Prächtige Farben, extravagante Formen, handwerkliche Meisterschaft und künstlerische Originalität: Das Kostüm „Wild Things“ hat viele „Wow“-Faktoren. Und es hatte 2022 einen großen Auftritt bei der „WOW“-Show, der „World of Wearable Arts“ in Wellington in Neuseeland. Dort findet alljährlich für zwei Wochen die größte internationale Schau für tragbare Kunst aus unterschiedlichsten Materialien statt – mit Beiträgen von Kunstschaffenden aus aller Welt.
Entstanden ist „Wild Things“ 2019 im Atelier der niederländischen Filzkünstlerin Saar Snoek. Sie lässt sich bei ihren Kreationen gern von der Natur inspirieren – ohne sie zu kopieren. Vielmehr schafft sie Formen, wie es sie in der Natur geben könnte, vielleicht auch unentdeckt einmal gab oder gibt. So kann man bei „Wild Things“ an Korallen oder Seeanemonen denken – oder auch an den stacheligen Panzer eines Urzeitwesens. Aus selbstgefärbter loser Wolle und Seidenfasern ist das Kostüm samt zugehörigen Stiefeln und Handtasche von der Künstlerin in einem langsamen Prozess von Hand gefilzt worden.
Im Zusammenhang mit der Ausstellung „Das gefilzte Riff“ der niederländischen Filz-Vereinigung lernte Saar Snoek im Jahr 2023 die Soltauer Filzwelt Felto kennen und gab hier ein Kurswochenende zum Thema „Korallen filzen“. Anschließend bot sie an, das Kostüm „Wild Things“ nach seiner Rückkehr aus Neuseeland in Soltau auszustellen. „Hier hat es seitdem Tausende bewundernde und faszinierte Blicke auf sich gezogen“, freut sich Antje Ernst von der Filzwelt Felto.
Nun ist das Kostüm erneut auf Reisen gegangen: diesmal nach Portugal, ins Museu da Chapelaria in São João da Madeira, gut 30 Kilometer südlich der Hauptstadt Porto. Das Museum der Hutkunst widmet Saar Snoek und ihren fabelhaften Kopfbedeckungen von Mitte Mai bis Ende September eine Einzelausstellung.
Antje Ernst: „Anschließend darf ‚Wild Things‘ in die Filzwelt zurückkehren – und wer weiß, vielleicht folgen im kommenden Jahr auch die Hüte der Niederländerin und zeigen sich bei einer Sonderausstellung in der Filzwelt.“