Seniorenbeirat: Eine Frau und acht Männer

Soltauer Gremium: Damen hielten sich diesmal bei Kandidatur zurück

Seniorenbeirat: Eine Frau und acht Männer

Auch wenn sich Vorsitzender Gottfried Berndt alle Mühe gegeben hatte, potentielle Kandidatinnen schon im Vorfeld zu begeistern: Bei der Wahl zum Seniorenbeirat der Stadt Soltau am 29. Januar stand nur eine Frau auf der Liste. Damit setzt sich das neue Gremium, das maximal neun Mitglieder umfassen darf (Minimum fünf Mitglieder) und für drei Jahre gewählt wird, jetzt aus einer Frau und acht Männern zusammen: Birgit Adam, Karl Beck, Gottfried Berndt, Jürgen Dreyer, Wolf-Dieter Ebert, Robert Hollmann, Rainer Jäger, Bernhard Matthies und Reinhard Wrobel gehören damit zum Team, das sich für die Interessen älterer Soltauerinnen und Soltauer einsetzt.

Gewählt wird der Seniorenbeirat von Delegierten jener Vereine und Institutionen, die vor Ort Seniorenarbeit leisten. Wahlberechtigt sind zudem alle Soltauerinnen und Soltauer, die 60 Jahre und älter sind. Und so war der Ratssaal bei der Delegiertenversammlung des Seniorenbeirates am vergangenen Mittwoch gut besucht.

Themen, die das Gremium in der Böhmestadt verfolgt, haben stets Hand und Fuß. Das unterstrich auch noch einmal Bürgermeister Helge Röbbert, der ein Grußwort beisteuerte: „Der Seniorenbeirat ist immer wichtig gewesen und findet bei der Stadt Gehör, weil er sachlich und fundiert arbeitet. Wir haben ein großes Vertrauensverhältnis.“ Was diese Arbeit während der Wahlperiode in den vergangenen drei Jahren ausgemacht hat, ließ Kurt Beck noch einmal Revue passieren. Die Liste ist lang und reicht von einzelnen Informationsveranstaltungen etwa über seniorengerechtes Wohnen bis hin zu fortlaufenden Aktionen wie der PC-Sprechstunde, „Fit im Auto“ oder dem runden Tisch „Einsamkeit“.

Besonders erwähnenswert dabei: Um sich für seine Tätigkeit eine fundiertere Basis zu verschaffen, hatte der Seniorenbeirat 2017/18 ältere Soltauerinnen und Soltauer befragt und arbeitet seither die dabei formulierten Themen medizinische Versorgung, altersgerechtes Wohnen, IT-Kompetenz, Mobilität, Teilhabe Kultur, Freizeit und Sport ab. Unter anderem auch auf dieser Grundlage kommt das Gremium seinen Aufgaben nach. Und die, so Berndt, bestehen darin, die Interessen der älteren Bürger der Stadt Soltau zu vertreten, sich mit Problemen zu beschäftigen, die im Alter besonders auftreten und den Rat der Stadt Soltau, den Bürgermeister und die Verwaltung zu unterstützen und zu beraten, wann immer es um Themen geht, die ältere Mitbürger betreffen: „Dabei ist uns wichtig, dass es immer auch um ein gedeihliches Zusammenleben der Generationen in unserer Stadt geht.“ Durch Verbindungen zu Seniorenorganisationen auf Kreis-, Landes- und Bundeseben, so Berndt, wisse auch der Soltauer Seniorenbeirat um aktuelle Themen der Seniorenpolitik wie Altersarmut, Isolation und Einsamkeit, seniorengerechtes Wohnen oder um die Einbindung in Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse.

Dabei ist es für den Beirat nicht immer ganz einfach, denn Senioren und ihre Interessen lassen sich nicht über einen Kamm scheren - auch darauf verwies Berndt. Die unterschiedlichen Phasen des Alterns müssten in den Blick genommen werden: 60jährige seien eigenständig, aktiv und mobil; spätestens ab dem 75. Lebensjahr seien diese Eigenschaften in Frage gestellt. Und ab 80 Jahren seien viele auf Hilfe angewiesen. Hier müsse überlegt werden, wie diese Betroffenen eingebunden und auch zu Ehrenamt und Engagement angeregt werden könnten.

In seinem Ausblick auf die Aktivitäten des Seniorenbeirates für 2020 nannte der Vorsitzende neben der Weiterführung bewährter Angebote und neuer Aktionen auch eine Fotoausstellung unter dem Titel „Unsere Bilder vom Alter“: Schüler der Oberschule (OBS) Soltau, Mitglieder des Soltauer Fotoclubs Pixelwerkstatt und Seniorengruppen selbst sollen dieses Thema im Bild festhalten. Eröffnet werden soll die Ausstellung dann am 23. August, wenn in der Alten Reithalle um 14 Uhr der Kreisseniorentag unter dem Motto „Mut zum Alter“ auf dem Programm steht. Darüber hinaus plant der Seniorenbeirat in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Soltau die Vorführung des Filmes „Romys Salon“ in der Bibliothek Waldmühle.

Er hat also auch für das kommenden Jahr einiges auf dem Zettel, der Seniorenbeirat. An seiner Spitze werden dann wahrscheinlich auch weiterhin als Vorsitzender Gottfried Berndt und als sein Stellvertreter Karl Beck stehen. Ob das tatsächlich der Fall sein wird, zeigt sich allerdings erst am kommenden Dienstag: Dann tritt der Seniorenbeirat zusammen, um aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter zu wählen.

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