Städtepartnerschaft soll gefeiert werden

50 Jahre Freundschaft zwischen Soltau und Laon / Programm des großen Partnerschaftstreffens in der Böhmestadt startet an Himmelfahrt

Städtepartnerschaft soll gefeiert werden

Bei der Stichwahl zwischen Präsident Emmanuel Macron und Herausforderin Marine Le Pen stand am gestrigen Sonntag ganz Frankreich, besonders aber die Hauptstadt Paris im Mittelpunkt rund um die Berichterstattung zur Wahl im Nachbarland. Um den dortigen Ort Laon, der vor mehr als einem Jahrtausend übrigens Hauptstadt Frankreichs war, drehte sich hingegen der Pressetermin einen Tag später in Soltau. Denn es gibt etwas zu feiern, ein Jubiläum und einen „runden Geburtstag“: Ein halbes Jahrhundert besteht die Städtepartnerschaft zwischen Soltau und Laon, und auf eine 30-jährige Geschichte kann der 1992 gegründete Partnerschaftsverein der beiden Orte zurückblicken. Beim Besuch einer Delegation aus Frankreich soll Ende Mai aber nicht nur auf die Historie zurückgeblickt, sondern auch in die Zukunft der Städtefreundschaft und der daraus entstandenen Beziehungen geschaut werden. Bürgermeister Olaf Klang und Doreen Weber von der Stadt Soltau stellten am heutigen Montag zusammen mit Sibylle Maurach und Dr. Bernhard Küter vom Vorstand des Partnerschaftsvereins Soltau-Laon das Programm für das anstehende Treffen vor.

„Im Grunde begann alles mit einer Zufallsbegegnung zwischen Kurt Höhn und Georges Lomoine“, erinnert Weber an das erste Aufeinandertreffen des Soltauers und des Franzosen: „Im Jahr 1964 nahmen der Verband der Heimkehrer, Kreisverband Soltau, und die Association des Combattants, Section Laon, erste Kontakte auf. Gemeinsam mit Georges Lemoine bildete Kurt Höhn den Vorsitz des Verbandes und sie förderten engagiert die stetig wachsende Partnerschaft zwischen den Städten Soltau und Laon. Seitdem führten und führen unzählige Begegnungen zu vielen persönlichen Freundschaften. Nachdem im vergangenen Jahr das geplante Partnerschaftstreffen nicht hatte stattfinden können, treffen sich in diesem Jahr die beiden Partnerschaftsvereine in Soltau und feiern gemeinsam ihr 50-jähriges Jubiläum der Städtepartnerschaft.“

Und die Tour von Laon in die Böhmestadt wird ein „Himmelfahrtskommando“ - nicht im Sinne des Begriffs aus dem Militärjargon, sondern wegen des Datums: Am Himmelfahrtstag reisen die Gäste aus Frankreich an. Und darauf bereitet sich die Stadt Soltau vor: Neue Partnerschaftsschilder werden an den Einfallstraßen aufgestellt. In der Woche des Partnerschaftstreffens werden die französische, die deutsche und die europäische Flagge gehisst sein. Die Erinnerungsstätte am Georges-Lemoine-Platz wird entsprechend vorbereitet. In der letzten Maiwoche steht dann alles im Zeichen der Städtepartnerschaft Soltau-Laon: „Eingeladen ist der Bürgermeister der Stadt Laon, als Ehrengast wird die Tochter von Georges Lemoine, Anne-Marie Lemoine, das Treffen begleiten. Als besonderer Ehrengast spricht Kurt Höhn am Samstag auf der Jubiläumsfeier einige Worte“, so Weber.

Das gesamte Partnerschaftstreffen geht vom 26. bis zum 29. Mai: „Von Himmelfahrt bis Sonntag wollen wir gemeinsam feiern, haben für die Gäste ein vielfältiges Programm zusammengestellt“, freut sich Klang. „Gemeinsam werden wir einige Besichtigungen starten, anhand von Wohn- bis hin zu den Gewerbegebieten die Einwicklung unserer Stadt zeigen.“ Der offizielle Empfang sowie die Fahrten und Veranstaltungen, die am Donnerstag und Freitag auf dem Plan stehen, sind nur für die etwa 50 Besucher aus Frankreich und die hiesigen Freunde und Aktiven des Partnerschaftsvereins sowie für Vertreter aus den Reihen von Stadt und Verwaltung gedacht.

Zwei öffentliche Termine, bei denen alle Interessierten willkommen sind, gibt es dann am Samstag, dem 28. Mai: Der Tag beginnt von 9 bis 11 Uhr mit einem „petit déjeuner“, einem Frühstück im Röders Hof. Bei diesem „Bürger-Picknick“ bringen sich die Besucher Essen und Getränke selbst mit, für musikalische Begleitung ist gesorgt: Mark Eaton spielt Oldies, Rock und Pop und lässt den Vormittag zu einem gelungenen Ereignis werden. „Die beiden Partnerschaftsvereine möchten das 50-jährige Jubiläum mit Soltauer Bürgerinnen und Bürgern verbringen. Aus diesem Grund treffen sich die französischen Gäste mit allen Interessierten am Samstag zum gemeinsamen Frühstück während des Wochenmarktes auf dem Röders Hof“, hebt Weber hervor. „Für das Frühstück kann direkt auf dem Wochenmarkt eingekauft und dann auf dem Röders Hof in gemütlicher Atmosphäre gegessen werden. Ansonsten bringen interessierte Gäste alles mit, was es für ein Picknick braucht, nehmen Platz, kommen ins Gespräch und genießen gemeinsam mit den französischen Gästen und allen Beteiligten des Soltauer Partnerschaftsvereins einen entspannten Frühstückmorgen in besonderer Atmosphäre.“ Um gemeinsam ins Gespräch kommen zu können, werden übrigens Übersetzer vor Ort sein.

Im Anschluss an das „Petit déjeuner“ findet um 11.30 Uhr an der Erinnerungsstätte Georges-Lemoine-Platz eine Kranzniederlegung statt, zu welcher Gäste eingeladen sind. Begleitet wird die Kranzniederlegung durch die Heidekreis-Musikschule mit einem Blechbläser-Quartett. Das Programm am Samstagnachmittag und der anschließende Jubiläumsabend sind dann wieder für geladene Gäste vorgesehen. Am Sonntagmorgen macht sich der Bus dann auf den Rückweg nach Frankreich.

„Es sind über die Jahre durch den gemeinsamen Austausch der Partnerstädte zum Teil intensive Beziehungen entstanden“, hebt Küter hervor. „Es gibt viele, mittlerweile bereits sehr lange Freundschaften“, fügt Maurach hinzu. Die beiden Vertreter aus dem Vorstand des Partnerschaftsvereins Soltau-Laon freuen sich sehr, dass nach der langen Coronapause jetzt wieder ein „echter“ Austausch starten kann: „Wir können es bis zum Treffen kaum noch abwarten.“

Weder die Pandemie noch die Zeit haben die Kontakte abreißen lassen. Klang ist sich sicher, dass auch die Politik der Verbindung nichts anhaben kann: „Selbst wenn Marine Le Pen am Sonntag gewählt worden wäre, die auf gewisse Weise die deutsch-französische Beziehung in Frage stellt, würde das für Soltau und Laon nichts ändern und hätte der Freundschaft der beiden Partnerstädte keinen Abbruch getan.“

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