RuF: Standort Soltau sicher

Städtebaulicher Vertrag zwischen Reitverein und Stadt unterzeichnet

RuF: Standort Soltau sicher

Eine „unendliche Geschichte“ ist jetzt zu einem guten Abschluss gekommen: Nach annähernd zwei Jahren schwieriger Verhandlungen hat Bürgermeister Helge Röbbert den städtebaulichen Vertrag zwischen der Stadt Soltau und dem Reit- und Fahrverein (RuF) Soltau zur Durchführung der 1. Änderung des Bebauungsplanes „Zwischen Winsener Strasse und Buchholzer Bahn“ unterzeichnet.

Das neue Wohngebiet, auf dem die Bautätigkeit bereits in vollem Gange ist, grenzt unmittelbar an das vereins-eigene Gelände mit Stallungen, Reithalle, Gastronomie, Paddocks, Trainings- und Turnierplätzen an. Der RuF äußerte bereits im Flächennutzungsplanverfahren im November 2018 seine Befürchtungen, dass das dichte Heranrücken der Wohnbebauung an den Geräusche, Gerüche und Staub verursachenden Betrieb des Vereins zu erheblichen Konflikten mit der Nachbarschaft führen könnte. Drohende Nutzungsbeschränkungen würden letztlich die Existenz des Vereins gefährden (HK berichte). Die Stadtverwaltung teilte diese Bedenken nicht. Sie vertrat die Auffassung, dass alle möglichen Konfliktpotentiale geprüft und bei der planerischen Umsetzung berücksichtigt worden seien. Die Verantwortlichen im Rathaus sahen keine Notwendigkeit, dem Wunsch des Vereins nach weitergehender Vorsorge gegen das Entstehen von Konflikten zu entsprechen.

„Als am 30. Juli 2018 das erste Gutachterteam im Auftrag der Stadt unangemeldet auf unserem Grundstück erschien, begann eine sehr schwierige Zeit für uns“ schildert die Vorsitzende Dorothea Bockelmann „viele Stunden mussten wir uns in unserer Freizeit mit umfangreichen Gutachten, Stellungnahmen und Planungstexten auseinandersetzen. Immerhin neun Vertragsentwürfe wurden von der Stadt verworfen. Aus dem politischen Raum wurden wir zwar von den kleinen Fraktionen unterstützt, die teilweise kontroversen Gespräche mit Verwaltung und Politik haben den Verein aber sehr belastet.“

Die Ehrenamtlichen des RuF schalteten angesichts der unnachgiebigen Haltung der Verwaltung und des Stadtrates im Juni 2019 einen renommierten Fachanwalt ein.

Helge Theissen, 2. Vorsitzender des RuF Soltau ergänzt: “Bestärkt hat uns, dass die Investoren des neuen Baugebietes das Gespräch mit uns suchten und unseren Sorgen mehr Verständnis entgegenbrachten, als die Stadt Soltau. Der Verein hätte zwar eine gerichtliche Auseinandersetzung mit einhergehendem Baustopp nicht gescheut, aber insbesondere im Sinne der künftigen Bauherren stand für uns stets eine einvernehmliche Lösung im Vordergrund.“

Der städtebauliche Vertrag zwischen der Stadt Soltau und dem RuF Soltau legt nun folgendes fest: Der Bebauungsplan wird erneut geändert, um Rechtssicherheit im Hinblick auf die Lärmproblematik für beide Parteien zu erreichen. Eine aktive Vermarktung der städtischen Grundstücke erfolgt erst nach Änderung des B-Planes. Bis dahin wird eine entsprechende Grunddienstbarkeit zugunsten des Vereins eingetragen. Künftige Eigentümer müssen sicherstellen, dass keine maßgeblichen Immissionsorte in den Wohngebäuden entstehen.

Die Stadt übernimmt die Kosten für die Installation einer größeren Abluftanlage, damit die Gastronomie des Vereins auch künftig trotz der direkt benachbarten Wohnbebauung im rechtlichen Rahmen betrieben werden darf.

Zur Vermeidung von Staubimmissionen durch Reitbetrieb und Pferdehaltung wird die Stadt Soltau eine geeignete Anpflanzung aus Bäumen und Gehölzen anlegen sowie einen zwei Meter hohen Sichtschutzzaun entlang der Grenze zum Vereinsgelände errichten.

Die Koordinatorin für den Trainingsbetrieb auf der Reitanlage, Melanie Usadel blickt wieder zuversichtlich in die Zukunft: „Die Soltauer werden ihren traditionsreichen Reitverein nicht verlieren. Pferdehaltung und der vielseitige Reitbetrieb bleiben am jetzigen Standort, in den wir nun weiter investieren und uns um eine gute Nachbarschaft mit den künftigen Anwohnern bemühen werden.“

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