Sommerleseclub im Wandel

Viele Veränderungen bei Aktion für Schülerinnen und Schüler

Sommerleseclub im Wandel

Wenn die großen Ferien kommen, dann darf auch er nicht fehlen, der Sommerlesclub, zu dem die Bibliotheken im Heidekreis alle Jahre wieder einladen. Das ist schon Tradition. Doch ab 2019 wird vieles anders: Die Aktion, die Kinder und Jugendliche fürs Lesen begeistern soll, wurde in vielen Bereichen verändert. Das soll dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung tragen und mehr Kreativität ermöglichen. Was es damit auf sich hat, darüber informierten die Büchereileiterinnen am vergangenen Mittwoch in der Soltauer Bibliothek Waldmühle.

„Schock deine Lehrer, lies ein Buch“ - mit diesem Slogan traf das Projekt seinerzeit ins Schwarze. Das ist schon eine Weile her: Die Aktion für junge Leseratten und solche, die es werden wollen, stammt ursprünglich - in Anlehnung an ein amerikanisches Projekt - aus Nordrhein-Westfalen (NRW). Dort wurde es 2002 zunächst in Brilon zur Förderung der Lesekompetenz umgesetzt. Seit 2005 steht es unter der Ägide des Kultursekretariates NRW Gütersloh und wird bundesweit von Bibliotheken aufgegeriffen.

So etwa von den Büchereien im Heidekreis, die seit 13 Jahren mitmachen und dies auch weiterhin wollen, obgleich sich die Vorgaben jetzt geändert haben. Mit dabei sind in diesem Jahr neben der Soltauer Bibliothek Waldmühle im Nordkreis die Stadtbüchereien Munster und Schneverdingen sowie im Südkreis die Stadtbüchereien Bad Fallingbostel und Walsrode.

Da die Bibliothek stärker als lebendiger Raum, Kultur- und Bildungsort sowie Ort von Kommunikation und Teilhabe wahrgenommen werden solle, seien die Regeln geändert worden. Der Sommerleseclub eröffne hier ein außerschulisches Feld, in dem Lesefreude, Spaß und Kreativität im Vordergrund stünden, erläutert Anika Lüdemann, die gemeinsam mit Ulrike Hennings die Waldmühle leitet.

Ziel der Aktion ist nach wie vor eine moderne Leseförderung. Und die Vermittlung von Lesekompetenz soll Spaß machen. Deshalb richtet sich der Sommerleseclub nicht mehr nur an Schülerinnen und Schüler, sondern generationsübergreifend auch an Erwachsene, mit denen die Kinder und Jugendlichen Teams bilden können, die maximal fünf Personen umfassen dürfen. Wer mitmacht, muß seine erfolgreiche Teilnahme aber nach wie durch einen Stempel je Buch belegen. Leseratten, die allein starten, brauchen mindestens drei dieser Stempel in ihrem Logbuch. Insgesamt drei brauchen auch Teams mit zwei und drei Personen. Vierer Teams brauchen vier und fünfer Teams fünf Stempel.

Einen solchen Stempel gibt es nicht nur für ein gelesenes Buch, sondern auch für ein Hörbuch. Und wer eine der Veranstaltungen besucht, die die Bibliotheken - ebenfalls ein Novum - im Laufe des Sommerleseclubs zu verschiedenen Bücherthemen anbieten, bekommt auch einen Stempel. Diese Möglichkeit kann allerdings nur einmal genutzt werden.

Auch unter der neuen Struktur sind die Sponsoren, allen voran die Volksbank Lüneburger Heide, dem Sommerleseclub treu geblieben: „Sie haben uns damit wieder ermöglicht, viele neue Bücher für den Sommerleseclub anzuschaffen. Allerdings - auch das ist neu - gibt es jetzt keine vorgegebene Auswahl mehr. Statt dessen steht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der gesamte Bestand an Büchern und Hörbüchern zur Verfügung“, so Ulrike Hennings.

Daß sie ein Buch gelesen haben, müssen die Kids zwar noch unter Beweis stellen, allerdings nicht mehr durch die Beantwortung von Fragen. Und mit dem neuen Logbuch ist kreatives Gestalten absolut gewünscht. Durch die Teams sollen sich die Teilnehmer untereinander und miteinander mit den Büchern und Hörbüchern beschäftigen - gern in der Bibliothek, so daß die Bücherei zum Begegnungs- und Verweilort wird. Jede Bibliothek im Heidekreis bietet dazu „Kreativecken“ an.

Was es ebenfalls nicht mehr gibt, ist der Juniorleseclub und der Zeugniseintrag über die Teilnahme am Sommerleseclub. Hier fehlt inzwischen wohl die Relevanz.

Zum Ende der Ferien gibt es wieder Abschlußveranstaltungen, und auch Preise werden verlost, wobei die erwachsenen Teilnehmer allerdings nicht gewinnen können.

Daß der Sommerleseclub nach all den Jahren kaum verzichtbar ist, macht Annegret Kruse, Leiterin der Stadtbücherei Munste deutlich: „Bei uns wird die Aktion schon früh nachgefragt, was ja gut ist. Da kann man es sich eigentlich nicht leisten, den Sommerleseclub abzuschaffen.“

Und bisher konnten sich die Büchereien auch nicht über Teilnehmermangel beklagen: „Die Zahlen waren super“, so Hennings. So waren es im vergangenen Jahr in Soltau rund 400, in Munster zirka 270 Kids. Gleichwohl soll die Neuausrichtung der Aktion dazu beitragen, auch künftigen Schülergenerationen das Lesen schmackhaft zu machen. Schließlich braucht diese Fähigkeit nicht nur der, der ein Buch zur Hand nimmt, sondern auch der, der digital unterwegs ist. Dazu meint Kruse: „Es gibt nach wie vor Leseratten und wird sie immer geben, aber wir müssen auch die anderen erreichen.“

Und dazu startet der Sommerleseclub mit den Anmeldung in den Büchereien ab Montag, dem 24. Juni. Nötig ist lediglich ein gültiger Leseausweis für die jeweilige Bibliothek. Die Ausleihe beginnt mit der Zeugnisausgabe am 3. Juli, die Aktion schließt mit dem Ende der Sommerferien. Infos zu den jeweiligen Veranstaltungen im Rahmen des Sommerleseclubs gibt es in den einzelnen Büchereien.

Logo