Es war ruhig geworden um das „weiße Gold“, das unter der Böhmestadt liegt und dem Soltau seinen Namen verdankt. Doch dieses Stück der Geschichte soll nun wieder sichtbar und erlebbar werden: „Soltauer Salz kehrt zurück“, verkündet Sascha Lühr, Vorsitzender des neuen Fördervereins, der jetzt eine erste Siedeaktionen startet. Zudem sucht der Förderverein Soltauer Salzsieder weitere Unterstützer. Interessierte erwartet am Freitag, dem 17. Juli, bereits ein erster Höhepunkt: An diesem Tag lädt der Förderverein um 19 Uhr in die Bibliothek Waldmühle ein. Unter dem Titel „Wo Soltau seinen Namen bekam“ erwartet die Besucher eine spannende Reise in die frühe Geschichte der Region.
Schon hier sei die Antwort verraten, um die es bei der Veranstaltung am 17. Juli geht – nämlich: Warum heißt Soltau eigentlich Soltau? Dabei liegt die Lösung in einer Besonderheit verborgen, die seit Jahrhunderten unter den Füßen der Soltauer schlummert: der Sole. Genau dieses Stück Heimatgeschichte möchte der gemeinnützige Förderverein Soltauer Salzsieder wieder stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Nach den ersten Monaten des Vereinsaufbaus nimmt das Projekt nun sichtbar Fahrt auf: „Die notwendige Grundausstattung für das historische Salzsieden wurde bereits beschafft und ist einsatzbereit“, informiert der Verein. „Schon bald sollen die ersten kleinen Mengen Soltauer Salzes wieder entstehen. Die traditionellen Salzsäckchen werden anschließend in begrenzter Auflage erhältlich sein.“
Für den Verein sei dies jedoch erst der Anfang: „Wir möchten nicht einfach Salz herstellen“, erklärt Lühr. „Wir möchten Wissen bewahren, Geschichte vermitteln und Menschen für eine Besonderheit begeistern, die eng mit Soltau verbunden ist und die viele gar nicht mehr kennen“, so der Vorsitzende. Dabei gehe es den Vereinsmitgliedern ausdrücklich nicht um Nostalgie: „Vielmehr soll aus der historischen Salzgeschichte ein lebendiges Projekt für die Gegenwart und Zukunft entstehen.“
Die Vision reiche von öffentlichen Siedeaktionen über Vorträge und Schulprojekte bis hin zu Veranstaltungen für Einheimische und Gäste: „Kinder sollen erfahren, warum ihre Heimatstadt Soltau heißt. Besucher sollen die Entstehung von Salz hautnah erleben können. Heimatgeschichte soll nicht nur gelesen, sondern erlebt werden“, hofft der Verein.
„Nach oben sind den Ideen kaum Grenzen gesetzt“, erklärt Lühr. „Wir möchten das Wissen rund um die Soltauer Sole möglichst vielen Menschen zugänglich machen. Ob in Schulen, auf Veranstaltungen, bei Vorträgen oder im Rahmen touristischer Angebote – wir sehen hier großes Potenzial, Geschichte erlebbar zu machen und gleichzeitig ein Stück Identität unserer Stadt sichtbar zu halten.“
Bei der ersten größeren Veranstaltung am 17. Juli um 19 Uhr in die Bibliothek Waldmühle stehen die geologischen Besonderheiten der Soltauer Solevorkommen, die Entstehung der Salzquellen und die Frage, warum die Sole bis heute eng mit der Geschichte und dem Namen der Stadt verbunden ist, im Mittelpunkt. „Die Veranstaltung richtet sich an alle, die mehr über die Ursprünge ihrer Heimat erfahren möchten und bietet spannende Einblicke in ein Kapitel der Stadtgeschichte, das vielen bislang unbekannt ist“, lädt der Verein ein und hofft dabei auf viele interessierte Besucher, denn die Veranstaltung bilde zugleich den Auftakt einer ganzen Reihe geplanter Informations- und Bildungsangebote. „Um diese Projekte dauerhaft umzusetzen, sucht der Förderverein weitere Mitglieder, Unterstützer und insbesondere Unternehmen aus der Region“, so der Aufruf.
Als gemeinnütziger Verein arbeite der Förderverein ausschließlich ehrenamtlich: „Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsorengelder fließen unmittelbar in die Vereinsarbeit und helfen dabei, Vorträge, Veranstaltungen, Schulprojekte, Materialbeschaffung und öffentliche Siedeaktionen zu finanzieren.“ Auf für Unternehmen biete sich dabei die Möglichkeit, sich sichtbar für Heimatpflege, Bildung, Kultur und Regionalität zu engagieren: „Gleichzeitig werden Förderer Teil eines Projektes, das Menschen verbindet, Geschichte erlebbar macht und einen positiven Beitrag zur Attraktivität der Region leistet.“
Besonders für Gastronomie-, Hotellerie- und Tourismusbetriebe eröffne sich dabei eine spannende Perspektive, hofft der Verein: „Das Soltauer Salz besitzt das Potenzial, zu einem echten regionalen Aushängeschild zu werden – einem Produkt mit einer Geschichte, die Gäste nur hier erleben können. Ob als besondere Zutat in regionalen Gerichten, als exklusives Gastgeschenk, als Bestandteil touristischer Angebote oder als Symbol regionaler Verbundenheit: Das Soltauer Salz kann künftig ein authentischer Botschafter der Stadt werden. Unternehmen, die das Projekt frühzeitig unterstützen, helfen nicht nur dabei, dieses Kulturgut zu bewahren, sondern können aktiv an der Entwicklung einer neuen regionalen Identität mitwirken.“
„Viele Unternehmen sprechen von regionaler Verbundenheit“, so Lühr. „Hier besteht die Möglichkeit, diese Verbundenheit aktiv zu leben und gleichzeitig ein außergewöhnliches Projekt zu unterstützen. Gerade für Hotels, Restaurants und touristische Betriebe kann das Soltauer Salz zu einem authentischen Stück Heimat werden, das Gästen in Erinnerung bleibt und die Geschichte unserer Stadt auf besondere Weise erlebbar macht.“
Die ersten Siedepfannen stehen jedenfalls bereit, die ersten Salzsäckchen werden in Kürze wieder gefüllt. Und die ersten Veranstaltungen sind bereits geplant: „Für die Mitglieder des jungen Vereins ist dies der Beginn einer langen Reise – mit dem Ziel, die Geschichte der Soltauer Sole zu bewahren, weiterzugeben und für kommende Generationen erlebbar zu machen“, hebt der Vorsitzende hervor.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen, die das Projekt unterstützen oder Mitglied werden möchten, finden weitere Informationen unter www.salz-soltau.de im Internet.