Aufruf zum Streik bei Harry-Brot

Am heutigen Mittwoch in Soltau, Freitag in Schneverdingen

Aufruf zum Streik bei Harry-Brot

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft am heutigen Mittwoch und am 21. August die Beschäftigten von Harry-Brot im Heidekreis zum ersten befristeten Streik der Unternehmensgeschichte auf. Damit will die NGG den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen in der Brot- und Backwarenindustrie erhöhen.

„Nachdem die Arbeitsgeberseite bei den Tarifverhandlungen im Juni kein Angebot in der nordwestdeutschen Brot- und Backwarenindustrie vorgelegt hat, verleihen die Beschäftigten heute im Harry-Brot-Werk in Soltau und Freitag am Standort Schneverdingen mit jeweils vierstündigen Warnstreiks der Forderung nach einer Steigerung der Löhne und Gehälter von 6,2 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten deutlich Nachdruck. Der Lohn- und Gehaltstarifvertrag wurde bereits zum 31. März 2020 gekündigt“, heißt es Eineiner Ankündigung der NGG.

„Aufgrund der Corona-Pandemie haben die Verhandlungen sehr spät begonnen, jetzt warten die 650 Beschäftigten im Heidekreis aber lange genug auf eine Tariferhöhung“, berichtet Steffen Lübbert, Geschäftsführer der NGG in Lüneburg. Dies sei umso unverständlicher, als dass die Branche derzeit ordentlich zu tun habe. Durch die Systemrelevanz der nahrungsmittelproduzierenden Betriebe und den gestiegenen Bedarf „mussten die Beschäftigten in den vergangenen Monaten Überstunden leisten und Sonderschichten fahren. Die Belegschaften haben geschuftet und alles gegeben, damit die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung sichergestellt werden konnte“, so Lübbert weiter.

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leisteten jeden Tag harte Arbeit und die müsse auch angemessen honoriert werden, so der Geschäftsführer. „Außerdem fressen Mieten und andere Kosten einen großen Teil der Einkommen der Beschäftigten auf. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die Tariflöhne nicht abgehängt werden. Die NGG will mit den Warnstreiks ein faires Einkommen für die gute Arbeit erreichen. Die Arbeitgeberseite muss sich endlich bewegen“, unterstreicht der Gewerkschafter die Forderung. Die NGG erwarte für ihre Mitglieder ein akzeptables und verhandlungsfähiges Angebot in der nächsten Verhandlung am 10. September.

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