In Soltau hat das Staatliche Baumanagement Lüneburger Heide mit den Bauarbeiten für ein neues Verwaltungsgebäude des Zollamts begonnen. „Der Neubau ist erforderlich, weil das Zollamt derzeit in einer angemieteten Liegenschaft untergebracht ist, die den Anforderungen der heutigen Aufgaben nicht mehr entspricht. Insbesondere die zusätzliche Bearbeitung der Kfz-Steuer erfordert eine erweiterte Infrastruktur. Ein Umbau der bisherigen Räumlichkeiten war nicht umsetzbar“, teilt das Staatliche Baumanagement Lüneburger Heide mit Sitz in Munster mit. Dieses führt als eines von sieben staatlichen Bauämtern in Niedersachsen Baumaßnahmen des Landes und des Bundes durch. Mit mehr als 200 Beschäftigten betreut es fast 5.300 Bauwerke in den Landkreisen Celle, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Uelzen.
Doch was genau wird in der Böhmestadt am Standort Am Kahlberg in überschaubare Höhe wachsen? Geplant ist ein zweigeschossiges Verwaltungsgebäude ohne Unterkellerung mit einer überbauten Fläche von rund 465 Quadratmetern. Neben Büroräumen entstehen ein zentraler Wartebereich, Lagerflächen sowie Sozial- und Besprechungsräume. Auf dem Außengelände werden Stellflächen für Lkw eingerichtet, um Zollkontrollen durchführen zu können.
Die Planung des Munsteraner Architekturbüros Szygula berücksichtigt auch nachhaltige Baukriterien. So soll das Gebäude den energetischen Standard „Effizienzgebäude Bund 40“ (EGB 40) erfüllen. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Sole/Wasser-Erdwärmepumpe mit Erdsonden. Die Flachdächer sollen mit extensiver Begrünung und PV-Modulen ausgestattet werden; zudem ist der Einsatz umweltfreundlicher und schadstoffarmer Baustoffe vorgesehen.
„Nach der Grobabsteckung des Gebäudes beginnen zunächst Erdarbeiten zur Vorbereitung der Baufläche. Die Rohbauarbeiten sollen voraussichtlich ab Mitte Mai 2026 starten“, teilt das Staatliche Baumangement mit. Für die Gesamtmaßnahme einschließlich Außenanlagen sei derzeit eine Bauzeit von rund zwei Jahren vorgesehen. Die Kosten werden sich voraussichtlich auf rund fünf Millionen Euro belaufen. In den Kosten enthalten ist auch ein Kunst-am-Bau-Wettbewerb, den die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben für den Neubau ausgelobt hat. „Mit dem Neubau schaffen wir moderne und funktionale Arbeitsbedingungen für den Zoll in Soltau“, so Petra Könneker, Leiterin des Staatlichen Baumanagements Lüneburger Heide: „Das Gebäude wird sowohl den Anforderungen an effiziente Verwaltungsabläufe als auch an nachhaltiges und energieeffizientes Bauen gerecht.“
„Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben wird als Bauherrin bei dem Neubauprojekt die funktionalen Ansprüche des Zolls, mit den Vorgaben des Bundesbaus an Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit zeitgemäß umsetzen“, unterstreicht Silvio Dünow als Projektverantwortlicher der Bauherrin. „Darüber hinaus wird im Lebenszyklus ein wirtschaftlicher Betrieb des Gebäudes und der Liegenschaft ermöglicht und somit ein sorgsamer Umgang mit Steuermitteln gewährleistet.“
„Wir freuen uns sehr über das neue Gebäude. Insbesondere als Anlaufstelle bei Anliegen mit der Kraftfahrzeugsteuer oder zur Abholung von zollrechtlich relevanten Paketsendungen wird eine moderne barrierefreie Liegenschaft den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen“, unterstreicht Tobias Röper, ständiger Vertreter der Leitung des Hauptzollamts Hannover: „Auch für die Unternehmen birgt der neue Standort Verbesserungen – durch die bessere Anbindung an die Bundesautobahn 7 und Bundesstraße 3 erleichtert dies künftig die Gestellung von zollrechtlich relevanten Waren vor Ort.“