Soltauer Shantychor: Und jetzt ab in die Haifischbar

Ensemble lädt für 19. und 20. Oktober zu maritimer Revue

Soltauer Shantychor: Und jetzt ab in die Haifischbar

Für den Soltauer Shantychor ist es ein Herzensprojekt zu seinem 20jährigen Bestehen und gleichzeitig ein Geschenk an seine Freunde und Fans seefahrtlicher Klänge: Sie dürfen sich auf die maritime Revue „Willkommen in der Haifischbar“ freuen, die am Sonnabend, dem 19. Oktober, um 20 Uhr sowie am Sonntag, dem 20. Oktober, um 16 Uhr in der Aula des Soltauer Gymnasiums über die Bühne geht. Die Tages- beziehungsweise Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Karten im Vorverkauf gibt es in Soltau in den Buchhandlungen Schütte und Hornbostel sowie in Munster bei der Munster-Touristik, in der Buchhandlung Pollmann und bei Toto-Lotto Ingo Schlumm.

Von 1962 bis 1979 lief die Unterhaltungssendung „Haifischbar“ im Fernsehen und erfreute sich - wie ihre „Lebensdauer“ zeigt - großer Beliebtheit. Schauplatz war eine Hamburger Hafenkneipe, die Haifischbar, in der sich in jeder Folge Geschichten ereigneten, die von Döntjes und maritimen Liedern begleitet wurden. Kneipenpersonal und Gäste bestanden seinerzeit im wesentlichen aus beliebten Ensemblemitgliedern des Ohnsorg-Theaters.

„In diese Nostalgiekiste werden wir hineingreifen und so in das Getümmel der ‚sündigen Meile‘ Hamburgs um 1970 eintauchen“, kündigt Wilhelm Ruhkopf an. Doch wie der Vorsitzende des Soltauer Shantychores und Vorstandsmitglied Siegfried Schlegel betonen, orientiere sich ihre Kneipe nur am tatsächlich bestehenden Original und kopiere es nicht wirklich: „Natürlich wissen wir, dass die echte ‚Haifischbar‘ nicht auf der Reeperbahn zu finden ist, sondern in der Nähe des Altonaer Fischmarktes. Unsere kleine ‚Haifischbar‘ ist jedoch eine erdachte Hafenkneipe in einer stillen Seitenstraße auf St. Pauli“, so Ruhkopf. Dort - respektive auf der Soltauer Aulabühne - sind dann skurrile Typen anzutreffen, wobei die warmherzige Wirtin und der energische Wirt alles fest im Griff haben“, verrät der Vorsitzende.

Und was Ruhkopf noch verrät: „Das können wir natürlich nicht allein auf die Beine stellen, denn wir sind ein Chor und kein Schauspieler- oder Tanzensemble. Deshalb haben wir uns Unterstützung gesucht.“ Gefunden haben die Sänger diese Hilfe bei der Jazz- und Showtanzgruppe des MTV Soltau unter Leitung von Stephanie Schlange. „Aber es ging auch um den schauspielerischen Aspekt. Hier konnten wir neben unseren Soltauer Akteuren fünf Mitglieder der ‚Niederdeutschen Bühne Sülfmeister‘ aus Lüneburg gewinnen. Damit haben wir insgesamt rund 40 Mitwirkende, um die Haifischbar wieder zum Leben zu erwecken.“

Und das funktioniert natürlich nur mit maritimer Musik. Lieder wie „La Paloma“, „Auf der Reeperbahn“, „Hafenunterricht“ oder „Hein spielt abends so schön auf dem Schifferklavier“ gehören dazu - Mitsingen, Schunkeln und Mitklatschen sind ausdrücklich erwünscht. Dazu Ruhkopf: „Insgesamt sind es 18 Titel, die nicht als reiner Chorgesang präsentiert, sondern als musikalische Revue inszeniert werden. Für die musikalische Untermalung sorgt unsere Combo mit zwei Akkordeons, einer Gitarre und einer Mundharmonika.“ Die Kulissen, so der Vorsitzende weiter, seien allesamt selbst gebaut, „die professionelle Technik haben wir allerdings gemietet.“

Seit mehr als einem halben Jahr laufen bereits die Proben, und der Chor freut sich schon auf den großen Tag. Allerdings haben die ansonsten bühnenerprobten Männer durchaus auch eine gute Portion Lampenfieber: „Schließlich begeben wir uns damit auf ungewohntes Terrain und sind gespannt, wie unsere Haifischbar beim Publikum ankommt“, meint Ruhkopf. Aber natürlich ist er zuversichtlich, dass der Chor mit der maritimen Revue sein Publikum begeistern wird. Wer sich da den besten Blick auf die Bühne sichern möchte, sollte übrigens frühzeitig erscheinen, denn die Eintrittskarten sind nicht numeriert - es gibt also freie Platzwahl.

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