Sprachmittler-Kurs beginnt

Gemeindedolmetscher für Schulen und Kitas im Heidekreis erweitern Pool

Sprachmittler-Kurs beginnt

Die Herausforderung besteht schon länger: Gesprächssituation zu meistern, in denen Menschen mit Migrationsgeschichte Unterstützung benötigen, weil ihnen ausreichende Deutschkenntnisse fehlen. Das ist häufig bei Lehrer-Eltern-Gesprächen an Schulen im Heidekreis der Fall, aber auch bei Behördengängen, Arztbesuchen und vielen weiteren Gelegenheiten. Seit 2020 gibt es ein Angebot, das Abhilfe schafft. Und eines, das sich Stück für Stück erweitert, vergrößert und – herumspricht: Ein Pool von Gemeindedolmetschenden verschiedenster Sprachen, der im gesamten Heidekreis zum Einsatz kommt und an der Volkshochschule Heidekreis (VHS) koordiniert wird.

„Initiiert wurde das Sprachmittlungsprojekt vor zwei Jahren in enger Zusammenarbeit mit Susanne Hinrichs, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte im Heidekreis, und Emma Jover Garcia, Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe des Heidekreises“, erinnert sich Uta Paschke-Albeshausen, VHS-Mitarbeiterin, bei der aktuell alle Fäden zusammenlaufen. „Inzwischen steigt die Nachfrage nach sprachmittelnden Personen nahezu täglich“, fügt sie hinzu und weist darauf hin, dass Gründe dafür das unkomplizierte Buchungsverfahren und nicht zuletzt die finanzielle Abwicklung sind: „Unsere Bildungskoordinatorin im Landkreis hat sich sehr dahinter geklemmt, dass insbesondere der Bedarf der Schulen schnell und einfach gedeckt werden kann.“ Denn die Schulen haben über die vom Landkreis durchgeführten Evaluationsprozesse ein starkes Erfordernis zurückgemeldet und zugleich die Befürchtung geäußert, anderenfalls Schülerinnen und Schüler in großer Anzahl „zu verlieren“. Der ebenfalls befürchtete Organisationsaufwand und die möglichen finanziellen Hürden konnten zügig beiseite geräumt werden.

Seit dem vergangenen Jahr gibt es einen Etat für die Honorierung des Einsatzes von Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern. Großer Wunsch und Ziel von Susanne Hinrichs ist es „dass Finanzmittel für Schulen und Kitas für diesen Zweck dauerhaft im Kreishaushalt verankert werden.“ Im April 2021 hat der Kreisausschuss beschlossen, zunächst die Kosten der Sprachmittlung für Schulen zu übernehmen. Aktuell wurde das Angebot auf Kindertagesstätten ausgeweitet und für 2022 bestätigt.

Wie läuft nun eine Buchung? „Ein Anruf genügt. Der sollte die benötigte Sprache und eine kurze Information zum Gesprächsinhalt mitteilen, aber möglichst noch keine feststehende Terminvorgabe. Viele der sprachmittelnden Personen in unserem Pool sind selbst berufstätig und an Dienstpläne gebunden. Wenn irgend möglich tauschen sie auch mal Schichten, aber das geht, gerade in der Pflege, nicht immer. Deshalb ist Flexibilität auf beiden Seiten wichtig. Ich stelle nach der Anfrage den Kontakt zur betreffenden Person her und übermittle parallel dazu ein vorbereitetes Abrechnungsformular an die Schule. Ausgefüllt, unterschrieben und abgestempelt erhalte ich es per Mail nach dem Sprachmittlungstermin zurück und leite es an den Susanne Hinrichs weiter - fertig“, fasst Uta Paschke-Albeshausen zusammen und ergänzt: „Das läuft super.“ Obwohl in der Zwischenzeit 24 Sprachen gedolmetscht werden können, kommen immer neue Wünsche hinzu. Deshalb möchte sich der Pool kontinuierlich erweitern. Dazu dienen die zweimal jährlich stattfindenden Schulungsreihen an der VHS Heidekreis gGmbH. Die nächste startet am 4. März in Soltau und erstreckt sich über insgesamt vier Wochenenden, immer freitags und sonnabends, jeweils von 9 bis 17 Uhr. Es gibt noch freie Plätze.

Weitere Informationen zu Schulungen und Sprachmittlungswünschen an können unter der E-Mail upaschke-albeshausen@vhs-heidekreis.de oder per Telefon unter der Rufnummer (05191) 968279 an Uta Paschke-Albeshausen gerichtet werden.

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