Schlitzerbande ausgehoben

Schlag gegen organisierte Kriminalität / Festnahme mehrerer Täter

Schlitzerbande ausgehoben

Unter Federführung der Polizeiinspektion Heidekreis gelang Ermittlern Mitte Oktober mit der Festnahme einer international agierenden Tätergruppe „Planenschlitzer“ ein Schlag gegen die Organisierte Kriminalität. Stefan Sengel, Leiter der Polizeiinspektion kommentierte den Erfolg mit den Worten: „Das war eine sehr gute Arbeit, die neben qualifiziertem Personal auch einen langen Atem benötigte“.

Seit Dezember 2018 wurde bei der Polizeiinspektion Heidekreis ein umfangreiches Verfahren gegen eine mindestens sechsköpfige, belarussische Tätergruppierung geführt, welche gezielt Sattelzüge auf Autobahnparkplätzen anging, um darauf befindliche Waren zu entwenden.

Allein in Niedersachsen stand die Gruppierung im vergangenen Jahr im Verdacht, an insgesamt knapp 60 Taten, davon der Großteil im Heidekreis, beteiligt gewesen zu sein. Die bei den Taten entstandene Schadenssumme beläuft sich auf mehr als eine halbe Millionen Euro. Das Hauptaugenmerk der Tätergruppierung lag hierbei auf Rastanlagen und Parkplätzen entlang der Autobahn 7, in der Nähe der Stadt Hannover.

Im Zuge erster Ermittlungen stellten die Beamten einer eigens bei der Polizeiinspektion Heidekreis eingerichteten Ermittlungsgruppe fest, dass dieselbe Gruppierung auch für zuvor begangene Taten in Frankreich verantwortlich war. Außerdem zeigte sich, dass die Bandenmitglieder gezielt zur Verübung von Straftaten in die Europäische Union einreisten. Dabei verfügten die Täter neben mehreren Pkw auch über verschiedene Lkw und nutzten sie, um das Stehlgut unmittelbar am Tatort zu verladen und anschließend in das Ausland abzutransportieren.

Im Rahmen eines Koordinierungstreffens, initiiert und finanziert vom Projekt Cargo (Expertenteam in Sachsen-Anhalt zur Bekämpfung von organisierter Kriminalität; hier: Ladungsdiebstähle) sowie EUROPOL (Strafverfolgungsbehörde der Europäischen Union), wurden zwischen beiden Staaten (Deutschland und Frankreich) verschiedenste verfahrensrelevante Informationen ausgetauscht und bisherige Ermittlungsergebnisse zusammengetragen. Dies ermöglichte die Intensivierung weiterer verdeckter Maßnahmen.

Während der verdeckten Maßnahmen kam es Ende Januar dieses Jahres zunächst zu einer fluchtartigen Ausreise der Gruppierung aus Deutschland. Am 30. Juli 2019 wurden seitens des zuständigen Amtsgerichtes in Deutschland sechs nationale Haftbefehle gegen die bislang bekannten Bandenmitglieder erlassen.

Im Zuge weiterer Maßnahmen konnten einzelne Mitglieder in Deutschland lokalisiert werden. Am 10. Oktober wurden schließlich vier Bandenmitglieder, darunter ein führender Kopf der Gruppierung, festgenommen. Im Zuge dieser Festnahme konnte auch ein Lkw mit aktuell entwendeten Fernsehgeräten aufgefunden werden.

Allein diese Fernseher wiesen einen Wert von rund 60.000 Euro auf. Die weiteren Ermittlungen hierzu stehen noch aus. Die vier Festgenommenen wurden einem Haftrichter vorgeführt und einer Justizvollzugsanstalt zugeführt.

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