Schnuckeneintrieb und mehr

Erlebnis für Einheimische und Heidetouristen am Soltauer Wacholderpark

Schnuckeneintrieb und mehr

Was insbesondere Touristen von einem zünftigen Heidebesuch erwarten, wird ihnen demnächst in Soltau geboten: Vom 1. August bis zum 13. September können die Gäste, aber natürlich auch die Heidjer selbst täglich um 17 Uhr den Heidschnucken-Eintrieb auf der Heidefläche am Wacholderpark in den dortigen Schafstall erleben.

Umtriebig war Wilfried Worch-Rohweder schon immer, jetzt hat der Vorsitzenden des Soltauer Salzsiedervereins 08 dieses abendliche Schnucken-Idyll initiiert. Dafür hat ihm die Stadt Soltau die Pflege und Nutzung der rund fünf Hektar großen Heidefläche am Wacholderpark übertragen. Dem Soltauer gehört auch die eigens dafür neuaufgebaute kleine Heidschnuckenherde mit ihren 35 Tieren. Mit dieser Maßnahme kann Worch-Rohweder sein Anliegen umsetzen, diese schöngelegene, fußläufig von Soltau zu erreichende Heidefläche stärker in den Fokus der Böhmestädter und der Touristen zu rücken.

Schnucken allein reichen dazu aber nicht aus, denn ohne Schäfer geht es nicht. Diese Aufgabe übernimmt der Ruheständler und frühere Berufsschäfer Matthias Schüler aus Neuenkirchen. Nach ihm musste Worch-Rohweder nicht allzu lange suchen: Auch er gehört zu den Soltauer Salzsiedern und hat sich bereit erklärt, diesen „Job“ zu übernehmen. Er wird den Besuchern erhellende Informationen über die Besonderheiten der Heidschnucken als Leittiere der Lüneburger Heide geben.

An einem eigens zu diesem Zweck bereitgestellten Informationsstand können sich die Gäste auch über die Bienenhaltung in der Heide informieren. Auch hier hat Worch-Rohweder wieder „vorgearbeitet“ und bereits vor vielen Jahren auf eigene Kosten einen historischen Bienenstand im Bereich der Heidefläche des Wacholderparks errichtet. Zu einem „Gesamterlebnis“ komplettiert wird der tägliche Heidschnucken-Eintrieb durch einen in den Informationsstand integrierten Verkaufsstand für Heidschnuckenprodukte und Honig sowie die vom Salzsiederverein hergestellten Salzprodukte.

Bei der Heidschnuckenherde handelt es sich um einjährige hochwertige Herdbuch-Mutterschafe, die im kommenden Jahr erstmals Lämmer zur Welt bringen sollen. Weiterer Bestandteil der Herde sind einigen Burenziegen, die sich gemeinsam mit den Schnucken an der Pflege der Heidefläche beteiligen sollen. Für diese Tiere werden zur Förderung des Bestandes auf fünf Jahre angelegten Patenschaften angeboten, die dem Erhalt und der Pflege der Herde dienen sollen - zu einem jährlichen Patenschaftsbeitrag von 37 Euro je Schnucke. Darin enthalten ist neben den Pflege- und Scherkosten für die einzelnen Tiere auch eine Mitgliedschaft im neugegründeten Förderverein „Soltauer Heidschnuckenschäferei“ - einer eigenen Abteilung des Soltauer Salzsiedervereins 08. Der wiederum sowie das dahinterstehende Soltauer Salzmuseum sind Kooperationspartner der „Soltauer Heidschnuckenschäferei“.

Als Patinnen und Paten von Schnucke und Ziege kann sich Worch-Rohweder nicht nur Einzelpersonen, Familien oder Firmen, sondern auch Kindergärten, Schulen und Vereine vorstellen. Wer sich solchermaßen einsetzt, bekommt dafür auch eine Urkunde mit den tierischen Daten des Patentieres. Die Urkunde berechtigt die Inhaber zum fortlaufenden Kontakt mit dem Vierbeiner. Darüber hinaus sind regelmäßige gesellige Patentreffen geplant, in denen es um das Wohl der Tiere gehen soll. Die Patenschaftsurkunden werden individuell von den „Soltauer Bleiläusen“, die sich die Förderung der Buchdruckkunst auf die Fahne geschrieben haben und mit den Salzsiedern zusammenarbeiten, komplettiert.

Der Eintritt zum Heidschnucken-Eintrieb ist übrigens kostenlos. Es gelten allerdings die jeweils aktuellen Hygiene- und Abstandsregelungen.

Weitere Informationen bekommen Interessierte über Facebook oder die Homepage des Soltauer Salzmuseums www.salzmuseum-soltau.de.

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