begehrte Leistungsspange zu erhalten. Torge Krinke, Gruppenführer der Jugendfeuerwehr Harber, lotste seine Gruppe am Prüfungstag durch die verschiedenen Herausforderungen.

Die Leistungsspange gilt als höchste Auszeichnung für ein Jugendfeuerwehrmitglied in Deutschland und bildet zudem das Ende der Jugendfeuerwehrzeit ab, bevor die Jugendlichen in die Einsatzabteilungen der Wehren wechseln. Prüfungsbestandteile dieser Abnahme sind ein fehlerfreier Löschangriff nach Feuerwehrdienstvorschrift, Theoriefachwissen, sportliche Leistungen zum Beispiel beim Staffellauf, eine Schnelligkeitsübung sowie Kugelstoßen. „Feuerwehr-Rambos“, also „Einzelkämpfer“, sind dabei allerdings nicht gefragt. Vielmehr geht es um Teamarbeit, die Gruppe muss als Einheit erfolgreich sein.

Die Nachwuchsbrandbekämpfer aus Soltau wurden im Vorfeld knapp fünf Monate von Adrian Thölke und Beke Vorwerk intensiv auf ihren großen Tag vorbereitet. Das zahlte sich zunächst aus: Die Gruppe meisterte die ihr gestellten Aufgaben souverän und erreichte Höchstpunktzahlen im Löschangriff und in der Theorie. Vielleicht waren sich die jungen Böhmestädter dann aber „zu sicher“ bei der Schnelligkeitsübung. Hier war eine Schlauchleitung hintereinander und ohne Verdrehungen auszulegen. Bei einem Schlauch war letztlich aber eine Verdrehung festzustellen, was zur Folge hatte, dass diese Übung mit „0 Punkten“ bewertet wurde. Somit wurde es, was das Bestehen der Prüfung angeht, spannend, standen die Heidjer doch nun quasi „mit dem Rücken zur Wand“. Beim Kugelstoßen erreichten die Soltauer aber trotz großer Anspannung die erforderlichen Bewertungen. Es folgte der 1.500-Meter-Staffellauf - nicht gerade die Stärke der Gruppe. Die Ausbilder indes ermutigten ihre Schützlinge und fieberten gespannt wie die Flitzebogen an der Seitenlinie mit. Thölke feuerte die Mannschaft an: „Rennt um euer Leben!“ Und genau das taten die Jugendlichen dann auch: Meter für Meter und unter den einpeitschenden Worten ihrer Ausbilder rannten sie ihrer persönlichen Bestzeit entgegen. Erschöpft, aber glücklich, erreichte der letzte Läufer völlig ausgepumpt das Ziel - eine tolle Leistung, mit der die Jugendlichen ihre 0 Punkte aus der Schnellangriffsübung egalisieren konnten.

Der große Zusammenhalt innerhalb der Gruppe sowie die Grundeinstellung „Der Stärkere hilft dem Schwächeren“ führten letztlich dazu, dass die Soltauer diese Abnahme trotz des einen Fehlschlages erfolgreich meisterten. Die Jugendlichen und ihre Ausbilder waren überglücklich und feierten dementsprechend ausgelassen den Erhalt der Leistungsspange. Nun kann für die Jugendlichen die wichtige Arbeit innerhalb ihrer Ortswehren im aktiven Feuerwehrdienst beginnen.

Logo