Soltau-Touristik ist jetzt barrierefrei

Umfangreiche Umbaumaßnahmen und ein wichtiges Zertifikat

Soltau-Touristik ist jetzt barrierefrei

Wer der Soltau-Touristik mit dem Rollstuhl, dem Rollator oder auch dem Kinderwagen einen Besuch abstatten wollte, der hatte mitunter Probleme, die Räumlichkeiten zu betreten, auch der Bewegungsradius im Inneren war eingeschränkt. Das ist jetzt Vergangenheit. Im Zuge einer Umgestaltung und Modernisierung der Tourist-Information, in der drei Vollzeitkräfte arbeiten, wurde auch gezielt das Thema Barrierefreiheit in den Fokus genommen. Dazu haben die Verantwortlichen unter Hinzubeziehung von Experten eine Reihe von Maßnahmen realisiert. In der Folge ist die Soltau-Touristik nun für ihre Barrierefreiheit zertifiziert. Auf dem Weg dorthin liefen die Fäden bei Mitarbeiterin Maureen Janecke zusammen. Sie sowie der zuständige Fachgruppenleiter Andreas Witt und Erster Stadtrat Karsten Lemke informierten am vergangenen Dienstagmittag im Pressegespräch über Einzelheiten.

„Dieses Angebot wurde nach den Kriterien der bundesweiten Kennzeichnung ‚Reisen für Alle‘ eingestuft und ist berechtigt, im Zeitraum von Juli 2021 bis Juni 2024 die Auszeichnung ‚Barrierefreiheit geprüft‘ sowie die dazugehörigen Piktogramme zu führen und vertragsgemäß zu nutzen“, heißt es in etwas trockenem Amtsdeutsch auf dem Zertifikat, das Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann und Rolf Schrader, Geschäftsführer Deutsches Seminar für Tourismus Berlin, unterzeichnet haben.

„Uns ist das Thema wichtig“, unterstrich Janecke. Daher sei die „TourismusMarketing Niedersachsen GmbH“ und über diese wiederum eine Agentur ins Boot geholt worden, die die Soltau-Touristik auf dem Weg zur Zertifizierung mit Rat und Tat unterstützt habe. „Es gab eine umfangreiche Online-Schulung über mehrere Stunden. Dabei wurden alle Hintergründe erklärt“, berichtete Janecke. Zudem habe es einen Auflagenkatalog gegeben.

In letzterem find sich eine Reihe von Kriterien, die zu erfüllen waren. Steht ein Parkplatz für Menschen mit Behinderung zur Verfügung? Gibt es ein öffentliches WC für Besucherinnen und Besucher mit Handicap? Passen Rollstühle so unter die Tische, dass eine Beratung problemlos erfolgen kann? Dinge wie diese waren bei den Umbaumaßnahmen zu berücksichtigen. „So etwas fällt einem erst auf, wenn man sich intensiv damit beschäftigt“, erklärte Janecke. „Eine allgemeine Sanierung der Tourist-Information war ohnehin erforderlich - und dabei wurde besonders auf Barrierefreiheit geachtet“, erläuterte Lemke. „Das fing beim Fußboden an und hörte bei der neuen Akustikdecke und der Beklebung der Schaufenster auf“, so Witte.

Durch neue LED-Beleuchtung ist es in den Räumen, die sich nun auch unterschiedlich ausleuchten lassen, deutlich heller. Sofort ins Auge fällt die neue Automatiktür. Dank ihr haben Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und auf einen Rollator angewiesene Kunden jetzt sozusagen „freien Eintritt“. Aber auch sonst gibt es viel Neues: Vom schicken Interieur über einen neuen Bildschirm an der Wand bis hin zu einer modernen Telefonanlage. Laut Witt hat das Ganze rund 50.000 Euro gekostet, wobei die Maßnahmen in enger Absprache mit dem Vermieter, der Ansiedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft mbH Soltau (AWS), erfolgt seien. Die drei Vollzeitkräfte, die in der Tourist-Information tätig sind, können mit ihrem Arbeitsumfeld zufrieden sein. Und das Zertifikat, das der Anlaufstelle in der Stadtmitte nun Barrierefreiheit bescheinigt, ist dabei die Kirsche auf der Sahnetorte.

Die Urkunde gab es allerdings erst, nachdem zwei „Prüfer“ aus dem Ruhrgebiet alles penibel unter die Lupe genommen hatten. „Sie haben sich hier ganz genau umgeschaut und akribisch nachgemessen“, so Janecke. Den einen oder anderen kleineren Verbesserungsvorschlag habe es anschließend gegeben, etwa was das Waschbecken im öffentlichen WC angehe. „Aber einer Zertifizierung stand nichts im Wege“, freute sich die Mitarbeiterin. Die gerahmte Urkunde werde in den Räumlichkeiten einen Ehrenplatz erhalten.

Die Soltau-Touristik ist nun auch auf der Internetseite „Reisen für alle“ als barrierefreier Service-Punkt aufgeführt. Über dieses Portal informieren sich viele Menschen mit Handicap, wo sie mit ihren Einschränkungen gut Urlaub machen können. Maureen Janecke freut sich über das erreichte Ziel: „Wir haben auch schon viel Lob bekommen.“

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