„Soltau macht Töne“ - im Hof und in der Halle sowie im Museum

Besondere Konzerte und eine Ausstellung von Kulturverein und -initiative

„Soltau macht Töne“ - im Hof und in der Halle sowie im Museum

Etwas aufgeräumt werden müsse schon noch, erklärt Gerd Röders von der Kulturinitiative (KI) Soltau beim Blick durch die Halle in Weiher. Doch bis das Konzert am 3. September um 19 Uhr im alten Industriegebäude vor den Toren der Böhmestadt startet, ist noch ein wenig Zeit. Und dann soll die einstige Usadel-Fabrikhalle am Kuhdamm 1 zur „Tonhalle“ werden - „und die bietet eine besondere Atmosphäre“, freut sich Röders. „Das Industrieambiente passt perfekt als Rahmen für dieses Konzert“, ergänzt Sönke Klegin vom Kulturverein Soltau, denn so erhalte das Werk „Geschichte des Soldaten“ von Igor Strawinsky einen ungewöhnlichen Aufführungsort. Das Konzert ist Teil der Reihe „Soltau macht Töne“, die am 28. August um 18 Uhr mit der Eröffnung der dazugehörigen Ausstellung im Soltauer Museum und einem Auftritt von Heidi Joubert startet (HK berichtete). Röders und Klegin stellten am vergangenen Freitag zusammen mit Dr. Hans Willenbockel und Jürgen Heusler diese besondere Kooperation von KI und Kulturverein sowie Heimatbund vor. Mehrere Konzerte stehen auf dem Programm und dazu gibt es spannende Einblicke in den Bau der Instrumente, die bei den Auftritten zum Einsatz kommen.

Mit Heidi Joubert gibt eine international bekannte Musikerin also den Startschuss für „Soltau macht Töne“. Als Internet-Star wurde die Südafrikanerin, die heute in der Böhmestadt lebt, durch ihr Cajonspiel populär - und ihr Instrument ist quasi der zweite „Star“ des Abends: „Die Ausstellung im Museum Soltau läuft vom 28. August bis zum 10. Oktober und sie zeigt, wie und woraus Musikinstrumente entstehen“, erläutert Röders. Vom Cajon und den dafür benötigten „alten Kisten“ über die Kunst der Fertigung von Blechblasinstrumenten sowie Streichinstrumenten aus passenden Hölzern bis hin zu Klanginstallationen aus Schrott und Metallstücken - all das gibt es bei „Soltau macht Töne“ im Museum zu sehen. „Vier Musiker begleiten die Ausstellung und jeder von ihnen wird einen Tag lang vor Ort sein und den Besuchern zeigen, was es mit seinem speziellen Instrument auf sich hat“, so Röders. Folgende Künstlerinnen und Künstler stellen an diesen Tagen jeweils von 14 bis 17 Uhr persönlich ihre Arbeiten vor: Heidi Joubert (Cajun) am 29. August und Ferdinand Försch (Klangskulpturen aus verschiedenen Materialien) am 19. September sowie Metallinstrumentemacherin Lucia Zabinski-Klegin am 24. September und Geigenbaumeister Tomas Pospichal am 3. Oktober.

Doch „Soltau macht Töne“ solle nicht nur für die Augen sein, sondern auch für die Ohren, macht Röders deutlich: „Bei den Konzerten wird die Ausstellung dann gewissermaßen lebendig.“ Nach dem Auftakt im Garten des Museums am 28. August mit Heidi Joubert geht es am 3. September mit der „Geschichte des Soldaten“ in der „Tonhalle“ weiter: „Diese musikalische Rarität von Igor Strawinsky wurde ursprünglich für eine Wanderbühne komponiert und dann später als Konzertversion für kleines Orchester und Sprecher von Strawinsky neu bearbeitet. Ein besonderes, musikalisch sehr komplexes Werk“, weiß Heusler vom Kulturverein. Zum Konzert liest Schauspieler Christian Intorp. Kurzweilige Unterhaltung gibt es dann am 5. September ab 17 Uhr im Röders-Hof mit „Alster-Brass“ aus Hamburg: Im Fabrikhof neben der Filzwelt erlebt das Publikum bei dieser „Sommerserenade“ bekannte klassische und jazzige Stücke, gespielt von zehn Blechbläsern. Beim Konzert „BioMaschine“ lässt Ferdinand Försch dann am 10. September ab 20 Uhr seine in Soltau gebauten Instrumente in der „Tonhalle“ erklingen. Letzte Veranstaltung von „Soltau macht Töne“ ist dann am 10. Oktober um 12 Uhr das Violinkonzert mit „Jiri Pospichal & Fiends“: In der „Tonhalle“ spielen der Violin-Virtuose und sein Bruder zusammen mit Musikern aus Tschechien.

Zum Teil erhalten die gemeinsamen Veranstaltungen von Kulturinitiative und -verein finanzielle Hilfe: „Unter anderem gibt es eine Förderung über das Programm des Landes - Niedersachsen dreht auf - sowie den Lüneburgischen Landesverband“, hebt Willenbockel hervor. Der Vorsitzende des Kulturvereins weiß: „Ohne solche Hilfen wären diese Veranstaltungen gar nicht möglich.“ Gefördert durch die Volksbank Lüneburger Heide lädt der Kulturverein am 19. September zu einer weiteren Prämiere ein, und zwar die jüngsten Zuhörer: Um 15.30 Uhr startet in der Filzwelt ein Baby-Konzert. „Solche Projekte werden mittlerweile in vielen Konzerthäusern angeboten und sollen jungen Familien ermöglichen, als Paar mit Baby und zusammen mit Geschwistern ein Konzert zu besuchen“, so Heusler.

Karten für alle Veranstaltungen gibt es im Vorverkauf in der Soltau-Touristik sowie an der Abendkasse. Für den Besuch - Luca-App-Anmeldung wird eingerichtet - gilt die 3G-Regel.

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